14. Februar 2017 / 19:05 Uhr

Unwucht im System: Wie gut ist der 96-Kader wirklich?

Unwucht im System: Wie gut ist der 96-Kader wirklich?

Heiko Rehberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Angreifer Artur Sobiech blieb gegen Bochum blass.
96-Angreifer Artur Sobiech blieb gegen Bochum blass. © Maike Lobback [Team zur Nieden]
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Antworten gesucht: Was ist der Plan mit Füllkrug? Kann Maier nicht helfen? Wie wird 96 auf den Flügeln weniger anfällig?

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So wenig Freude über einen Sieg von Hannover 96 gab es lange nicht. Nach dem Abpfiff erhielt die Mannschaft für den 2:1-Erfolg gegen den 
VfL Bochum den wohl kürzesten Schlussapplaus der Saison, viele der 26 000 Fans klatschten gar nicht. Bereits am Abend machten viele Anhänger ihrer Enttäuschung über das Gesehene in den sozialen Netzwerken Luft, auch am Tag danach wurde leidenschaftlich diskutiert.

Wie gut ist der Kader wirklich?

Im HAZ-Forum „Roter Blog“ schreibt zum Beispiel ein Fan, der sich „Thomas58“ nennt, dass langsam auch bei den „letzten Positivdenkern die Einsicht kommt, dass der Kader eben nicht der beste der 2. Liga ist. Gut genug vielleicht für Platz 5, jede bessere Platzierung wäre die ebenso große Schwäche der anderen Mannschaften.“ Dass der Kader zumindest eine Unwucht besitzt, ist eine Erkenntnis, die auch gegen Bochum bestätigt wurde.

Nicht neu ist außerdem, dass die eine oder andere Personalie nicht richtig ins Gesamtbild passt. 96 hat im Sommer viel Geld ausgegeben, um Niclas Füllkrug aus Nürnberg zu holen. Gegen Bochum kam er erst vier Minuten vor dem Abpfiff, obwohl Artur Sobiech bis dahin kaum etwas gelungen war.

Was immer der Plan mit „Lücke“, so sein Spitzname, war, ein System, in dem Füllkrug seine Dynamik und vor allem seinen Torinstinkt nützlich für die Elf einsetzen kann, hat Trainer Daniel Stendel bislang nicht gefunden.

Der vergessene Regisseur

Andere Profis aus der Offensivabteilung kommen in ihrer Entwicklung nicht voran, das gilt zum Beispiel für Noah Joel Sarenren Bazee. Er bereitete zwar das 1:1 vor und holte einen Elfmeter raus, aber nur noch selten setzt er seine Schnelligkeit geschickt ein. Felix Klaus verliert sogar jedes Spiel ein Stück seiner erstklassigen Hinrundenform.

Würden diese Spieler besser aussehen, wenn sie einen hätten, der sie mit Pässen und Vorlagen präziser und häufiger versorgt? Die „Roten“ haben mit Sebastian Maier einen Profi, der das kann, der aber schon länger unter der Rubrik „Der vergessene Regisseur“ firmiert. Warum Stendel nicht versucht, mit ihm das spielerische Element zu stärken, gehört zu den Fragen, die die Fans bewegen. Ob Maier sich im Training aufdrängt oder nicht, ist etwas, was seriös nur Stendel beantworten kann.

Ein Dauerthema bleibt die Frage, warum 96 in der Winterpause nicht reagiert hat auf die bekannte Situation hinten links und hinten rechts. Die Mannschaft ist dort anfällig, jeder Gegner versucht mittlerweile, 96 dort zuerst zu ärgern. Hat es wirklich keinen Außenverteidiger auf dem Transfermarkt gegeben, der die Mannschaft dort stabilisieren würde? Zeit, sich für diese Position umzuschauen, war jedenfalls genug.

Stendel bleiben so nur hausinterne Lösungen. Wieder mit Waldemar Anton hinten rechts, links eine neue Chance für Miiko Albornoz? Oder zahlt sich das Vertrauen in Oliver Sorg und Edgar Prib doch noch aus? Trainer sein ist wirklich nicht immer ein Traumjob.

Die 96-Einzelkritik für das Bochum-Spiel von Dirk Tietenberg.

Tschauner: Note 4. Diesmal beim Eins-gegen-eins gegen Wurtz der Verlierer beim 0:1. Muss nichts richtig halten, bekommt von den Bochumern nur Lattenschüsse aufs Tor. Schwacher Abwurf in der Nachspielzeit. Zur Galerie
Tschauner: Note 4. Diesmal beim Eins-gegen-eins gegen Wurtz der Verlierer beim 0:1. Muss nichts richtig halten, bekommt von den Bochumern nur Lattenschüsse aufs Tor. Schwacher Abwurf in der Nachspielzeit. ©
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