04. Dezember 2019 / 19:32 Uhr

„Unterschiedsspieler“ Hochscheidt will in Aue alt werden

„Unterschiedsspieler“ Hochscheidt will in Aue alt werden

dpa
Jan Hochscheidt (links) jubelt nach seinem Tor im Oktober 2018 gegen Arminia Bielefeld mit Dennis Kempe, Dimitrij Nazarov, Emmanuel Iyoha und Philipp Riese.
Jan Hochscheidt (links) jubelt nach seinem Tor im Oktober 2018 gegen Arminia Bielefeld mit Dennis Kempe, Dimitrij Nazarov, Emmanuel Iyoha und Philipp Riese. © dpa
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Am Samstag wird Jan Hochscheidt dem FC Erzgebirge Aue im Auswärtsspiel bei Hannover 96 wieder zur Verfügung stehen. Darüber ist vor allem Trainer Dirk Schuster froh, denn der Mittelfeldspieler kann den Unterschied ausmachen.

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Aue. Wenn Fußball-Profi Jan Hochscheidt auf Hannover 96 angesprochen wird, leuchten beim Mittelfeldspieler von Erzgebirge Aue die Augen. Dabei hat er nie für die Niedersachsen gespielt. „Aber dafür habe ich einen der schönsten Siege in meiner Karriere gegen Hannover gefeiert“, sagte Hochscheidt rückblickend auf das 3:0 im April 2014 mit seinem damaligen Club Eintracht Braunschweig in der Bundesliga: „Ich habe das dritte Tor in diesem brisanten Derby geschossen. Anschließend stand ganz Braunschweig Kopf. Das war schon etwas Besonderes.“

Am Samstag (13 Uhr) wird Hochscheidt in der 2. Bundesliga erneut auf Hannover treffen, diesmal mit Aue. „Es ist unser letztes Auswärtsspiel in diesem Kalenderjahr. Wir wollen eine gute Leistung abliefern und auf jeden Fall etwas Zählbares mitnehmen“, äußerte sich der 32-Jährige zuversichtlich.

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Das waren die Neuzugänge von Erzgebirge Aue im Juni 2018 (von links): Luke Hemmerich, Tom Baumgart, Steve Breitkreuz, Jan Hochscheidt und Trainer Daniel Meyer. Zur Galerie
Das waren die Neuzugänge von Erzgebirge Aue im Juni 2018 (von links): Luke Hemmerich, Tom Baumgart, Steve Breitkreuz, Jan Hochscheidt und Trainer Daniel Meyer. ©

Hochscheidt geht etwas ausgeruhter in die Partie als seine Teamkollegen. Denn der Blondschopf fehlte den Sachsen in den beiden vergangenen Spielen gegen St. Pauli und in Bochum aufgrund einer Rot-Sperre. Diese hatte er sich am 11. November in der Auswärtspartie beim Karlsruher SC eingehandelt. „Ich denke, dass es schlimmere Fouls gibt. Aber die Sache ist abgehakt. Ich habe mich mit Gegenspieler Marco Thiede in den Arm genommen – was soll ich da noch sagen“, wollte Hochscheidt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur nicht weiter auf den ersten und einzigen Platzverweis in seiner Laufbahn als Fußballprofi eingehen.

Hochscheidt schafft Räume

Hochscheidt mochte lieber über den erfolgreichen Saisonverlauf mit seiner Mannschaft sprechen. Mit 23 Punkten gehören die „Veilchen“ zur Verfolgergruppe des Spitzentrios um Tabellenführer Arminia Bielefeld. Es deutet vieles darauf hin, dass die Erzgebirger nach mehreren Zittereinlagen in den vergangenen Jahren diesmal stressfrei durch die Spielzeit kommen. „Wir haben eine sehr gute Vorbereitung hingelegt und wussten, dass wir bei unserem Startprogramm gegen vermeintliche Konkurrenten von Anfang an punkten müssen. Das haben wir geschafft und zehren jetzt immer noch davon. Dazu sind wir in dieser Saison sehr heimstark“, erklärte Hochscheidt. Er selbst steuerte vier Tore und zwei Vorlagen zur guten Zwischenbilanz bei.

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Doch diese Zahlen drücken nur ansatzweise aus, wie wichtig Hochscheidt für die Mannschaft ist. Denn der technisch starke Kicker leitet viele Angriffe der Auer ein und bindet mehrere Gegenspieler. Das schafft Räume für die Kollegen. „Jan ist ein Unterschiedsspieler in dieser Liga. Er macht Sachen, die oft für den Gegner und manchmal auch für ihn selbst überraschend sind“, betonte Schuster mit einem Lächeln: „Er ist eben ein Schlitzohr, der für uns sehr wertvoll und für unsere Kontrahenten sehr gefährlich ist.“

Familie Hochscheidt fühlt sich wohl

Aufgrund dieser individuellen Stärken wollen die Auer Verantwortlichen den bis 2021 laufenden Vertrag mit Hochscheidt zeitnah verlängern. In den vergangenen Wochen hatten bereits die Leistungsträger Clemens Fandrich, Philipp Riese, Tom Baumgart, Dimitrij Nazarov, Philipp Zulechner und Pascal Testroet neue Kontrakte bis 2023 unterschrieben. Wann folgt Hochscheidt?

„Vor dem Heimspiel gegen St. Pauli hatte es die ersten Gespräche gegeben. Mal schauen, was die kommenden Tage bringen“, äußerte der Mittelfeldakteur, der jedenfalls kein Geheimnis aus seinem Wunsch macht, die eigene Karriere beim FC Erzgebirge ausklingen zu lassen: „Das kann ich mir durchaus sehr gut vorstellen. Wir fühlen uns hier auch als Familie sehr wohl. Aber zunächst möchte ich gern noch ein paar Jahre erfolgreich Fußball spielen.“

Sebastian Wutzler