03. Mai 2021 / 19:55 Uhr

Union, Leipzig, Mainz: Darum geht's für die letzten Wolfsburg-Gegner

Union, Leipzig, Mainz: Darum geht's für die letzten Wolfsburg-Gegner

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Endspurt: Der VfL Wolfsburg hat noch drei Partien vor der Brust - und sowohl bei Union als auch beo Leipzig und Mainz geht's noch um etwas.
Endspurt: Der VfL Wolfsburg hat noch drei Partien vor der Brust - und sowohl bei Union als auch beo Leipzig und Mainz geht's noch um etwas. © (c) AFP-Pool
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Der VfL Wolfsburg befindet sich im Saison-Endspurt und muss dort noch gegen Union Berlin, bei RB Leipzig und gegen Mainz 05 antreten - für zwei Gegner könnte es in den Duellen mit dem VfL schon um nichts mehr gehen.

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Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit: Schafft es der VfL Wolfsburg in die Champions League oder geht's "nur" in die Europa League, die der Fußball-Bundesligist durch die Ergebnisse im Pokal-Halbfinale schon sicher hat? Drei Spiele hat die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner, dessen Zukunft nach wie vor ungeklärt ist, noch vor der Brust. Am Samstag (15.30 Uhr) geht's gegen Union Berlin, dann bei RB Leipzig und zum Abschluss gegen Mainz 05 um wichtige Punkte - und für zwei könnte es vor den Duellen schon um nichts mehr gehen.

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Los geht's für die Wolfsburger gegen die Hauptstädter - und die schielen noch auf die europäische Bühne. Denn wahrscheinlich ist, dass am Ende der Bundesliga-Siebte noch in der neuen "Conference League", der dritten europäischen Liga, spielen darf. Aufsteiger Union Berlin steht als Achter punktgleich hinter dem Siebten Mönchengladbach und hat darum allerbeste Aussichten, im nächsten Jahr international vertreten zu sein.

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Allerdings gehen die Meinungen zu diesem Wettbewerb bei Union auseinander. "Da können andere spielen", hatte Ex-VfLer Max Kruse Mitte März gesagt. "Europa League hätte ich Bock drauf. Conference League hätte ich irgendwie keinen Bock drauf. Ich weiß noch nicht einmal, was das ist." Anders sieht es hingegen Union-Manager Oliver Ruhnert: "Wenn ein Verein wie der 1. FC Union Berlin mit seinen Möglichkeiten, seiner Vergangenheit einen solchen Platz erreichen kann, ist das für die Menschen hier in Köpenick ein Wahnsinn.“ Nach dem Spiel in Wolfsburg müssen die Köpenicker noch bei Bayer Leverkusen und gegen RB Leipzig antreten.



Leipzig ist für den VfL der nächste Gegner nach der Union-Partie. Ein möglicher Vorteil für Wolfsburg: Das Duell steigt drei Tage nach dem Pokalfinale zwischen RB und Borussia Dortmund. In der Liga liegen die Sachsen aktuell mit 64 Punkten auf Rang zwei - haben sowohl sieben Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München und Vorsprung auf die drittplatzierten Wolfsburger. Heißt: Sollte RB am Samstag bei Borussia Dortmund gewinnen und der FCB gegen Borussia Mönchengladbach drei Punkte holen, stünde das Team von Noch-Trainer Julian Nagelsmann (wird im Sommer Bayern-Coach) schon vor dem VfL-Spiel als Vizemeister fest - das würde dem 33-Jährigen viel bedeuten, wie er vor einem Monat betont hatte: "Nach aktuellem Stand ist unser erfolgreichster Punkt, den wir noch erreichen können, Zweiter zu werden. Und das ist ein Platz besser als vergangenes Jahr.“

Bleiben die Mainzer, das fünftbeste Rückrunden-Team der Liga. Durch das 1:1 am Montag im Nachholspiel gegen Hertha BSC hat der FSV nun 28 Punkte (so viele wie der VfL) in der zweiten Saisonhälfte schon gesammelt, sich damit aus dem Tabellenkeller manövriert. Bei sechs Zählern Vorsprung auf Relegationsplatz 16 haben die 05er den Klassenerhalt zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch nicht sicher, das könnte aber der Fall sein, wenn die Mainzer am 34. Spieltag in der VW-Arena gastieren - aber es wird schwer. Schließlich spielt das Team von Trainer Bo Svensson vor der Wolfsburg-Partie noch bei der heimstarken Eintracht aus Frankfurt und gegen Dortmund. Mit einem Sieg wäre Mainz wohl gerettet.

Aber hilft es eigentlich, wenn es für den Gegner noch um etwas geht? Oder ist es schwieriger, gegen Teams zu spielen, die ohne Druck antreten? Die Erfahrungen von VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer sind da „unterschiedlich“, wie er sagt. Wichtiger aber ist ohnehin: „wir können jasowieso nicht in die Köpfe der Spieler von Union, Leipzig oder Mainz schauen, das wollen wir auch gar nicht. Denn es kommt für uns ausschließlich darauf an, den Fokus auf unsere Aufgabe zu legen, uns nicht mit der Situation des Gegners zu beschäftigen. Wir können nur unsere tägliche Arbeit beeinflussen.“ Darum ist es Schäfers „klare Erwartungshaltung“, dass die Mannschaft entsprechend konzentriert auftritt – gerade, weil die Champions League in Reichweite ist. „Es ist wichtig, das eigenen Spiel durchzuziehen. Und das wollen wir jetzt weiterhin tun – und uns nicht mit Faktoren beschäftigen, die wir nicht beeinflussen können.“