06. März 2020 / 09:57 Uhr

Union-Präsident Zingler zerlegt den DFB nach Protesten gegen Hopp: "Kontakt zu den Fans verloren"

Union-Präsident Zingler zerlegt den DFB nach Protesten gegen Hopp: "Kontakt zu den Fans verloren"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aus Sicht von Union-Präsident Dirk Zingler (r.) zeigt die Causa Dietmar Hopp einen Verlust von Autorität seitens des DFB um Präsident Fritz Keller.
Aus Sicht von Union-Präsident Dirk Zingler (r.) zeigt die Causa Dietmar Hopp einen Verlust von Autorität seitens des DFB um Präsident Fritz Keller. © imago images/Bernd König
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Der Fall Dietmar Hopp zeigt aus Sicht von Union-Berlin-Präsident Dirk Zingler einen Verlust von Autorität seitens des DFB. Sein Vorwurf: Der Verband gebe in verschiedenen Bereichen ein schlechtes Bild ab und hat die aktuelle Krise zumindest in Teilen mit verursacht.

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Union Berlins Präsident Dirk Zingler hat nach den Fanprotesten vom vergangenen Bundesliga-Wochenende harte Kritik am DFB geübt. Die Wiedereinführung der Kollektivstrafe gegen die Fans von Borussia Dortmund wegen Schmähungen gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp und die folgende Eskalation des Konfliktes zwischen Fangruppen und dem Verband in den letzten Tagen zeigen aus Sicht des Berliner Klubchefs einen Verlust "natürlicher Autorität", wie Zingler in der Welt sagte.

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Zingler wirft dem DFB unter anderem vor, die Herausforderung eines beständigen Dialogs mit den Fans unterschätzt zu haben. "Der DFB hat den Kontakt zu und das Verständnis für die Mehrheit der Fußballfans, insbesondere der Stadionbesucher, verloren", sagte der 55-Jährige, der seit 2004 Chef von Union Berlin ist. "Ich denke, dass der DFB vom Vereinsfußball lernen kann. Wenn er glaubt, dass er mit Menschen und Organisationen so umgehen kann, wie vor zehn, 20 Jahren, dann funktioniert das nicht."

Zingler fordert Kontinuität: "Autorität entsteht nicht durch Aufstellen und Umsetzen von Regeln"

Nach drei DFB-Präsidenten in vier Jahren erwartet Zingler Kontinuität an der Verbandsspitze. Dem neuen DFB-Boss Fritz Keller wünscht er zwar Glück, warnt aber auch. "Es ist ein Verband mit ständig wechselndem Personal an der Spitze, das steht im Kontrast zu erfolgreichen Vereinen, die durch Kontinuität überzeugen. Autorität entsteht ja nicht durch das Aufstellen und Umsetzen von Regeln", sagte Zingler. Der DFB habe vielmehr in verschiedenen Bereichen an Reputation verloren - das breche jetzt im Fall von Dietmar Hopp Bahn.

Als Beispiele führt Zingler die Nationalmannschaft an. Dort habe man versucht, "mit ganz viel Marketing eine Marke zu kreieren und ein Bild zu zeichnen, das nichts mit der Realität in den Stadien zu tun hat". Als unmittelbare Folge dessen seien sowohl die Atmosphäre bei den Spielen aus auch die Zuschauerresonanz insgesamt schlecht, sagt Zingler, der allerdings im Dialog mit den Fangruppen nach der Causa Hopp auch die Bundesliga-Klubs in der Pflicht sieht.

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Man müsse miteinander reden, "anders geht es nicht", sagte Zingler: "Wir Vereine sind jetzt gefordert, dessen ist sich auch die DFL bewusst, die dem DFB ja schon auch zeigt, wie man diverse Dinge im heutigen Fußball handhaben kann."