22. Mai 2021 / 18:20 Uhr

Union Berlin erreicht Europa Conference League: "Wahnsinn" und "weltklasse"

Union Berlin erreicht Europa Conference League: "Wahnsinn" und "weltklasse"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Jubel der Berliner kannte keine Grenzen.
Der Jubel der Berliner kannte keine Grenzen. © imago images/dpa - SPORTBUZZER-Grafik
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Jubel bei Union Berlin! Mit dem Sieg gegen Vizemeister RB Leipzig qualifizieren sich die Köpenicker für die Europa Conference League. Ein furioses Finale einer furiosen Spielzeit.

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Die Profis von Union Berlin sanken nach ihrem Europa-Coup erschöpft zu Boden, die 2000 Fans feierten ihren Helden mit "Kruse, Kruse"-Sprechchören und Erfolgscoach Urs Fischer wünschte sich in der Kabine ein Stück Torte. Max Kruse hat den Hauptstadt-Club nach 20 Jahren sensationell wieder in den Europapokal geschossen. In der Nachspielzeit traf der Stürmer am Samstag zum 2:1 (0:0) gegen Vizemeister RB Leipzig, so dass sich Union nur zwei Jahre nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga für die neue Conference League qualifizierte.

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"Wahnsinn eigentlich, der Spielverlauf wie im Drehbuch, wenn man es sich ausmalen könnte, würde man es so schreiben", sagte Fischer nach dem Schlusspfiff. Auch der Matchwinner spielte in seiner ersten glückseligen Reaktion auf den dramatischen Spielverlauf an. "Das ist weltklasse, dass wir uns für die herausragende Saison belohnen. Letztes Spiel, letzte Minute. Besser kann man es nicht schreiben", sagte Kruse bei Sky. Der 33-Jährige hatte mit seinem Kopfball für Ekstase unter den im Rahmen eines Pilotprojekts zugelassenen Fans gesorgt. Vor dem Stadion zündeten Anhänger vor Freude Böller.

Union Berlin in Noten: Die Einzelkritik zum 2:1 gegen RB Leipzig

Der SPORTBUZZER bewertet: Die Spieler von Union Berlin in der Einzelkritik. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER bewertet: Die Spieler von Union Berlin in der Einzelkritik. ©

"Wahnsinn trifft es perfekt. Der Wille war absolut da. Es war sehr viel Kampf, die Kraft ging uns am Schluss aus", befand Unions Kapitän Christopher Trimmel. "Ich bin stolz auf die Truppe. Wir haben in erster Linie für die Fans gespielt." Diese feierten die Profis schließlich auch auf der Ehrenrunde bei einem kurzen Schauer. Am 19. und 26. August startet Union in den Playoffs zur neuen Conference League nun sein Europa-Abenteuer.

Im letzten Leipzig-Spiel von Trainer Julian Nagelsmann sorgte Justin Kluivert (55.) für die RB-Führung. Die Leihgabe von der AS Rom ließ den aus dem Tor geeilten Union-Keeper Andreas Luthe aussteigen und schob den Ball ins leere Tor. Marvin Friedrich (67.) erzielte nach einer Ecke den umjubelten Ausgleich. Es dauerte bis in die Nachspielzeit, bis Kruse (90.+2) die Saison der Köpenicker krönte. Leipzig verpasste es, einen neuen Punkterekord aufzustellen.

Vor dem Anpfiff verabschiedete Union seine Leihspieler Loris Karius und Taiwo Awoniyi unter dem Applaus der Fans offiziell. Die Zuschauer durften im Rahmen eines Pilotprojekts zurück ins Stadion An der Alten Försterei, so dass Union erstmals seit Oktober 2020 wieder vor Fans spielte. Die pflegten zunächst die alte Geisteratmosphäre. Aus Protest gegen RB Leipzig schwiegen die Anhänger in den ersten 15 Minuten. Diese Aktion hat bei Union Tradition, so hatte man sich bereits in anderen Bundesliga-Spielen gegen Leipzig selbst gefeiert. Nach einer Viertelstunde ertönten dann die Eisern-Union-Schlachtrufe und es kam etwas Fußball-Atmosphäre auf.

Bis dahin hatte lediglich Kruse für Aufregung gesorgt. Der Ex-Nationalspieler sah den Leipziger Torwart-Debütanten Josep Martinez zu weit vor seinem Kasten, doch der Heber aus gut 30 Metern ging knapp vorbei. Leipzig tat sich sehr schwer, hinter die Berliner Abwehrkette zu kommen. Union konterte lieber und war nah an der Führung, als Petar Musa (34.) nach Pass von Christopher Lenz am kurzen Pfosten scheiterte.

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Leipzig wurde erst eine Minute vor der Pause gefährlich. Emil Forsberg und Hee-chan Hwang scheiterten beide an Luthe, der Nachschuss von Marcel Sabitzer ging knapp am Pfosten vorbei. Seine vorletzte Halbzeit als Leipziger Trainer vor seinem Wechsel zu Bayern München hatte sich Nagelsmann anders vorgestellt. Zumal man nur ein Sieg die clubinterne Punktebestmarke von 67 Zählern verbessert hätte.

Nach 54 Minuten brachte Nagelsmann Yussuf Poulsen und Christopher Nkunku ins Spiel. Die Idee zündete umgehend. Nkunku nahm einen Unioner Fehlpass in der eigenen Hälfte auf, trieb den Ball noch bis zur Mittellinie und schickte dann Kluivert auf die Reise. Der niederländische U21-Nationalspieler hatte nach zuvor zwei unglücklichen Aktionen diesmal keine Probleme.

Union musste nun das Spiel machen, doch viel fiel ihnen zuächst nicht ein. Eine Ecke von Trimmel landete aber direkt auf dem Fuß von Friedrich, der volley zum Ausgleich traf. Union mühte sich nach Kräften, drängte auf die Führung. Kruse war schließlich in der Nachspielzeit zur Stelle und sorgte für Köpenicker Jubel.