18. September 2022 / 18:16 Uhr

"Ganze Zeit erträumt": Union-Verteidiger Baumgartl gibt emotionales Comeback nach Krebserkrankung

"Ganze Zeit erträumt": Union-Verteidiger Baumgartl gibt emotionales Comeback nach Krebserkrankung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Timo Baumgartl gab gegen den VfL Wolfsburg sein Comeback für Union Berlin.
Timo Baumgartl gab gegen den VfL Wolfsburg sein Comeback für Union Berlin. © IMAGO/Jan Huebner (Montage)
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Timo Baumgartl ist zurück. Rund vier Monate nach dem Bekanntwerden seiner Krebserkrankung stand der Verteidiger am Sonntag wieder in der Startelf von Union Berlin. Nach der Partie gab sich der 26-Jährige emotional.

Es war die Geschichte der Partie: Etwas mehr als vier Monate hatte Timo Baumgartl nach Bekanntwerden seiner Hodenkrebserkrankung pausieren müssen. Nach einer Operation und einer Chemotherapie kehrte er am Sonntag in die Startelf von Union Berlin zurück – und war beim 2:0 gegen den VfL Wolfsburg als Stabilisator in der Defensive der "Köpenicker" ein wichtiger Faktor. "Das ist genau das, was ich mir während der Chemo die ganze Zeit erträumt habe, so zurückzukommen, zu gewinnen und in der Startelf zu spielen", sagte ein emotionaler Baumgartl nach der Partie beim Streamingdienst DAZN.

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Rund eine Stunde lang durfte Baumgartl, der in der Vorwoche gegen den 1. FC Köln (1:0) zwar schon wieder zum Kader gehörte, aber nicht zum Einsatz kam, bei seiner Rückkehr in der Abwehrzentrale ran, ehe er unter großem Beifall von Trainer Urs Fischer ausgewechselt worden war. Mit seinem Comeback wolle er als positives Beispiel voran gehen und für andere Menschen als Vorbild dienen. "Das ist für alle, die ich auf der Onkologiestation kennengelernt habe, die da vielleicht auch ein bisschen Hoffnung durch meinen Fall bekommen haben", sagte der 26-Jährige: "Für die alle habe ich das auch ein bisschen gemacht".

Doch auch für ihn selbst seien es "emotionale Momente" gewesen, vor lautstarker Kulisse an der Alten Försterei der Berliner bei der Rückkehr seines Teams an die Tabellenspitze mitzuhelfen. "Das ist schwer in Worte zu fassen. Die Zeit war hart, aber ich wurde so gut von den Kollegen aufgenommen. Es ist ein schönes Gefühl, dass man mit dem Sieg nach Hause geht", erklärte Baumgartl, der sich auch mit Blick auf die Tabellensituation beeindruckt vom Teamwork der "Eisernen" zeigte: "Man merkt einfach, dass wir Selbstvertrauen haben und uns so eine Niederlage im Europapokal nicht umwirft."

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Nach dem 0:1 in der Europa League gegen Sporting Braga zeigten die Berliner also eine gelungene Reaktion, stehen nun zwei Punkte vor Borussia Dortmund überraschend nach sieben Spielen ganz oben in der Bundesliga – und gehen zudem mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause. "Ich fand es beeindruckend, wie die Mannschaft heute geliefert hat. Es war für mich eine sehr reife Leistung", stellte auch Trainer Urs Fischer seinem Team ein positives Zeugnis aus. Mit Baumgartl hat er in der Defensive nun wieder eine Option mehr.