26. Mai 2017 / 21:33 Uhr

Unterhaltsame Fußball-Diskussion an der HHL mit Martin Kind und RB-Finanzvorstand Florian Hopp

Unterhaltsame Fußball-Diskussion an der HHL mit Martin Kind und RB-Finanzvorstand Florian Hopp

Uwe Köster
SPORTBUZZER-Nutzer
Unterhaltsame Fußball-Diskussion an der HHL mit Hannover-96-Präsident Martin Kind und RB-Finanzvorstand Florian  Hopp USER-BEITRAG
Unterhaltsame Fußball-Diskussion an der HHL mit Hannover-96-Präsident Martin Kind und RB-Finanzvorstand Florian Hopp
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„Auch RB Leipzig wird mal in ein Tal kommen.“

Leipzig. Die HHL Leipzig hat Studierende von Wirtschaftshochschulen aus ganz Europa zum Fußball-Turnier geladen. Beim Auftakt war zunächst der Geist gefordert. HHL-Professor und Fußball-Forscher Henning Zülch diskutierte mit Hannover 96-Präsident Martin Kind und RB Leipzig-Finanzvorstand Florian Hopp zum Thema „Think global, act local“.

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Dass die Gäste bester Laune waren, versteht sich. Kind freut sich, dass mit dem Bundesliga-Aufstieg seiner 96er der „Betriebsunfall Abstieg“ repariert ist. Hopp scheint sich immer noch kneifen zu müssen über eine Saison, „in der alle Erwartungen weit übertroffen wurden“. Martin Kind sei das klar gewesen. „Es wurde so viel Professionalität zusammengeholt, das musste ein Erfolgsmodell sein.“ Als der bekennende Verfechter der 50+1-Regel noch sagte „Ich freue mich riesig über RB Leipzig. Ich unterstütze das Modell ohne Wenn und Aber“ war klar, dass es in der Diskussion keine Kontroversen geben würde. Dass beide Vereine aber in unterschiedlichen Sphären denken, wurde schnell klar. Kind erzählte, dass es in Hannover nun darum gehe, eine bundesligataugliche Mannschaft zusammenzustellen. Und zehn Millionen Euro Verlust habe man im letzten Jahr gemacht, auch deshalb sei der Aufstieg „alternativlos“ gewesen.

„Bei 100 Millionen für Keita geht mir natürlich das Herz auf.“

Andere „Sorgen“ bei RB. Hopp musste erklären, dass wegen der Begehrlichkeiten aus England oder Spanien die selbst auferlegte Gehaltsobergrenze bei Spielern fallen wird. Dass vier, fünf neue Leute („maximal 24 Jahre alt“) geholt werden müssen. Und dass RB nur bei einem „astronomisch hohen Angebot“ für einen seiner Spieler schwach werden würde. „Bei 100 Millionen für Keita geht mir natürlich das Herz auf.“ Wohlgemerkt, die Meinung des Finanzvorstands.

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Globale Ausrichtung beider Vereine unterschiedlich

Auch was die globale Ausrichtung angeht, ticken die beiden Vereine verschieden. Kind: „RB wird auch das mit höherer Dynamik betreiben. Hannover bleibt eine Regionalmarke, wir werden im unteren Drittel der Bundesliga dümpeln. Der FC Bayern macht 550 Millionen Euro Umsatz pro Jahr, wir 80 Millionen. Wie soll man das aufholen? Ich mache mir viele Gedanken darüber und finde keine Antworten.“

Hopp gab sich bescheiden. „Wir machen doch jetzt alles zum ersten Mal. Wir wollen vor allem lernen, von den Global Playern und auch vom US-Sport.“ Außerdem: „Nächste Saison sind wir nicht mehr Jäger, sondern Gejagte. Wir sind keine Überraschungsmannschaft mehr. Und wir haben eine Dreifachbelastung. Wenn wir eine sorgenfreie Saison spielen und Sechster oder Siebter werden, würde ich das sofort unterschreiben.“ Martin Kind mit der Weisheit von 20 Jahren im Fußball-Business: „Auch RB wird mal in ein Tal kommen.“ Die Studenten bekamen den Eindruck, dass das noch dauern dürfte.