12. August 2019 / 15:47 Uhr

Union Berlin-Torhüter Rafal Gikiewicz gegen Stimmungs-Boykott der Fans

Union Berlin-Torhüter Rafal Gikiewicz gegen Stimmungs-Boykott der Fans

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
<b>Rafal Gikiewicz:</b> Ist der aktuelle Stammtorwart der Unioner. In dieser Saison stand er in jedem Spiel im Tor und hielt neunmal den Kasten leer. Der Pole wechselte im vergangenen Sommer für 150.000€ von Bundesligist SC Freiburg zu den Eisernen.
Hofft auf eine ordentliche Stimmung zum Bundesliga-Auftakt: Union Berlin-Torwart Rafal Gikiewicz. © dpa
Anzeige

Bundesliga: Der Pole wendet sich per Instagram an die Köpenicker Fans.

Anzeige
Anzeige

Fußball-Torhüter Rafal Gikiewicz von Aufsteiger 1. FC Union Berlin hat sich gegen einen geplanten Fan-Boykott bei der Bundesliga-Premiere der Berliner gegen RB Leipzig ausgesprochen. „Euer geplanter Boykott in den ersten 15 Minuten ist nicht gut für uns Spieler. Ihr könnt gerne eine Choreo oder sonst etwas machen. Wir Spieler, zusammen mit Euch Fans, müssen unseren Gegnern zeigen, dass das UNSER Platz ist, UNSER Haus! Sie müssen spüren „Wellcome to Hell““, schrieb der 31-Jährige am Montag auf „Instagram“.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Liebe Fans, am Sonntag werden wir alle einen historischen Moment erleben! Wir haben in der letzten Saison sehr hart für diesen Moment gearbeitet! Wir alle, auch Ihr! Für alle Unioner ist das ein besonderer Moment! Euer geplanter Boykott in den ersten 15 Minuten ist nicht gut für uns Spieler. Ihr könnt gerne eine Choreo oder sonst etwas machen. Wir Spieler, zusammen mit Euch Fans, müssen unseren Gegnern zeigen, dass das UNSER Platz ist, UNSER Haus! Sie müssen spüren „Wellcome to Hell“, dass es NIE einfach ist gegen uns zu spielen. Fans, das ist meine persönliche Meinung! Ich bin Ausländer und es interessiert mich nicht, wer unser Gegner ist! Ich will einfach nur MIT EURER HILFE gewinnen. Ihr könnt alles machen, aber ein Boykott wird uns nicht helfen. Wir brauchen Eure Euphorie, Eure Gesänge, Eure Anfeuerungen!!! Alles Liebe Euer Giki

Ein Beitrag geteilt von Rafal Gikiewicz (@rgikiewicz) am

In der Anfangsviertelstunde des Spiels gegen den Champions-League-Teilnehmer wollen die organisierten Fans schweigen. Die Ultragruppierung Wuhlesyndikat hatte bekanntgegeben, man wolle mit der Aktion zeigen, dass man mit der Idee vom Fußball in Leipzig nicht einverstanden sei. Die Mannschaft ist von den Fans informiert worden, dass sich der Protest ausdrücklich nicht gegen sie richte.

Dennoch sind die Spieler alles andere als begeistert. Denn letztlich beeinflusst fehlende Unterstützung in erster Linie die Heim-Mannschaft negativ. „Das ist ein Fan-Ding, aber natürlich sind wir eigentlich dafür, dass die Fans uns anfeuern“, sagt Christopher Lenz.

In Bildern: Die Torhüter von Union Berlin seit 2000.

Klickt euch durch die Torhüter von Union Berlin seit 2000. Zur Galerie
Klickt euch durch die Torhüter von Union Berlin seit 2000. © dpa
Anzeige

Und der Verteidiger hat auch gleich eine plausible Begründung parat. „Man hat gerade in der letzten Saison in Spielen gegen Hamburg oder Magdeburg gesehen, wenn wir die Fans im Rücken haben, ist es für uns gefühlt einen Tick leichter“, betonte Lenz. Union holte aus beiden Spielen Siege, die maßgeblich zum Erreichen des Relegationsplatzes in der 2. Liga und dem späteren Aufstieg beitrugen.

Dass die Fans noch einmal einlenken? Unwahrscheinlich! Dass der Mannschaftsrat noch einmal versucht, gegenzusteuern? Ebenfalls Fehlanzeige. „Letztlich müssen wir das respektieren und konzentrieren uns auf die sportlichen Dinge“, sagt Kapitän Christopher Trimmel.

Auch Gikiewicz hofft auf ein Umdenken: „Ihr könnt alles machen, aber ein Boykott wird uns nicht helfen. Wir brauchen Eure Euphorie, Eure Gesänge, Eure Anfeuerungen!!!“ Einige Kommentare, die der Torwart daraufhin erhielt, wiesen aber nicht darauf hin, dass Teile der Fans die Spieler erhören werden.

Dabei ist der Protest der Union-Anhänger weder besonders kreativ noch besonders neu. Schon in den vorherigen beiden Spielen gegen Leipzig in den Spielzeiten 2014/15 und 2015/16 gab es Aktionen der Anhänger. So hatten sich 2014 etwa 20 000 Fans schwarze Plastiksäcke übergezogen. Negativen Einfluss aufs Ergebnis hatte das nicht, Union gewann 2:1.

Aktuelles vom 1. FC Union Berlin

In Leipzig nimmt man derartige Proteste gelassen hin und kommentiert sie nicht. RB ist Kummer und vor allem geschmacklosere Aktionen gewohnt. Erst in der Rückrunde der vergangenen Saison war Ex-Trainer Ralf Rangnick beim Spiel in Mönchengladbach durch Spruchbanner massiv beleidigt und verunglimpft worden.

Die Union-Profis werden das eiserne Schweigen also wohl oder übel über sich ergehen lassen müssen. Und sie denken lieber an die positiven Seiten, wie Lenz verriet: „Ich glaube, nach 15 Minuten werden sich alle erst mal die Ohren zuhalten müssen.“

Hier #GABFAF-Supporter werden

Wir kämpfen für den Amateurfußball! Trage Dich kostenlos ein und Du bekommst unseren exklusiven Newsletter mit allem, was den Amateurfußball in Deutschland bewegt. Außerdem kannst Du jeden Monat 2000 Euro Zuschuss für Deinen Verein gewinnen und entscheidest mit, wofür #GABFAF sich als nächstes einsetzt.

ANZEIGE: 50% auf dein Jako Herbst-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN