05. November 2020 / 18:57 Uhr

Unklar wann Regionalliga Nordost weitergeht: 1. FC Lok Leipzig trainiert reduziert

Unklar wann Regionalliga Nordost weitergeht: 1. FC Lok Leipzig trainiert reduziert

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
RegioNordost
Aktuell ist die Chancengleichheit in der Liga nicht gegeben. © dpa
Anzeige

In Berlin, Brandenburg und teilweise in Sachsen darf trotz zweitem Corona-Lockdowns trainiert werden, in Thüringen und Sachsen-Anhalt nicht. Lok Leipzigs Geschäftsführer Martin Mieth und NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs sind sich einig, dass so schnell wie möglich gleiche Voraussetzungen für alle geschaffen werden müssen.

Anzeige

Leipzig. Djamal Ziane ist ballvernarrt. „Ich glaube, ich spreche jedem Fußballer aus der Seele: Keiner geht gerne nur laufen“, erzählt er von den Vorlieben seiner Zunft. Nun kann der Toptorjäger des 1. FC Lok Leipzig trotz Saisonunterbrechung auf ungewisse Zeit wenigstens ein wenig Durchatmen. Die nächsten zwei Wochen werden sich Ziane und seine Kollegen gemeinsam fit halten.

Anzeige

Liga pocht auf Ausnahme-Regeln

„Es ist ein sehr eingeschränktes Training, nicht mit normalem Mannschaftstraining zu vergleichen. Es geht um den Erhalt der Fitness. Wir können nicht voll trainieren, solange wir nicht wissen, wie der Spielbetrieb weitergeht“, so Loks Geschäftsführer Martin Mieth. Zudem werden die Probstheidaer Kurzarbeit anmelden.

Mehr zu Lok Leipzig

So geschehen bereits während des ersten Corona-Lockdowns, als die Lok-Profis über 90 Tage individuell schuften mussten. Ziane weiß: „Klar trainiert man lieber auf dem Platz und schießt aufs Tor.“ Das geht den Menschen wie den Leuten, den Amateuren wie den Profis. Doch was ist eigentlich was?

Diese Frage stellt sich bei der Hybrid-Regionalliga Nordost. Zur Lösung trafen sich am Mittwoch die Clubvertreter per Videokonferenz mit dem NOFV. Erkenntnisse? Die Nordost-RL pocht auf die Ausnahme-Regeln für den Profisport und will „möglichst zeitnah und flächendeckend“ in den Spielbetrieb zurückkehren, so Holger Fuchs.

Terminplan wird eng

Der NOFV-Geschäftsführer begründet: „Das ist eine Spielklasse mit professionellen Strukturen, 88 Prozent der Akteure sind Vertragsspieler.“ Daher bereite der NOFV ein Schreiben an die Sportminister der fünf zuständigen Landesregierungen vor, in dem um Unterstützung und andere Sichtweise geworben wird.

Ziel ist, dass Mitte November die Zwangspause aufgehoben wird. „Wir müssen erst gleiche Voraussetzungen für alle schaffen“, betont Fuchs jedoch. Derzeit können die Clubs in Berlin, Brandenburg und teilweise in Sachsen trainieren, in Thüringen und Sachsen-Anhalt nicht. Mieth wünscht sich ebenfalls: „Chancengleichheit muss gegeben sein.“

Doch auch dann stellt sich die für viele Vereine existenzielle Zuschauerfrage. „Geisterspiele sind für uns keine wirkliche Option“, stellt Mieth klar. Nach SPORTBUZZER-Information soll trotzdem die Mehrheit der Vereine, unter ihnen auch Clubs mit höheren Zuschauerzahlen, nicht gegen Geisterspiele sein. Klar ist: Egal wann es weitergeht, der Terminplan wird eng. Der ohnehin aufgeblähten RL fehlt ein Monat, hinzu kommen die vorprogrammierten witterungsbedingten Spielabsagen im Winter.