02. November 2019 / 20:55 Uhr

Pyro-Chaos überschattet Berliner Derby: Polter führt Union zu Sieg über Hertha BSC

Pyro-Chaos überschattet Berliner Derby: Polter führt Union zu Sieg über Hertha BSC

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sebastian Polter bescherte dem 1. FC Union Berlin mit seinem Elfmeter-Tor kurz vor dem Schlusspfiff den Sieg im Stadtderby gegen die Hertha. Überschattet wurde  die Partie von einem Spielabbruch wegen eines Pyro-Chaos.
Sebastian Polter bescherte dem 1. FC Union Berlin mit seinem Elfmeter-Tor kurz vor dem Schlusspfiff den Sieg im Stadtderby gegen die Hertha. Überschattet wurde  die Partie von einem Spielabbruch wegen eines Pyro-Chaos. © imago images/Camera 4
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Union Berlin gewinnt das erste Berliner Derby in der Bundesliga gegen Hertha BSC. Im Stadion An der Alten Försterei neutralisieren sich die Klubs über weite Strecken gegenseitig - dann trifft der eingewechselte Sebastian Polter per Elfmeter. Die Fans sorgen für einen Pyro-Eklat.

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Hitzige Atmosphäre, fünf Minuten Unterbrechung wegen Pyro und ein später Derby-Held: Sebastian Polter hat den 1. FC Union zum umjubelten Sieg im ersten Bundesliga-Duell mit dem Stadtrivalen Hertha BSC geschossen. Mit seinem verwandelten Foulelfmeter zum 1:0 (0:0) bestrafte der eingewechselte Stürmer am Samstagabend in der 87. Minute die Passivität der Gäste. Zuvor hatte eine fünfminütige Zwangspause wegen Leuchtraketenwürfen auf das Spielfeld aus dem Gästeblock das heiß ersehnte Premierenduell der beiden Berliner Clubs in der höchsten Spielklasse überschattet.

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In einer insgesamt mäßigen Partie ohne zahlreiche Großchancen hatte Union vor 22 012 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei die größeren Spielanteile und belohnte sich spät. Durch den ersten Sieg im dritten Heimpflichtspiel verkürzten die Köpenicker den Rückstand auf Hertha in der Tabelle auf nur noch einen Punkt.

Union Berlin in Noten: Die Einzelkritik zum Derbysieg gegen Hertha BSC.

<b>Tor:</b> Rafael Gikiewicz (1) Zur Galerie
Tor: Rafael Gikiewicz (1) © Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

Fans zünden Pyrotechnik: Raketen fliegen auf den Platz

„Ich wünsche mir, dass diese Stadt gut auf der sportlichen Ebene vertreten wird“, sagte Hertha-Coach Ante Covic kurz vor Anpfiff beim Pay-TV-Sender Sky in der Hoffnung auf ein friedliches Derby. Doch bereits kurz nach Anpfiff schossen die Hertha-Anhänger mehrere Raketen. Nach der Halbzeitpause zündeten beide Fanlager massiv Pyrotechnik, aus dem Gästeblock flogen mehreren Raketen auf den Rasen, eine schlug sogar knapp neben der Union-Spielerbank ein.

Der souveräne Schiedsrichter Deniz Aytekin schickte die Mannschaften vom Feld in den Kabinengang, erst nach fünf Minuten konnte es weitergehen. Zumindest bis zum Abpfiff gab es auf den Rängen keine größeren Vorkommnisse mehr.

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<b>Tor:</b> Rune Jarstein (22) Zur Galerie
Tor: Rune Jarstein (22) © Getty Images

Union Berlin erwischt besseren Start

Union erwischte den deutlichen besseren Start. Nach nur drei Minuten köpfte Christopher Lenz nach Flanke von Stürmer Sebastian Andersson aus fünf Metern gegen den Lauf von Hertha-Keeper Rune Jarstein. Als gerade die dritte Leuchtrakete aus dem Hertha-Block über das Stadiondach segelte, prallte der Ball jedoch vom Innenpfosten wieder heraus. Hertha spielte mit Ibisevic und Dodi Lukebakio im Sturm - und verzichtete auf einen klassischen Spielmacher wie Ondrej Duda.

Der normalerweise defensiver orientierte Marko Grujic konnte dieses kreative Vakuum nicht füllen, entsprechend einfallslos gerieten die mauen Angriffsbemühungen der Gäste in der ersten Halbzeit.

Union versuchte es vor allem über die rechte Angriffsseite und stellte Herthas gebürtigen Berliner Maximilian Mittelstädt vor einige Probleme. Die Flanken von Union-Kapitän Christopher Trimmel gerieten jedoch zu ungenau. Wie Covic, der unter anderem Ibisevic und den aus Glasgow derbygestählten Dedryck Boyata zurück in die Startelf brachte, setzte auch Unions Urs Fischer auf Erfahrung. Neben Trimmel kehrte im Vergleich zum 3:1-Zweitrundensieg im Pokal beim SC Freiburg unter anderen Routinier Neven Subotic in die Startformation zurück.

In Bildern: Union Berlin siegt im Berlin-Derby mit 1:0 gegen Hertha BSC.

Unions Maskottchen Ritter Keule ballt die Fäuste vor Spielbeginn. Zur Galerie
Unions Maskottchen Ritter Keule ballt die Fäuste vor Spielbeginn. © dpa

Union Berlin wird durch umstrittenen Elfmeter gegen Hertha belohnt

Auch nach der Pause sahen zahlreiche prominente Gäste wie Union-Fan Robert Harting, Schauspieler Kida Khodr Ramadan und der Hamburger Sänger und Rapper Jan Delay nicht viele Chancen. Beide Teams gingen weiter nicht ins letzte Risiko - Union wurde aber mit dem umstrittenen Elfmeter nach Videobeweis doch noch belohnt.

Derby Union gegen Hertha: Chaos vor dem Stadion an der Alten Försterei.

Vor dem Anpfiff des Derbys zwischen Union Berlin und Hertha BSC herrscht in Köpenick ein Verkehrschaos, teilweise zündeten die Fans Bengalos. Zur Galerie
Vor dem Anpfiff des Derbys zwischen Union Berlin und Hertha BSC herrscht in Köpenick ein Verkehrschaos, teilweise zündeten die Fans Bengalos. © Britta Pedersden/dpa

In einer imposanten Choreographie hatten die Union-Fans vor Anpfiff „Die Prophezeiung des Orakels von Coepenick“ präsentiert und verkündet: „Spreeathen ist weiß und rot.“ Im Gästeblock reklamierten die weiß und blau gekleideten Hertha-Anhänger für sich: „Es gibt nur ein Berlin und das ist mein Berlin“. Die Frage, wem die Hauptstadt fußballerisch gehört, entschied erst einmal Union für sich.