11. September 2021 / 11:44 Uhr

Union Berlin und das Spiel mit der Angst gegen den FC Augsburg

Union Berlin und das Spiel mit der Angst gegen den FC Augsburg

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Torschütze und Vorlagengeber: Taiwo Awoniyi (l.) und Max Kruse bejubeln Unions 1:0-Führung gegen Bayer 04 Leverkusen.
Sie sollen für Tore sorgen: Taiwo Awoniyi und Max Kruse sind Unions Lebensversicherung in der Offensive. © Andreas Gora/dpa
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Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin will seine Heimserie gegen den FC Augsburg ausbauen – in der Vorsaison siegten aber zweimal die bayerischen Schwaben. Union-Trainer Urs Fischer hofft, dass es dieses Mal "anders ausschaut".

Wie gut es den 1. FC Union Berlin 2018 erwischt hat, als der Fußballverein aus Köpenick Oliver Ruhnert zum Manager ernannte, wird dieser Tage anhand einer Statistik wieder deutlich: 18 Heimspiele lang haben die von Ruhnert eingekauften und ausgeliehenen Spieler, die das rote Union-Trikot tragen und getragen haben, kein Bundesliga-Heimspiel mehr verloren. Dortmunder, Bayern, Leverkusener, zuletzt die Gladbacher, alle reisten sie recht bedient wieder ab. Das letzte Team, das drei Punkte aus dem Berliner Südosten entführte, war der FC Augsburg – jener Gegner, der an diesem Samstag (15.30 Uhr/live bei Sky) wieder sein Glück im Stadion An der Alten Försterei sucht. „Wir werden am Samstag versuchen, dass es anders ausschaut. Aber Angst werden wir ganz sicher nicht haben“, sagte Unions Trainer Urs Fischer vor dem Duell mit dem zumindest kleinen Angstgegner.

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Ziemlich genau ein Jahr ist es her, als die bayerischen Schwaben Union 3:1 schlugen, lediglich der inzwischen an Schalke 04 abgegebene Marius Bülter hatte für Union getroffen. 4600 Zuschauer sahen zu, wie FCA-Torwart Rafal Gikiewicz bei seiner Rückkehr an alter Wirkungsstätte breit lächelnd den Platz verließ. Auch im Rückspiel war der FCA besser und gewann 2:1.

1. FC Union Berlin: Zu- und Abgänge der Saison 2021/22.

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Alle Zu- und Abgänge von Union Berlin für die Saison 2020/21: ©

Dieses Mal scheinen die Vorzeichen günstiger. Die Berliner wirken in dieser frühen Phase der Saison schon wieder erstaunlich gut eingespielt, der Kader ausbalanciert. Mit dem letzten Zugang – Kevin Möhwald kam von Werder Bremen – scheint Manager Ruhnert auch jene Lücke im zentralen Mittelfeld geschlossen zu haben, die Robert Andrichs Abgang nach Leverkusen riss.

In einem Pressegespräch gab sich Möhwald unter der Woche freudig gespannt und weckte Erwartungen. Er verstehe sich als Mittelfeldspieler, der gerne den Ball habe, seine spielerischen Möglichkeiten ausschöpfe. „Ich bin da schon relativ mutig, die Bälle zu fordern, die Bälle nach vorne zu tragen“, sagte er. Ihn zeichne aus, „auch mal das Risiko zu suchen“. Wenn es nach ihm ginge, könnte er gegen Augsburg schon in der Startformation stehen.

30 Mann umfasst der Kader, eine, mit Blick auf die Zusatzbelastung Conference League, vernünftige Größe. Trainer Fischer, der gerne den Nutzen des Kollektivs betont, dürfte schon in den kommenden Wochen fleißig rotieren. „Rotation ist so ein Punkt, um das Bestmögliche hinzubekommen“, sagte er. Binnen 23 Tagen stehen sechs Pflichtspiele für die Berliner auf dem Programm, darunter der Conference-League-Auftakt am Donnerstag bei Slavia Prag.

Doch der kleinste der drei Europapokalwettbewerbe ist für Fischer noch weit weg. Erstmal zählt Augsburg. Dass der Gegner einen äußerst schwachen Saisonstart hingelegt hat, irritiert Fischer ein wenig. „Augsburg ist sicher nicht optimal gestartet, wenn es um die Resultate geht“, sagte er über die FCA-Ausbeute von nur einem Punkt aus drei Spielen. Aber nach dem Video-Studium aller drei Spiele des FCA könne er sagen: „Es hätte auch anders laufen können.“


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Vielleicht wäre es für die Berliner sogar besser gewesen, wenn es anders gelaufen wäre und die Augsburger nicht als Tabellen-17. mit grausigen 1:8 Toren anreisen würden. Im Hurra-Stil wird die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl angesichts dieser Bilanz sicherlich nicht das Stadion stürmen wollen. Die Berliner werden wohl auf kompakte Defensive treffen und selbst die Initiative ergreifen müssen.

Fischers Elf behagt die Favoritenrolle allerdings immer noch nicht, Spielgestalter Max Kruse hat das zuletzt bemängelt – trotz des 2:1-Sieges über Borussia Mönchengladbach. „Fußballerisch war es kein Schmankerl“, sagte Kruse. Ihm gefalle Unions Spielweise im Moment nicht, „weil wir viele lange Bälle spielen. Das ärgert mich auch ein bisschen, aber wir haben Erfolg und das ist alles, was zählt.“