08. Mai 2020 / 11:48 Uhr

Bundesliga-Neustart "heikle Situation": Union-Profi Neven Subotic kritisiert frühe Saison-Fortführung

Bundesliga-Neustart "heikle Situation": Union-Profi Neven Subotic kritisiert frühe Saison-Fortführung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Neven Subotic
Union-Profi Neven Subotic kann sich mit dem Gedanken der Fortsetzung der Bundesliga-Saison nicht anfreunden. © Soeren Stache
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Neven Subotic von Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Union Berlin hat sich gegen einen Re-Start der Bundesliga in einer Woche ausgesprochen. Nach wochenlangen Diskussionen steht fest, dass der Ball in der 1. und 2. Bundesliga ab dem 16. Mai wieder rollt - für den 31-jährigen Verteidiger die falsche Entscheidung.

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Nach wochenlangen Diskussionen steht seit dem gestrigen Donnerstag fest: Ab dem 16. Mai soll in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga der Ball wieder rollen. Spieler und Vereine müssen sich dabei an strenge Hygiene-Regeln halten und bestreiten ihre Spiele ohne Zuschauer. Während diese Entscheidung bei vielen Funktionären, Kickern und Fans für Erleichterung sorgte, hat Neven Subotic vom 1. FC Union Berlin große Zweifel an diesem Weg.

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In einem Interview mit BBC World Service sagte der 31-Jährige: "Ganz egal, wann wir starten, es wird zu früh sein. Wenn wir in ein paar Wochen starten, wird es zu früh sein. Selbst wenn wir in einigen Monaten starten, könnte es zu früh sein." Der Abwehrspieler, der in der Bundesliga auch für den FSV Mainz 05, Borussia Dortmund und den 1. FC Köln gespielt hat, engagiert sich seit Jahren mit seiner Stiftung für eine bessere Trinkwasserversorgung und Schulbildung in Äthiopien. In Berlin lebt Subotic umweltbewusst, besitzt beispielsweise kein Auto und fährt mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu Heimspielen und zum Training.

Subotic: "Finanzielle Aspekte wurden immer hervorgehoben"

Mit Blick auf die jüngste Entscheidung der DFL und ihrer Klubs prangert er an, dass Wirtschaftlichkeit dabei über der Gesundheit zu stehen scheint. "Die finanziellen Aspekte wurden immer wieder hervorgehoben." Zusätzlich brachte er an, dass die aktuelle Lage und Wiederaufnahme des Spielbetriebs auch für die Bundesliga-Profis selbst keine einfache Situation darstellt.

Internationale Pressestimmen zur Bundesliga-Fortsetzung

Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen zum Bundesliga-Re-Start gesammelt. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen zum Bundesliga-Re-Start gesammelt. ©

"Ich bin mir sicher, dass es das große Thema ist, dass alle mit sich herumtragen. Ich glaube, viele versuchen es zu verdrängen, um ihren Job erledigen zu können." Bei ihm persönlich spiele das bestehende Infektionsrisiko "auf jeden Fall" eine Rolle, verrät der zweifache deutsche Meister, der in der laufenden Saison für die Eisernen in 19 Spielen zum Einsatz kam und dabei einen Treffer erzielte.

"Es ist eine heikle Situation für uns alle. Es wird unmöglich sein, mit positiven Anmerkungen aus der Liga heraus zu kommen", glaubt Subotic, der mit seinem Team nach einem siebentägigen Trainingslager in Barsinghausen am 17. Mai (18 Uhr/Sky) mit einem Heimspiel gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München in die Restsaison startet, die in den kommenden Wochen einen engen Spielplan vorsieht, der ebenfalls eine große Herausforderung darstelle - gerade für Teams, die keine Mehrfachbelastung gewohnt seien: "Wir sind alle bereit, aber wir müssen in Betracht ziehen, dass wir als Spieler jetzt eine großes Risiko aufgebürdet bekommen haben - mit Blick auf die Belastung."

In Bildern: 50 ehemalige Spieler von Union Berlin – und was aus ihnen wurde.

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Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Union Berlin. ©

Die DFL hat aktuell mit zwei englischen Wochen geplant. "Ich mache mir Sorgen, dass sich jüngere Spieler, die ihren Körper noch nicht so gut kennen, verletzen. Wenn sie immer 100 Prozent geben wollen, obwohl sie eigentlich einen Tag Pause brauchen", gibt Subotic zu bedenken.

"Es wird um viel Risiko-Management gehen"

Obwohl ihm die Bedeutung der Fortsetzung der Saison durchaus bewusst sei, berge sie für ihn große Gefahren. "Es wird um viel Risiko-Management gehen und darum, die Saison mit möglichst wenigen Verlusten zu Ende zu bringen."