28. November 2021 / 17:27 Uhr

Pleite in der Nachspielzeit: Union verpasst Sprung auf die Champions-League-Plätze

Pleite in der Nachspielzeit: Union verpasst Sprung auf die Champions-League-Plätze

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Eintracht Frankfurt gewinnt gegen Union Berlin in letzter Sekunde.
Eintracht Frankfurt gewinnt gegen Union Berlin in letzter Sekunde. © IMAGO/osnapix
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Der 1. FC Union musste bei Eintracht Frankfurt eine bittere Niederlage einstecken. In der Nachspielzeit fiel der Siegtreffer für die Hessen. Das Team von Urs Fischer verpasst den Sprung auf Platz vier.

Die Erfolgsgeschichte des 1. FC Union Berlin kennt dieser Tage wenige Grenzen, am Sonntag ist das Team von Trainer Urs Fischer mal wieder an eine solche gestoßen. Eine Woche nach dem 2:0-Erfolg im Stadtderby mussten die Köpenicker ein 1:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt hinnehmen. Dadurch verpassten die Eisernen, die nun mit 20 Punkten Platz sechs belegen, zudem den Sprung auf einen Champions-League-Rang. Djibril Sow (22.) hatte Frankfurt in Führung gebracht, Max Kruse in der zweiten Halbzeit vom Punkt gekontert (62.). Der letztlich verdiente Siegtreffer der Eintracht fiel erst Sekunden vor dem Abpfiff durch Evan Ndicka (95.).

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"Es war für uns ein schwieriges Spiel. Über 90 Minuten war es ein verdienter Sieg für Frankfurt. Sie haben das Spiel nicht früher entschieden, dann musst du den Punkt eigentlich mitnehmen", so Union-Trainer Urs Fischer nach dem Spiel bei DAZN, "die erste Halbzeit waren wir nicht im Spiel. Sie waren aggressiver, wir hatten am Ball keine Ruhe. Die zweite Halbzeit war dann besser, aber am Ende sollte es nicht sein", so Fischer. Frankfurts Coach Oliver Glasner konnte ein deutlich positiveres Fazit ziehen: "Wir haben eine großartige erste Halbzeit gespielt, müssen eigentlich schon 2:0, 3:0 führen. Deshalb ist dieser Sieg völlig verdient."

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Urs Fischer hatte seine Formation vor dem Spiel im Vergleich zum Haifa-Spiel in der Conference League am vergangenen Donnerstag (1:0) auf vier Positionen verändert. Mit Christopher Trimmel, der in der Conference League gesperrt war, und Bastian Oczipka besetzte der Schweizer dabei beide Außen neu. Und die standen von Beginn an unter Dauerdruck.


Vor allem Trimmel auf der rechten Abwehrseite bekam es immer wieder mit den Vorstößen des Frankfurter Dauersprinters Filip Kostic zu tun. Angetrieben vom Serben gehörte die Anfangsphase fast gänzlich der Eintracht. Hatte Union bei Rafael Borrés Treffer aus Abseitsposition noch Glück (7.), ließ sich der Rückstand in der 22. Minute auch nicht mehr durch den Schiedsrichter verhindern.

Eine scharfe Hereingabe von Kostic wehrte Trimmel zu kurz und ins Zentrum ab. Der Ball landete so vor den Füßen von Djibril Sow, der sich aus dem Rückraum ein Herz fasste und das Spielgerät unhaltbar für Andreas Luthe in den Winkel schlenzte. Die Berliner hatten bis zu diesem Zeitpunkt selbst kaum für Entlastung sorgen können.

Kruse bleibt vom Punkt eiskalt

Die Eisernen bemühten sich, in gewohnter Manier gegen den Ball zu arbeiten. Man merkte ihnen aber die Strapazen der Englischen Woche mit vielen Flugkilometern in wenigen Tagen durchaus an. "Für uns bei Union sind diese Strapazen neu, aber das soll keine Ausrede sein", so Prömel nach dem Spiel. Wenn es für Union doch mal gefährlich wurde, geschah dies meist über lange Bälle auf Taiwo Awoniyi, die der Nigerianer dann im Alleingang gegen die Frankfurter Hintermannschaft versuchte, in Chancen umzumünzen. Am gefährlichsten wurde es in der 25. Minute: Doch Awoniyis strammer Schuss aus 15 Metern landete in den Armen von Eintracht-Torwart Kevin Trapp.

Nachdem sich in den ersten Minuten der zweiten Hälfte zunächst wenig änderte, reagierte Fischer und brachte Julian Ryerson und Sheraldo Becker für Genki Haraguchi und Rani Khedira (58.). Ein Signal an die Mannschaft? Zumindest zeigten die Wechsel sofort Wirkung. Denn nur zwei Minuten später wurde Awoniyi von Evan Ndicka klar im Strafraum gefoult. Auch die Frankfurter Einwände, der Ball sei zuvor bereits im Seitenaus gewesen, brachten nichts. Und so verwandelte Max Kruse den fälligen Strafstoß gekonnt ins rechte Eck (62.). Für Kruse war es im dritten Duell mit Union gegen die Eintracht bereits der fünfte Treffer.

Frankfurt bleibt hartnäckig, Ndicka gelingt der Schlusspunkt

Dieser Ausgleich zeigte bei den Hessen durchaus Wirkung. Die Eintracht blieb zwar weiterhin das aktivere Team, musste nun aber etwas vorsichtiger agieren, um in einem dominant geführten Spiel am Ende nicht noch vollends ohne Punkte dazustehen. Das Spiel wurde nun zerfahrener, die Aktionen weniger klar. Frankfurt machte über die Außen weiter Druck, kam aber kaum zu klaren Abschlüssen.

Union auf der anderen Seite kam nur noch selten vor Frankfurts Kasten. Der eingewechselte Andreas Voglsammer prüfte Trapp noch einmal mit einem Schuss, den der Eintracht-Keeper aber relativ sicher abfangen konnte (82.). Kurz darauf forderte Frankfurt noch einen Strafstoß, den es aber zurecht nicht gab. Als es schon so aussah, als würden sich beide Teams unentschieden trennen, hatte Frankfurt noch eine letzte Antwort parat. Nach einer feinen Flanke von Kostic schraubte sich Ndicka in der Mitte am höchsten und traf per Kopf zum 2:1-Siegtreffer (95.). "Kurz nach dem Spiel fällt es mir schwer, etwas zu sagen. In letzter Sekunde das Tor zu bekommen, ist sau-bitter. Die Eintracht hat das gut gemacht, wir waren nicht so griffig. Die zweite Halbzeit war besser. Deshalb ist es schade, dass wir nichts mitnehmen", fasste Unions Grischa Prömel die Partie zusammen.