15. Januar 2019 / 18:07 Uhr

Union Berlin: So tickt Neuzugang Nicolai Rapp

Union Berlin: So tickt Neuzugang Nicolai Rapp

Matthias Koch
Märkische Allgemeine Zeitung
Union-Neuzugang Nicolai Rapp soll die Defensive der Eisernen verstärken.
Union-Neuzugang Nicolai Rapp soll die Defensive der Eisernen verstärken. © Matthias Koch
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2. Bundesliga: Der Innenverteidiger wechselt überraschend von Erzgebirge Aue zu Union Berlin – bei den Eisernen hat er mit Marvin Friedrich und Florian Hübner zwei starke Konkurrenten.

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Am Montag erreichte Nicolai Rapp erschöpft Jerez de la Frontera. Der Neuzugang des 1. FC Union Berlin hatte quasi über Nacht die Seiten gewechselt. Obwohl der Innenverteidiger noch bis 2020 bei Erzgebirge Aue unter Vertrag stand, entschied er sich für den Wechsel zum Zweitligakonkurrenten aus der Hauptstadt. Möglich machte dies eine Ausstiegsklausel, über deren Inhalt der 22 Jahre alte Abwehrmann nur so viel verrät. „Jeder Berater gestaltet Verträge anders. Da kann man alles reinschreiben. In meinem Fall hat es geklappt, dass ich zu Union wechseln konnte.“

Rapp ist ein Absolvent der Hoffenheimer Fußball-Akademie. Von 2006 bis Dezember 2015 spielte er für die TSG. Unter Trainer Julian Nagelsmann wurde er 2014 gemeinsam mit seinen neuen Union-Mitspielern Grischa Prömel und Joshua Mees Deutscher A-Junioren-Meister. Nicht nur deswegen kommt sein Engagement bei Union einem kleinen Klassentreffen gleich. Denn auch mit Robert Zulj hat er schon bei Greuther Fürth, wo Rapp vor seinen 18 Monaten in Aue unter Vertrag stand, zusammen gekickt. „Das macht es mir sehr einfach, bei Union anzukommen.“

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Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Union Berlin. Zur Galerie
Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Union Berlin. ©
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Auch die rund 250 Anhänger von Union, die ihre Mannschaft ins achttägige Trainingslager in Andalusien begleitet haben, bereiteten dem bislang einzigen Winter-Neuzugang der Köpenicker einen warmen Empfang. Als Rapp am Montag seine erste Runde auf dem sonnengefluteten Trainingsgelände absolvierte, klatschten sie artig Beifall.

Sich voll reinhängen kann Rapp allerdings noch nicht. Beim Auer Auswärtssieg in Fürth (5:0) am 8. Dezember zog sich Rapp einen zweifachen Bänderriss im linken Sprunggelenk zu. Die im Auer Trainingslager begonnene Reha setzt Rapp nun im Union-Camp fort. „Ich gehe davon aus, dass ich in den nächsten Tagen das Training steigern kann. Ich hoffe, Ende der Woche im Training zu sein“, meinte Rapp. „Von der Fitness her sieht es ganz gut aus. Es gab keine Operation. Nach sieben Tagen saß ich schon wieder auf dem Fahrrad.“

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Auf den ersten Blick verwunderte die Verpflichtung von Rapp, auch wenn Dauerreservist Christoph Schösswendter kurz vor dem Beginn des Trainingslagers in seine Heimat zu Admira Wacker Mödling wechselte. Rapp war unumstrittener Stammspieler in Aue und Mitglied des Mannschaftsrates. Vor seiner Verletzung absolvierte er in dieser Saison 15 Zweitligapartien. Zudem trifft er in Berlin mit Marvin Friedrich und Florian Hübner auf zwei der stärksten Innenverteidiger der Liga. Union kassierte auch wegen dieser beiden Leistungsträger nur 15 Gegentreffer. Keine der anderen 17 Mannschaften kann eine bessere Defensive vorweisen.

Rapp weiß das genau. Dennoch nimmt er das Risiko in Kauf, erst einmal auf der Bank sitzen zu müssen. „Union ist etwas anderes als Aue. Das ist zwar dieselbe Liga, aber auf der sportlichen Ebene ist es ein Schritt nach vorn. Ich will mich bei Union durchsetzen“, erklärt Rapp. „Es herrscht ein großer Konkurrenzkampf. Das ist mir bewusst. Aber wir wollen alle das Maximale erreichen, Wenn es in die 1. Bundesliga ginge, wären wir alle überglücklich.“

Für Union ist Rapp auch eine Investition in die Zukunft nach dem möglichen Abgang von Friedrich. Im Sommer könnte Augsburg eine Option ziehen und Friedrich zurückholen.

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