10. Juli 2020 / 19:23 Uhr

Ungewöhnliche Idee für ein volles Stadion: Union Berlin will Corona-Test für alle Zuschauer zahlen

Ungewöhnliche Idee für ein volles Stadion: Union Berlin will Corona-Test für alle Zuschauer zahlen

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Union-Fans;
1. FC Union Berlin - SG Dynamo Dresden; Fußball; 2. Liga; Saison 2018/2019; 11. Spieltag; Stadion An der Alten Försterei; Berlin; 28. Oktober 2018; Foto: Dennis Hetzschold
Union Berlin will schnellstmöglich wieder in einem ausverkauften Stadion spielen. © Dennis Hetzschold
Anzeige

Der Berliner Bundesligist will vor seinen Heimspielen alle gut 22.000 Zuschauer auf das Coronavirus testen - und die Kosten dafür selbst tragen. Erste Gespräche dazu laufen bereits.

Anzeige
Anzeige

Union Berlin will in der Corona-Krise einen ungewöhnlichen Weg gehen: Der Berliner Bundesligist will vor den Heimspielen im Stadion An der Alten Försterei alle Zuschauer auf das Coronavirus testen und somit wieder vor einem ausverkauften Haus spielen. Das teilten die Eisernen am Freitagabend in einer Pressemitteillung mit. „Unser Stadionerlebnis funktioniert nicht mit Abstand, und wenn wir nicht singen und schreien dürfen, dann ist es nicht Union. Gleichzeitig steht die Sicherheit unserer Besucher und Mitarbeiter im Mittelpunkt unserer Überlegungen. Wir wollen bestmöglich gewährleisten, dass sich in unserem ausverkauften Stadion niemand infiziert – das gilt für Unioner und gleichermaßen auch für Gästefans“, erklärt Präsident Dirk Zingler.

Mehr vom SPORTBUZZER

Dafür sollen alle 22.012 Zuschauer vor dem Spiel getestet werden. Zugang zum Stadion erhalte man dann mit einer gültigen Eintrittskarte und einem negativen Testergebnis, das zum Zeitpunkt der Stadionschließung nicht älter als 24 Stunden sein darf. Die Kosten für den Test will der Verein übernehmen. "Uns geht es darum, den Menschen den Fußball zurückzugeben, den sie lieben und nach dem sie sich sehnen und – auch das haben wir in den letzten Monaten immer wieder betont – die Menschen, die darauf dringend angewiesen sind, wieder in Arbeit zu bringen", sagt Zingler.

Der Verein lote aktuell verschiedene Möglichkeiten aus, die in ausreichender Menge zur Verfügung stehenden Testkapazitäten binnen 24 Stunden einsetzen zu können, heißt es in der Mitteilung. Erste Gespräche mit möglichen Partnern zur Umsetzung eines solchen Konzeptes würden bereits laufen. "Sobald die organisatorischen Rahmenbedingungen konkretisiert sind, wird der 1. FC Union Berlin das Konzept dem zuständigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick und des Landes Berlins vorstellen", schließt die Mitteilung des Vereins

Die Marktwerte vom 1. FC Union Berlin (Stand: 8. Juli 2020)

Das sind die neuen Marktwerte von Union Berlin Zur Galerie
Das sind die neuen Marktwerte von Union Berlin © Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

Schon im Programmheft vor dem letzten Heimspiel hatte Zingler wieder darauf gepocht, Zuschauer ins Stadion zu lassen. „Der 1. FC Union Berlin ist organisatorisch bereit, alles in seiner Kraft stehende zu tun, um in seinem Stadion so bald wie möglich wieder Menschen ohne Abstand zueinander zu empfangen. Der einfache Weg war für Union noch nie eine Option“, sagte er.