26. Juli 2017 / 16:23 Uhr

Upamecano: „Das Mentale ist von klein auf eine Stärke von mir gewesen“

Upamecano: „Das Mentale ist von klein auf eine Stärke von mir gewesen“

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Ralph Hasenhüttl: „Natürlich ist er vom Gesamtpaket, seiner Schnelligkeit, seiner Dynamik und seinem Stellungsspiel ein ganz wichtiger Faktor mit Stammpotential.“ 
Ralph Hasenhüttl: „Natürlich ist er vom Gesamtpaket, seiner Schnelligkeit, seiner Dynamik und seinem Stellungsspiel ein ganz wichtiger Faktor mit Stammpotential.“  © PicturePoint
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Sein Start vor einem halben Jahr bei RB Leipzig verlief alles andere als erfolgreich. Dafür scheint der junge Dayot Upamecano in diesem Sommer ein großer Gewinner der Vorbereitung zu werden. In den vergangenen Monaten half ihm vor allem seine mentale Stärke.

Seefeld. Es ist selten, dass Ralph Hasenhüttl bereits zu diesem Zeitpunkt der Saisonvorbereitung so deutliche Aussagen trifft. Über Dayot Upamecano, der gerade einmal 18 Jahre alt ist und vergangenen Winter aus Salzburg kam, sagte der RB-Coach während des Trainingslagers in Seefeld: „Natürlich ist er vom Gesamtpaket, seiner Schnelligkeit, seiner Dynamik und seinem Stellungsspiel ein ganz wichtiger Faktor mit Stammpotential.“

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Dass der Trainer dem französischen U19-Nationalspieler inzwischen vertraut, zeigte bereits die Endphase der vergangenen Saison, als er in den letzten sechs Partien fünfmal über 90 Minuten ran durfte. Beim 1:0-Testspielsieg am Dienstag gegen den türkischen Pokalsieger Konyaspor lief Upamecano in der zweiten Halbzeit als linker Innenverteidiger neben Willi Orban und den beiden Außenverteidigern Lukas Klostermann sowie Bernardo auf – eine Abwehrformation, die bei RB Leipzig eine zukunftsträchtige ist.

„Schlimme Befürchtungen“

Dabei war der Start in der Bundesliga für den blutjungen Spieler alles andere als leicht. Im Januar wechselte der 18-jährige als einziger Neuzugang ins Hasenhüttl-Team, weil die Not des Trainers in der Defensive aufgrund von Verletzungen immer wieder groß war. Bei seinen ersten zwei Startelfeinsätzen wurde Upamecano bereits in der ersten Halbzeit ausgewechselt. „Da hatte man schon schlimme Befürchtungen, dass das den Jungen umwerfen wird“, sagt Hasenhüttl rückblickend.

RB Leipzigs Dayot Upamecano im Testspiel gegen den türkischen Erstligisten Konyaspor.
RB Leipzigs Dayot Upamecano im Testspiel gegen den türkischen Erstligisten Konyaspor. © PicturePoint

Das Gegenteil trat ein, er lernte schnell aus seinen Fehlern und sagt selbst: „Es war etwas, woran ich gewachsen bin. Das Mentale ist von klein auf eine Stärke von mir gewesen.“ Upamecano gibt zu, dass er zu Beginn große Schwierigkeiten hatte, das Niveau auf dem Rasen so hoch zu halten wie seine Mitspieler. „Aber jetzt habe ich mich daran gewöhnt.“

Der 18-Jährige entwickelte sich in kurzer Zeit taktisch und technisch enorm weiter. Upamecano fühlt sich zwar als rechter Innenverteidiger am wohlsten, aber am Ende hat er nur ein Ziel: „So viel Spielzeit wie möglich zu bekommen. Und vor allem möglichst wenig Tore kassieren.“ Der Konkurrenzkampf, vor allem mit Linksfuß Marvin Compper, der in den vergangenen Tagen wegen Wadenproblemen nicht mit der Mannschaft trainieren konnte, ist eröffnet.

"Europas Wunderkind"

Die UEFA stellte ihn auf der Verbandshomepage als eines von „Europas Wunderkindern“ vor und verglich den Franzosen mit Raphaël Varane und Mats Hummels in jungen Jahren. Arsenal London, Manchester United und Juventus Turin hatten den Jüngling schon im Auge, als er 2015 noch beim französischen Zweitligisten FC Valenciennes spielte.


Mentale Stärke zeichnet den französischen Innenverteidiger in Diensten von RB Leipzig aus. 
Mentale Stärke zeichnet den französischen Innenverteidiger in Diensten von RB Leipzig aus.  © Imago

Im Tiroler Sommercamp von RB Leipzig teilt sich Upamecano das Zimmer mit seinem Landsmann und Neuzugang Ibrahima Konate. Die beiden 18-Jährigen bilden in der Innenverteidigung allein schon aufgrund ihrer Größe (1,85 Meter und 1,93 Meter) ein beeindruckendes Duo. Sind sie auch ein zukünftiges Gespann für die Equipe Tricolore? „In der französischen Nationalmannschaft sind sehr viele gute, junge Spieler. Da ist der Konkurrenzkampf groß. Auf der anderen Seite werden wir beide natürlich alles geben“, sagt Upamecano, der als Ritual vor jedem Spiel betet.

„Upa“, wie ihn RB-Coach Hasenhüttl nennt, macht auch außerhalb des Platzes Fortschritte: deutsch sprechen funktioniert immer besser. Ein paar Sätze im Austausch mit den Kollegen im Team aber auch mit den Journalisten klappen schon. Dafür büffelt der Franzose jeden Tag 45 Minuten lang mit Dolmetscherin Raquel Rosa.