27. Juni 2020 / 18:39 Uhr

Kommentar zum Werder-Wunder: Bremen-Retter Union Berlin verdient eine eigene Schale

Kommentar zum Werder-Wunder: Bremen-Retter Union Berlin verdient eine eigene Schale

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Werder Bremen hat sich auch dank der Hilfe von Union Berlin in die Relegation gerettet. RND-Sportchef Heiko Ostendorp findet, dass die Berliner für ihre Leistung gegen Fortuna Düsseldorf auch die Schale verdient hätten.
Werder Bremen hat sich auch dank der Hilfe von Union Berlin in die Relegation gerettet. RND-Sportchef Heiko Ostendorp findet, dass die Berliner für ihre Leistung gegen Fortuna Düsseldorf auch die Schale verdient hätten. © gumzmedia/nordphoto/imago images/Matthias Koch/Montage
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Werder Bremen hat sich am letzten Spieltag der Bundesliga noch in die Relegation gerettet, dank eines eigenen 6:1-Sieges gegen den 1. FC Köln und dank der Schützenhilfe von Union Berlin gegen Konkurrent Düsseldorf. RND-Sportchef Heiko Ostendorp zieht den Hut vor der Leistung der Berliner, die Sportsgeist an den Tag legten.

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Natürlich gilt der erste Glückwunsch nach dem Abpfiff der Fußball-Saison dem neuen und alten deutschen Meister, dem FC Bayern München. Gratulation auch an Borussia Mönchengladbach, das sich am letzten Spieltag Platz 4 und damit die Qualifikation für die Champions League sicherte. Doch das mit Abstand größte Kompliment hat sich eine andere Mannschaft verdient, die keinen Titel gewann und auch nichts mit Europa zu tun hat: Union Berlin!

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Nicht nur, weil sich der tapfere Aufsteiger bereits letzte Woche vorzeitig den Klassenerhalt sicherte und eine grandiose Saison spielte. Nein, vor allem, weil die Eisernen zeigten, dass es auch in der Bundesliga doch so etwas wie echten Sportsgeist gibt. Durch das 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf avancierte Union zum Werder-Retter und verhalf den Bremern unverhofft noch zur Teilnahme an der Relegation. Selbstverständlich, könnte man denken. Ist es aber (leider) nicht.

Schauen Sie sich beispielsweise Borussia Dortmund an. Oberpeinlich, wie der BVB sich vorletzte Woche zu Hause gegen Mainz blamierte und somit in den Abstiegskampf eingriff. Am Samstag setzten die Schwarzgelben dem Ganzen die Krone auf, ließen sich daheim beim 0:4 von Hoffenheim vorführen und sorgten dafür, dass die TSG als Sechster direkt in die Europa League marschierte.

Der Absturz von Werder Bremen in Bildern

Unterschiedlicher könnte die Stimmung kaum sein: 2004 holte Werder Bremen noch unter Trainer Thomas Schaaf (Bild links) die Deutsche Meisterschaft. 16 Jahre später droht der ganz große Absturz. Die Bremer könnten in der Relegation nach der Saison 2019/20 zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte absteigen. Eine Chronologie des Absturzes. Zur Galerie
Unterschiedlicher könnte die Stimmung kaum sein: 2004 holte Werder Bremen noch unter Trainer Thomas Schaaf (Bild links) die Deutsche Meisterschaft. 16 Jahre später droht der ganz große Absturz. Die Bremer könnten in der Relegation nach der Saison 2019/20 zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte absteigen. Eine Chronologie des Absturzes. ©

Der lustlose Auftritt des 1. FC Köln in Bremen ist nicht minder unsportlich

Nicht minder unsportlich, wie lustlos der gerettete 1. FC Köln beim 1:6 in Bremen agierte. Dazu nur ein Fakt: Werder schoss in diesem Spiel genauso viele Tore wie in allen 16 Heimspielen zuvor zusammen… .

Union dagegen gab trotz vorzeitiger Rettung und Partymarathon in der vergangenen Woche noch mal alles, warf sich in jeden Zweikampf - auch ohne Fans im Stadion an der Alten Försterei. Diese Einstellung hat nicht nur eine Würdigung verdient – man sollte den Berlinern eine eigene Schale verleihen.