09. Februar 2022 / 18:10 Uhr

Usedom freut sich auf Federer-Bezwinger

Usedom freut sich auf Federer-Bezwinger

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Sie trafen fünfmal aufeinander: Stefan Koubek (l.) und Roger Federer. Im ersten Duell triumphierte der Österreicher, danach ließ sich der Superstar aus der Schweiz nicht mehr überraschen. Hier nimmt Federer bei den BMW Open 2003 in München Kubeks Glückwünsche entgegen.
Sie trafen fünfmal aufeinander: Stefan Koubek (l.) und Roger Federer. Im ersten Duell triumphierte der Österreicher, danach ließ sich der Superstar aus der Schweiz nicht mehr überraschen. Hier nimmt Federer bei den BMW Open 2003 in München Kubeks Glückwünsche entgegen. © imago
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Nur wenigen Tennisspielern ist es gelungen, den Schweizer Superstar Roger Federer zu bezwingen. Stefan Koubek gelang dieses Kunststück. Der Österreicher schlägt im Sommer erstmals bei den Usedom Open auf. 

Die Ostseeküste kennt Stefan Koubek bereits – zumindest die polnische Küste. In seiner langjährigen Karriere als Tennisprofi spielt er mehrfach beim ATP-Turnier in Sopot. In diesem Sommer schlägt er bei den Usedom Open auf. Der Österreicher hat sich erstmals bei diesem hochkarätig besetzten Turnier (1. bis 10. Juli) gemeldet. Er ist Favorit in der Herren-45-Konkurrenz.

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Koubek hat sich bereits Fotos von der Insel angesehen und im Internet recherchiert. „Ich freue mich darauf“, sagt der Ex-Profi, der mit seiner polnischen Lebensgefährtin Kinga, deren Sohn und Stammhalter John Christian anreist.

Turnierchef Peter Schmidt hat den Deal im vergangenen Jahr in Gütersloh eingefädelt. Koubek spielt für den GTV – Tennis-Club der Zukunft. Christian Miele, Gründer und Geschäftsführer von Tennis-Point, der zu den Stammspielern und Sponsoren der Usedom Open gehört, macht den Bielefelder Schmidt mit dem einstigen Weltklassespieler bekannt. „Danach haben Peter und ich ein paarmal telefoniert und jetzt bin ich gemeldet“, erzählt Kubek, der in Wien lebt und dort als Country-Manager für Tennis-Point tätig ist.

Tennis bestimmt schon seit Kindertagen das Leben des gebürtigen Klagenfurters. Seine Eltern sind begeisterte Tennisspieler. Schon als zweieinhalbjähriger Junge hält er ein Racket in der Hand. Mit sechs bekommt er die erste Trainerstunde. Schnell wird sein Talent erkannt. Stefan Koubek stürmt ins Finale der österreichischen U-10-Meisterschaften. Sechs Jahre später holt er den Titel bei der U-16-EM.

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Den ersten von drei Turniersiegen als Profi feiert Koubek 1999 in Atlanta. Auch im Davis Cup sorgt er für Furore. Er führt gegen Magnus Gustafsson im fünften Satz mit 9:8. Der Schwede schlägt auf, legt 40:0 vor. Doch der kampf- und laufstarke Linkshänder Koubek dreht das Spiel, gewinnt das Match und legt damit den Grundstein für den überraschenden Triumph der Österreicher. „Das letzte Spiel kenne ich noch auswendig“, versichert der heute 45-Jährige, der im Jahr darauf Top-Leute wie Michael Chang, Magnus Larsson, Goran Ivanišević und den aufstrebenden Roger Federer bezwingt und die Nummer 20 der Welt wird.

Stefan Koubek spielt bei den Australian Open 2002 eine beidhändige Rückhand.
Stefan Koubek spielt bei den Australian Open 2002 eine beidhändige Rückhand. © Imago/Klaus Bergmann

Zwei Jahre später zieht der 1,75 Meter große Profi, dessen Markenzeichen die eingesprungene beidhändige Rückhand ist, bei den Australian Open ins Viertelfinale ein.

2015 wird er Kapitän des österreichischen Davis-Cup-Teams. Zu seinen größten Erfolgen als Chefcoach zählt der sensationelle Triumph 2018 über die klar favorisierten Russen.

Er war von 2015 bis Ende vergangenen Jahres Kapitän des österreichischen Davis-Cup-Teams: Stefan Koubek (l.), hier mit Dominic Thiem.
Er war von 2015 bis Ende vergangenen Jahres Kapitän des österreichischen Davis-Cup-Teams: Stefan Koubek (l.), hier mit Dominic Thiem. © imago/GEPA pictures

Koubek hat längst auch seinen Sohn John Christian (8) für Tennis begeistert. „Er spielt aber auch Golf und Fußball“, erzählt das Familienoberhaupt, das Padel, eine Trendsportart aus Spanien, für sich entdeckt hat. „Das ist jetzt mein großes Hobby.“

Tennis bleibt die Leidenschaft des Österreichers, der ein freundschaftliches Verhältnis zu Federer pflegt. Ob Landesliga in Kärnten, mit den 35ern des Wiener Park Clubs oder den 45ern von St. Valentins – Koubek liebt den sportlichen Anreiz. 2019 gewinnt er die One-Point-WM, bei dem lediglich ein Punkt über Sieg oder Niederlage entscheidet.

„Um einen Punkt zu spielen, muss man kein Profi sein“, meint Koubek, der bei diesem ungewöhnlichen Wettbewerb einen Vorteil hat. Die Finalrunde in Halle wird auf Rasen ausgetragen. In seiner 17-jährige Profi-Laufbahn hat er zigmal in Wimbledon gespielt. „Da kennt man die Gesetze des Rasens, das hilft definitiv“, bestätigt der Österreicher. In Zinnowitz und Karlshagen spielt er auf roter Asche. Koubek ist es egal. Er fühlt sich auf allen Belägen wohl.

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