07. Februar 2020 / 18:21 Uhr

"Sind alle heiß": Kani fühlt sich in Egestorf wohl und träumt vom Aufstieg

"Sind alle heiß": Kani fühlt sich in Egestorf wohl und träumt vom Aufstieg

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Spieler des 1. FC Germania Egestorf/Langreder wollen auch in der Rückrunde Grund zum Jubeln haben.
Die Spieler des 1. FC Germania Egestorf/Langreder wollen auch in der Rückrunde Grund zum Jubeln haben. © Dennis Michelmann
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Seit der Jugend hat Utku Kani seinen Mbappé-Torjubel nicht mehr in einem Pflichtspiel zeigen können. Nach seiner Zeit in Havelse möchte der 21-Jährige sein Glück nun beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder in der Oberliga versuchen. Am liebsten wäre er schon am Sonntag (15 Uhr) gegen den VfL Oldenburg erfolgreich, auch auf einer neuen Position.

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An sein letztes Pflichtspieltor kann sich Utku Kani schon gar nicht mehr erinnern: „Das muss irgendwann in der Jugend gewesen sein“, sagt der 21-Jährige. Im Herrenbereich des TSV Havelse hat es in den vergangenen zweieinhalb Jahren nicht geklappt. Nach seinem Wintertransfer aus Garbsen zum Oberligisten 1. FC Germania Egestorf/Langreder würde der gelernte Mittelstürmer gerne mal wieder seinen Kylian-Mbappé-Torjubel zeigen – mit vor der Brust verschränkten Armen. Die erste Chance erhält er womöglich bereits im ersten Punktspiel des Jahres. Am Sonntag muss die Germania – derzeit Tabellenfünfter - beim Dritten VfL Oldenburg ran.

Selbstvertrauen aufbauen

Ob Trainer Paul Nieber auf Kani setzt, lässt der Coach noch offen. Immerhin hat der Neue in der Vorbereitung gut auf sich aufmerksam gemacht: Gegen Sulingen und den OSV Hannover traf er insgesamt dreimal. Und das, obwohl Kani mit deutlich angeknackstem Selbstbewusstsein an die Ammerke gekommen war. „Klar, man hat nicht gerade eine breite Brust und ist enttäuscht, wenn man es bei einem Verein wie Havelse nicht geschafft hat“, sagt der Spieler.

Gerade um die mentale Stärke ging es im Gespräch mit Nieber: „Ich will daran arbeiten, mein Selbstvertrauen wieder aufzubauen“, erklärt Kani. Das hat auch schon geklappt. Zumindest erklärt der Offensivmann: „Ich habe jetzt schon ein viel besseres Gefühl als noch in Havelse.“ Dort spielte er unter Trainer Jan Zimmermann keine Rolle mehr.

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"Ich ziehe aber auch immer mal wieder in die Mitte"

Nieber ist von den Qualitäten Kanis überzeugt, lässt ihn allerdings auf dem rechten Flügel spielen statt im Sturmzentrum. „Ich finde die Position auch gut, da habe ich viele Ballaktionen, kann in Dribblings gehen und Assists zu Toren beisteuern“, so Kani. Allerdings hat er immer noch die Torjägermentalität in sich: „Ich ziehe aber auch immer mal wieder in die Mitte“, sagt er lachend.

Kani hat bei seinem neuen Verein schnell Fuß gefasst: „Es ist noch ein Stück familiärer, als es in Havelse schon war. Viele Spieler kannte ich schon von früher.“ Besonders mit Marko Ilic und Lorenzo Paldino hat er ein gutes Verhältnis. Die drei bilden eine Fahrgemeinschaft, wenn sie dreimal in der Woche aus Hannover zum Training in Richtung Deister starten.

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Kein Erfolgsdruck bei Nieber

Der Dortmund-Fan gesteht, dass er die Vorbereitung als „hart“ empfunden hat, „aber das gehört beim Fußballer zweimal im Jahr einfach dazu“. Er will im Training mit guter Leistung überzeugen und den Trainer dadurch dazu zwingen, ihn aufstellen zu müssen. „Wer Leistung im Training zeigt, der wird belohnt.“ Und das am liebsten gleich mit einem Einsatz in Oldenburg. „Wir sind alle heiß“, sagt der Student für Sport- und Gesundheitsmanagement. Das Thema Aufstieg „ist noch lange nicht gegessen“, erklärt er. Nieber sieht allerdings keinen Erfolgsdruck bei seinem Team: „Der Ausgang der Saison hängt nicht von der einen Begegnung ab. Wir haben immerhin noch 16 Partien vor uns.“

Jonas Lübke (Wadenprobleme), Jannik Oltrogge (krank) und Dominik Behnsen (weiterhin muskuläre Probleme im Bein) sind angeschlagen. Nieber hofft allerdings, alle drei mit nach Oldenburg nehmen zu können, wo auf ungewohntem Kunstrasen die ersten drei Punkte des Jahres eingeholt werden sollen.