27. Dezember 2021 / 15:04 Uhr

US-Supertalent Pepi: Wolfsburg will ihn sofort, aber ein Transfer wird schwer

US-Supertalent Pepi: Wolfsburg will ihn sofort, aber ein Transfer wird schwer

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ricardo Pepi ist ein Kandidat beim VfL Wolfsburg.
Ricardo Pepi ist ein Kandidat beim VfL Wolfsburg. © Getty Images
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Ricardo Pepi - verpflichtet der VfL Wolfsburg das nächste große Talent? Aus den USA heißt es, der VfL stehe kurz vor der Verpflichtung des Angreifers vom FC Dallas. Aber so weit ist die Sache noch lange nicht. Möglicherweise klappt der Transfer auch gar nicht.

Junge Spieler holen, sie ausbilden und ihren Marktwert steigern - das hat sich der VfL seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben. Aber nicht nur das, die Wolfsburger Verantwortlichen um Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer leben das auch, wie man an den Verpflichtungen in den letzten Transferperioden sehen kann. Und so verwundert es nicht, dass der VfL jetzt mit Ricardo Pepi kurz vor der Verpflichtung des nächsten Top-Talents stehen soll, wie einige US-Medien berichten. Nach SPORTBUZZER-Infos steht der Transfer allerdings nicht unmittelbar vor dem Abschluss.

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Grundsätzlich möchte der VfL den Mittelstürmer gern in dieser Winterpause verpflichten - aber ob das klappt, ist offen. Ein Transfer wird schwer - zum einen aus finanzieller Sicht und zum anderen, weil die Wolfsburger nicht allein um die Dienste des Torjägers buhlen. Zuletzt wurden neben dem VfL auch die Bayern, Sampdoria Genua und Ajax Amsterdam gehandelt. Pepi war bereits im Herbst mit den Wolfsburgern in Verbindung gebracht worden. Eigentlich wollte der VfL im Winter keinen Neuen verpflichten, aber nach den Verletzungen von Lukas Nmecha (Sprunggelenk) und Paulo Otavio (Knie) könnte sich das ändern. Was für einen Pepi-Transfer jetzt spricht: Die MLS hat die Saison (17. April bis 11. Dezember) gerade beendet, die Klubs dort nehmen jetzt die größten Veränderungen in ihren Aufgeboten vor – einer wie Pepi verlässt also eher nun als im Sommer seinen Klub.

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In seiner Heimat wird der 18-jährige Angreifer bereits als Supertalent bezeichnet: In 59 Spielen für Dallas gelangen ihm 16 Treffer und vier Vorlagen, 13 davon in der vergangenen Saison. Dafür wurde er mit einer Nachwuchsauszeichnung belohnt. In der „22 Under 22“-Kategorie wurde der US-Boy als jüngster Fußballer an die Spitze des Rankings gewählt seit Alphonso Davies (damals in Vancouver, jetzt bei den Bayern eine feste Größe) im Jahr 2018. Und: Ende Juli hatte Pepi beim 4:0 gegen Los Angeles Galaxy in 23 Minuten einen Dreierpack geschnürt und war mit 18 Jahren und sechs Monaten als jüngster Hattrick-Torschütze in die Liga-Geschichte eingegangen.

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Pepi selbst denkt bereits groß. "Ich würde gerne eines Tages bei Real Madrid spielen", sagte er im Gespräch mit TyC Sports. Zudem schwärmt er von Dortmund-Goalgetter Erling Haaland. Pepi, der in El Paso (Texas) geboren wurde, hat bereits für die US-Nationalelf spielen dürfen. Seine Bilanz dort – stark: In sieben Spielen traf er dreimal und bereitete noch drei weitere Treffer vor.

Pepi wäre nicht der erste US-Boy beim VfL – mit John Anthony Brooks (kam 2017 von Hertha BSC) haben die Wolfsburger einen aktuellen US-Nationalspieler in ihren Reihen. 1994 hatte der VfL mit Stürmer Brian McBride (Milwaukee Rampage) und dem damals vereinslosen Abwehrspieler Mike Lapper erstmals ein US-Duo verpflichtet, 1996 kam Chad Deering (Kickers Emden), wie Pepi ein Texaner. 1997, nach dem Bundesliga-Aufstieg, wurde Claudio Reyna von Bayer Leverkusen verpflichtet, im Winter 2007 kam Kamani Hill (UCLA Bruins).

Im Sommer 2009, der VfL war gerade erstmals in seiner Historie Meister geworden, dann die Verpflichtung von Fabian Johnson (1860 München). Im letzten Sommer, nach der Auflösung der U23 des VfL, kamen Bryang Kayo, Ulysses Llanez und Kobe Hernandez-Foster zu den Profis, doch die Talente schafften den Sprung nicht. Fosters Vertrag wurde aufgelöst, Kayo wechselte zu Drittligist Viktoria Berlin – und Llanez (seit Sommer 2017 beim VfL) wurde an Wolfsburgs Kooperationspartner SKN St. Pölten ausgeliehen.