18. Oktober 2020 / 20:53 Uhr

Union-Sportchef Ruhnert über Bar-Ausflug von Kruse: "Gegen welche Regeln hat er verstoßen?"

Union-Sportchef Ruhnert über Bar-Ausflug von Kruse: "Gegen welche Regeln hat er verstoßen?"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Ruhnert hat sich über den Ausflug von Max Kruse in eine Berliner Shisha-Bar geäußert.
Oliver Ruhnert hat sich über den Ausflug von Max Kruse in eine Berliner Shisha-Bar geäußert. © Getty
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Der Ausflug von Ex-Nationalspieler Max Kruse in eine Berliner Bar sorgte vor dem Spiel von Union Berlin beim FC Schalke 04 für Diskussionen. Unions Sportchef Oliver Ruhnert äußerte sich nach der Partie zum Vorfall. Kruse habe gegen keine Corona-Schutzmaßnahmen verstoßen, betonte der Geschäftsführer.

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Nach dem Wirbel um den Ausflug von Max Kruse in eine Berliner Bar hat Oliver Ruhnert klar Stellung bezogen. "Wir wollen dieses Verhalten nicht, aber er hat als Privatperson nichts falsch gemacht", erklärte der Sport-Geschäftsführer des 1. FC Union Berlin nach dem 1:1 auf Schalke bei Sky. Kruse war in die Kritik geraten, weil er sich Medienberichten zufolge trotz steigender Corona-Fallzahlen in Berlin mit einigen anderen Personen in einer Bar am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg getroffen habe und offenbar ohne Maske und Mindestabstand virtuell Karten gespielt hatte. Zuvor gab es einen Aufruf auf Instagram. Trotz der Kontroverse stand Kruse gegen Schalke in der Startelf der Köpenicker.

Am Rande der Partie hatte Sky-Experte Dennis Aogo Kritik an Kruse geübt. "Ich hätte mir gewünscht, dass man da strenger sanktioniert", sagte der frühere Nationalspieler. "Er hat eine große Verantwortung." Ruhnert wies indes mehrfach darauf hin, dass Kruse keine Maßnahmen verletzt habe. "Gegen welche Regeln hat er verstoßen in Berlin?", entgegnete der Sportchef auf Nachfrage von Sky-Reporter Peter Hadernacke. "Er hat sich mit vier Leuten an einen Tisch gesetzt, innerhalb der Corona-Verordnungen." Es sei zwar "richtig (...), dass wir im Rahmen der DFL diese Aktionen nicht wollen", so Ruhnert weiter. "Aber wenn man die gesetzlichen Grundlagen nimmt, hat sich Max Kruse so bewegt, wie sich jeder Privatmensch bewegen darf."

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Der Ex-Schalke-Manager hatte mannschaftsintern dennoch darauf hingewiesen, dass alle Spieler der Berliner sich an die Regelungen der DFL zu halten haben. Das DFL-Konzept ist in vielen Punkten strikter als die gesetzlichen Corona-Verordnungen der Bundesländer. Es empfiehlt selbst bei niedriger Pandemie-Stufe "reduzierte Kontakte zur Nachbarschaft oder zur Öffentlichkeit" sowie "möglichst im Haus/in der Wohnung" zu bleiben. "Wir wollen diese Aktion nicht, wir finden sie auch falsch", stellte Ruhnert klar. "Wir haben eine Vorbildfunktion. Es ist aber nicht so, dass hier irgendwas passiert ist, das konträr zu den gesetzlichen Gegebenheiten gelaufen ist." Die DFL könne deshalb auch "nichts bestrafen, was nicht gegen die gesetzlichen Grundlagen verstößt".

Kruses Teamkollege Marvin Friedrich hatte zuvor bestätigt, dass "Herr Ruhnert es noch einmal angesprochen hat, dass wir uns definitiv an die Regelungen halten sollen". Man habe es "angesprochen und aus dem Weg geschafft", es sei allerdings nichts gewesen, was die Mannschaft in der Vorbereitung auf das Schalke-Spiel länger beeinträchtigt habe. "Es war nicht die cleverste Aktion, das weiß er selber", sagte Friedrich mit Blick auf Kruse. "Es war aber kein großes Thema".