30. April 2019 / 09:03 Uhr

Urteil nach Nazi-Eklat bei Chemnitzer FC: Sportgericht sperrt Südtribüne

Urteil nach Nazi-Eklat bei Chemnitzer FC: Sportgericht sperrt Südtribüne

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In Fanblock zeigen die CFC-Anhänger zusätzlich zur Pyro ein schwarz-weißes Kreuz.
Im Fanblockj des CFC war am fraglichen Tag unter anderem ein schwarz-weißes Kreuz gezeigt worden. © imago images / HärtelPRESS
Anzeige

Das Sportgericht des NOFV hat entschieden: Mindestens im Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz werden keine CFC-Anhänger auf die Südtribüne dürfen. 

Anzeige
Anzeige

Chemnitz. Der Chemnitzer FC muss als Folge der skandalösen Trauer um einen toten rechtsradikalen Fan im kommenden Heimspiel die Südtribüne seines Stadions sperren. Nach Angaben des Regionalligisten vom Montagabend verfügte das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV), dass die Tribüne für drei Heimpartien geschlossen bleibt. Nach der Sperre im Spiel an diesem Samstag gegen den ZFC Meuselwitz wird das Verbot für die nächsten beiden Begegnungen zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss der Drittliga-Aufsteiger 12.000 Euro Geldstrafe zahlen, 5000 Euro kann Chemnitz nach Club-Angaben für seine eigene Anti-Rassismus-Arbeit verwenden.

DURCHKLICKEN: Der CFC und seine Fans trauern um einen Neonazi

Schweigeminute vor dem Anpfiff: Ruhe in Frieden, Tommy, steht auf einem Banner. Der Fanblock zündet Pyrotechnik. Zur Galerie
Schweigeminute vor dem Anpfiff: "Ruhe in Frieden, Tommy", steht auf einem Banner. Der Fanblock zündet Pyrotechnik. ©
Anzeige

Am 9. März hatte der Chemnitzer FC seinen Fans vor dem Regionalligaspiel gegen die VSG Altglienicke (4:4) die Möglichkeit gegeben, im Stadion Trauerbekundungen zu äußern und damit für Entsetzen gesorgt. CFC-Stürmer Daniel Frahn hatte zudem beim Torjubel ein Shirt mit der Aufschrift "Support Your Local Hools" präsentiert. Der verstorbene Tommy Haller galt als Mitbegründer einer ehemaligen rechtsextremen Hooligan-Organisation HoNaRa. Der Verein hatte sich anschließend von mehreren Mitarbeitern getrennt. Zudem wurde Anzeige „gegen Unbekannt wegen aller in Betracht kommenden Delikte“ erstattet. Frahn wurde vom Sportgericht gesperrt und vom Club mit einer Geldstrafe belegt.

Mehr zum Thema

DFB-Interimspräsident Rainer Koch hatte nach den Ereignissen ein klares Signal gegen Rassismus von den Chemnitzern gefordert. Da es sich um ein Spiel der vierten Liga handelte, lag die Rechtsprechung beim NOFV und nicht beim Deutschen Fußball-Bund als Dachverband.

Hilf uns, dem Amateurfußball zu helfen. Trage Dich auf gabfaf.de/supporter kostenlos als Supporter ein.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt