17. Juni 2019 / 19:40 Uhr

Union Berlin droht wegen des neuen Sponsors ein Imageverlust

Union Berlin droht wegen des neuen Sponsors ein Imageverlust

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
09.02.2019, Berlin: Fußball: 2. Bundesliga, 1. FC Union Berlin - SV Sandhausen, 21. Spieltag. Berlins Akaki Gogia läuft mit erhobenem Finger über das Spielfeld nach seinem Treffer zum 2:0. Foto: Andreas Gora/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
So könnte das neue Trikot von Union Berlins Akaki Gogia aussehen. © Montage/Foto: MAZ/dpa
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Bundesliga: Streit um neuen Trikotsponsor des Bundesliga-Aufsteigers.

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Der Aufstiegskater ist gerade abgeklungen, da ist der 1. FC Union Berlin in eine Diskussion um seinen künftigen Trikotsponsor verwickelt. Der neue Fußball-Bundesligist hat einen Vertrag mit der luxemburgischen Gewerbeimmobilienfirma Aroundtown abgeschlossen, der zunächst für zwei Jahre gilt. Die Firma besteht seit 14 Jahren und beschäftigt allein in Berlin mehr als 1000 Mitarbeiter. Zu Aroundtown gehören etwa Hotels und Einkaufszentren. Die Unternehmenstochter Grand City Properties verwaltet zahlreiche Wohnimmobilien, viele davon in Südost-Berlin. Grand City Properties ist bereits seit zwei Jahren Sponsor des Union-Nachwuchses.

Aufschrei in der Fanszene

Am Donnerstag vergangener Woche hatte Union mitgeteilt, dass die Preise für Dauer- und Tageskarten auf Zweitliga-Niveau eingefroren werden. Einen Tag später folgte die Verkündung des neuen Brustsponsors. Vermutlich war sich die Kommunikationsabteilung der Brisanz bewusst. Der Aufschrei in der Fanszene war zu erwarten. „Zahl lieber n fuffi mehr für meine Dauerkarte als Werbung für die Immobilienmafia zu machen...“, schrieb etwa Sascha Holznagel bei Facebook. Viele weitere Fans machten ihrem Unmut Luft, allerdings wurde auch Verständnis für die Entscheidung des Vereins geäußert. Kommunikations-Geschäftsführer Christian Arbeit beteiligte sich an der Online-Diskussion: „Jeder hat ja auch individuelle Empfindlichkeiten.“ Die Diskussion müsse man aushalten.

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Simon Terodde: 25 Tore in 93 Spielen schoss Simon Terodde für "Eisern" Union. Mittlerweile spielt er beim 1. FC Köln. ©
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Gegenwind gab es auch vom ehemaligen Union-Manager Christian Beeck. Er sehe in einer Immobilienfirma als Union-Hauptsponsor „ein Problem für einen Verein, der sich eigentlich gegen Kommerz ausspricht“, sagte Beeck dem Tagesspiegel. Angesichts des Mangels an bezahlbaren Wohnungen hält Beeck den Vertrag für unglücklich: „Dass es manchem Fan nicht gefällt, ist logisch. Da sieht auch der letzte Fan, dass Union ein Club ist wie jeder andere. Aber Geld regiert die Welt im Fußball, es geht nicht anders. Union hat sich etwas aufgebaut, das Respekt verdient. Es war zwar nicht billig, aber sie haben es gepackt“, sagte Beeck: „Ich finde es allerdings sehr schade, dass Union seit Jahren so tut, als wäre man weniger kommerziell als die anderen. Dass man zur eigenen Kommerzstory nicht steht, kann ich nicht verstehen.“

Gefahr von Imageverlust

Dem Vernehmen nach kassiert Union pro Saison 1,5 Millionen Euro von Aroundtown. In der vergangenen Saison lag der Bundesligaschnitt bei rund zehn Millionen Euro pro Saison. „Bei Clubs, die nicht sicher in einem europäischen Wettbewerb spielen, stehen die Sponsoren nicht Schlange“, sagte Wirtschaftswissenschaftler Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln dem SPORTBUZZER. Breuer: „Immobilienfirmen nutzen die Sympathiewerte im Sport, um das Image aufzupolieren.“ Allerdings sei der Imagetransfer keine Einbahnstraße. „Umgekehrt kann auch das Image des Clubs leiden.“ Einige Fans haben bereits angekündigt, das Trikot mit dem Schriftzug Aroundtown nicht zu kaufen.

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Auch beim Bundesligisten Werder Bremen gab es kürzlich Ärger wegen eines Immobilienunternehmens. Der Stadionname ist an das Unternehmen wohninvest verkauft worden. Vor einem Jahr mokierten sich Fans von Hertha BSC über den neuen Trikotsponsor Tedi, ein Discounter und Sonderpostenmarkt. Allerdings soll Hertha jährlich 7,5 Millionen Euro einstreichen.

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