25. November 2019 / 14:33 Uhr

"Noch nie so unverdient gewonnen": TuS-Reserve bremst Türkay Spor Garbsen aus

"Noch nie so unverdient gewonnen": TuS-Reserve bremst Türkay Spor Garbsen aus

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
In die Mangel genommen: Garbsens Hoigar Agyeman (Mitte) versucht, Emre Kahraman von Türkay Spor vom Ball zu trennen.
In die Mangel genommen: Garbsens Hoigar Agyeman (Mitte) versucht, Emre Kahraman von Türkay Spor vom Ball zu trennen. © André Tautenhahn
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So kann es laufen. "Türkay Spor war in allen belangen besser. Aber wir haben irgendwie die Tore gemacht, und die nicht", resümierte Niels Albrecht. Und aus diesem Grund hat sein TuS Garbsen II im Derby mit 4:3 die Oberhand behalten. "So ist das eben, wenn's läuft, dann läuft's."

„Wenn’s läuft, dann läuft’s – und hast du Mist am Hacken, hast du Mist am Hacken“ – manchmal beschreiben die altbekannten Fußballgesetze die Lage am treffendsten. Anders lässt sich der 4:3 (2:1)-Heimsieg des TuS Garbsen II über den deutlich stärkeren SV Türkay Spor Garbsen im Grunde auch gar nicht erklären.

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"Haben irgendwie die Tore gemacht"

„Ich habe in meinem gesamten Fußballer- und Trainerleben noch nie so unverdient gewonnen“, räumte TuS-Coach Niels Albrecht ein. „Türkay Spor war in allen Belangen besser. Aber wir haben irgendwie die Tore gemacht, und die nicht.“ Die Garbsener hatten überdies mit Yannick-Christopher Poppe einen Teufelskerl zwischen den Pfosten, der seiner Elf mit wahren Glanzparaden den fünften Sieg in Serie festhielt – der TuS kletterte auf Platz vier der Kreisliga 2.

Es ging schon gut los für die Garbsener, Florian Grimm beförderte den Ball nach exakt 100 Sekunden über die Linie. „Das Tor war nicht wirklich herausgespielt, eher passierte es uns“, schilderte Albrecht. Die Gäste ließen sich von dem frühen Rückstand nicht schocken und trumpften in der Folge drückend überlegen auf. Der Ball lief prima in den Reihen von Türkay Spor, die zu mehreren 100-prozentigen Möglichkeiten kamen, aber stets im Abschluss scheiterten – Unvermögen, Pech und Keeper Poppe verhinderten das längst überfällige 1:1.

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Und wie es dann so ist: Cedric Parbs schlug wie aus dem Nichts zu (37.). „Ein Zufallsprodukt. Wenn wir mal vor deren Tor aufgetaucht sind, haben wir auch getroffen“, so Albrecht. Gäste-Akteur Veli Dasdemir markierte den Anschluss (39.). „Wir hätten zur Pause locker mit 4:0 vorne liegen können“, betonte Türkay-Coach Samer Atris, stattdessen...“

Türkay Spor findet in Poppe seinen Meister

Auf das 3:1 von Garbsens Joel Thomalla (61.) gaben Dasdemir (65.) und Cihan Gün (77.) die passende Antwort. Albrechts ungutes Gefühl schien sich zu bestätigen, „ich war die ganze Zeit fest davon überzeugt, dass wir das Spiel verlieren werden; wir waren echt nicht gut.“ Doch Türkay Spor ließ weitere hochkarätige Chancen aus oder fand seinen Meister in Poppe.

Hilmi Kaya flog mit Rot runter (89.). In Unterzahl leistete sich Muhammed-Salih Gürsoy auf der Sechserposition einen verheerenden Ballverlust, Thomalla schloss den daraus resultierenden Konter mit dem 4:3 Siegtreffer ab (90.+4.). Noch in den Schlusssekunden vergaben die Gäste zwei dicke Gelegenheiten zum Ausgleich.

Der Grätsche entwischt: Veli Dasdemir (links) von Türkay Spor umspielt Joel Thomalla.
Der Grätsche entwischt: Veli Dasdemir (links) von Türkay Spor umspielt Joel Thomalla. © André Tautenhahn

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Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  Zur Galerie
Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  ©

„Es ist deprimierend, Woche für Woche bekommen wir von den gegnerischen Trainern gesagt, wir seien das bessere Team gewesen und hätten Pech gehabt“, haderte Atris. „Das hilft uns leider nicht.“ Das Trainerduo Erdinc Sengül und Atris hat an diesem Abend noch lange geredet - und gerätselt, warum es nicht klappen will mit dem Siegen, obschon ihre Elf wieder überzeugend aufgespielt hat.

Ratlosigkeit bei den einen, Freude bei den anderen

Die oben erwähnten Weisheiten liefern nur einen Teil der Erklärung. „Ein Stück weit liegt es wohl auch an unserem Hurra-Fußball“, meint Atris. „Wir sind gar nicht sauer oder wütend, eher traurig, weil die Jungs einen enormen Aufwand betreiben, sich die Lunge aus dem Hals rennen und einen guten Ball spielen, und am Ende doch mit leeren Händen dastehen.“ Ratlosigkeit bei den einen, Freude bei den anderen: „So ist das eben, wenn’s läuft, dann läuft’s“, meinte Albrecht trocken.

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