06. Mai 2022 / 18:32 Uhr

Uta, Rüdiger und Paul Bones: Eine Handballer-Familie durch und durch

Uta, Rüdiger und Paul Bones: Eine Handballer-Familie durch und durch

Stephanie Riedel
Leipziger Volkszeitung
Uta, Paul und Rüdiger Bones. Eine Familie, die für den Handball lebt.
Uta, Paul und Rüdiger Bones. Eine Familie, die für den Handball lebt. © Klaus Trotter
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Zwei Generationen, eine Leidenschaft: Handball-Fieber mit Langzeitwirkung. Dem DHfK-Handballer Paul Bones wurden die Gene in die Wiege gelegt. Der 18-Jährige profitiert von seinen Eltern Rüdiger Bones und Uta Bones-Lohse, die einst Karriere im Oberhaus machten. Vater Rüdiger (63) steht noch heute erfolgreich an der Seitenlinie. Die Markranstädter Frauen sind eine feste Größe in Liga drei.

Leipzig. Sohn Paul ist auf dem Weg zum Profi. Das Eigengewächs des SC DHfK Leipzig steht in seinem letzten Bundesligajahr mit der U19. Der 18-Jährige ist nicht nur in der Schaltzentrale auf Rückraum Mitte zu Hause, das Talent steuert derzeit bis zu einem Drittel aller Treffer in der U19 bei. Am heutigen Sonnabend (18.30 Uhr, kleine Arena) will er mit seinem Team im Hinspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen die Grundlage zum Finaleinzug um den A-Jugend-Titel legen. Der junge Bursche sammelte in der U23 der Grün-Weißen auch schon Drittliga-Erfahrung.

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„Ich will mich Schritt für Schritt hocharbeiten und dranbleiben“

Paul versuchte sich schon als Fünfjähriger mit dem Ball, nahm es zunächst mit König Fußball auf. Die handballerische Laufbahn schlug er mit sieben Jahren ein. Weniger die Eltern, sondern sein damaliger Coach war beim Probetraining der entscheidende Faktor, dass sich Paul fürs Werfen und gegen das Kicken entschied.

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Leistungsdruck kommt seitens der Eltern nicht auf. „Paul soll die gute Ausbildung nutzen und genießen“, sagt sein Vater. „Ich habe alles schon erlebt. Wie viele Spieler haben bis zu einem Punkt X investiert, dann war Schluss.“ Es sei keine Schande, wenn sich ein Sportler anders orientiert, fügt der Coach hinzu. Er vertritt nur eine Philosophie: „Wenn, dann richtig! Mit Leidenschaft und großem Willen.“

An Motivation fehlt es dem Filius nicht. „Ich will mich Schritt für Schritt hocharbeiten und dranbleiben“, so der Sportgymnasiast. „Aber ich kann nicht erwarten, dass sich schnell die Tür in Richtung erste Liga öffnet.“ Die Konkurrenz sei groß. Paul Bones setzt deshalb auf ein zweites Standbein: Sein Abitur will er 2023 in der Tasche haben. „Ich brauche einen Plan B. Man kann nicht immer vom Sport leben“, so der Blondschopf, der auch auf ein mögliches Verletzungsrisiko anspielt. Davon blieb er bis dato verschont. Anders als sein Weggefährte Niklas Heitkamp, der an einer langwierigen Knieverletzung laboriert und im Titelkampf der DHfK-Jugend schmerzlich vermisst wird.

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„Er war immer der Jüngste und Zarteste“

Paul wohnt nicht wie andere Spieler im Internat, sondern unterm Dach seiner Eltern. Bei ihnen sucht er häufig Rat. „Meine Eltern haben das beide durchgemacht. Sie können sich in meine Lage versetzen und helfen. Sie haben immer Ratschläge, auch wenn ich nicht alle annehme.“

Doch wie verhält es sich, wenn Mama Uta und Papa Rüdiger auf der Tribüne sitzen und ein Match ihres Sohnes verfolgen? Das Trainerdasein lasse er nicht raushängen, versichert der Vater. Er ist ein alter Hase im Geschäft und deshalb „relativ „emotionslos“. Sportliche Kritik und Analysen bekommt Paul vom Vater vor allem dann, wenn er selbst reden will. „Ehrliches Feedback ist richtig. Aus Fehlern lernt man“, wissen Vater und Sohn.

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Dabei kommt Paul seine Kritikfähigkeit entgegen. Nicht von ungefähr hat der Leistungsträger eine Führungsrolle inne. „Das fordert auch der Trainer“, so der junge Mann. Coach Matthias Albrecht lobt den Rückraumspieler, der sowohl in der Mitte aus auch auf Halblinks Akzente setzt: „Paul ist handballverrückt, verfolgt viele Spiele und ist bei uns ein Führungsspieler.“ Wohin der Weg des Rechtshänders führt, ist ungewiss. „Er war immer der Jüngste und Zarteste“, erzählt sein Vater. Doch Talent und Wille des Sprösslings überzeugten bislang all seine Jugendtrainer.

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