20. November 2019 / 22:19 Uhr

Ex-FIFA-Referee Urs Meier kämpft für die Schiedsrichter und gründet neues Portal

Ex-FIFA-Referee Urs Meier kämpft für die Schiedsrichter und gründet neues Portal

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Urs Meier setzt sich für das Schiedsrichterwesen ein.
Urs Meier setzt sich für das Schiedsrichterwesen ein. © Getty Images
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Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Urs Meier referiert bei einer Veranstaltung des FC Playfair über die Probleme der Unparteiischen. Dabei verkündete er die Gründung eines neues Portals für Referees.

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Am Mittwochabend ruhte beim Regionalligisten FSV Frankfurt komplett der Ball. Statt auf dem Platz ihre Trainingseinheiten abzuhalten, lauschten die gut 100 Nachwuchskicker und Trainer den Worten von Urs Meier. Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter und ZDF-Experte war im Rahmen der Kooperation des FSV mit dem FC Playfair - Verein für Integrität im Profifußball e.V. - nach Frankfurt gekommen, um über Fairplay, seine spannende Karriere und die aktuellen Probleme im Schiedsrichterwesen, auch beim Videobeweis und im Amateurfußball zu referieren.

Mehr zu Gewalt gegen Schiedsrichter

Sein Motto: „Menschen dürfen Fehler machen, Schiedsrichter dürfen, ja müssen Fehler machen. Wir müssen die Schiedsrichter wieder stärker machen.“ Meier war bereits bei der EM 2004 mit dem Tode bedroht worden und Mittelpunkt einer tagelangen heftigen Kampagne der britischen Boulevardpresse, nachdem er im Viertelfinale zwischen Portugal und England ein Tor der Engländer kurz vor Schluss aberkannte - der Mann weiß also, wovon er spricht.

"Man sieht Schiedsrichter nicht mehr als Respektsperson an"

Meier: „Das größte Problem ist, dass die meisten Schiedsrichter Angst und negative Gedanken haben.“ Zu der Gewalt gegen Schiedsrichter im Amateurbereich sagte der Ex-Fifa-Referee: „Man sieht die Schiedsrichter nicht mehr als Respektsperson an, die Verbände müssen viel strenger durchgreifen, aber das ist nicht nur ein fußballspezifisches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem. Viele Schiedsrichter sind überfordert, weil sie so viel pfeifen müssen. Es gibt viel zu wenige. Das ist in Deutschland so, aber auch in der Schweiz, in Italien, Frankreich oder sonstwo.“

Das sind die prominenten #GABFAF-Unterstützer:

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Freunde des Amateurfußballs: Mehr als 40 prominente #GABFAF-Unterstützer findest Du hier in der Galerie. ©

Meier gründet Internetportal sportbird.de

Auch aus diesem Grund hat Meier ein neues Internetportal gegründet (sportbird.de), welches dem Amateurfußball und den Vereinen helfen soll, die vielen Probleme in den Griff zu bekommen. Auf der Plattform können sich Schiedsrichter und Nachwuchstrainer austauschen, anbieten und gegenseitig verpflichten. Sie wird am morgigen Donnerstag offiziell gestartet. Zum Ende des Abends wurde Meier noch die Ehrenmitgliedschaft des FSV Frankfurt überreicht.