08. Oktober 2019 / 17:06 Uhr

Uwe Schulz: Geballte Erfahrung für den VfL Nauen

Uwe Schulz: Geballte Erfahrung für den VfL Nauen

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
War früher bei der BSG Stahl Brandenburg Leistungsträger und ist jetzt Teil des Trainerteams beim VfL Nauen: Uwe Schulz.
War früher bei der BSG Stahl Brandenburg Leistungsträger und ist jetzt Teil des Trainerteams beim VfL Nauen: Uwe Schulz. © Privat/Tanja M. Marotzke
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Landesklasse West: Der ehemalige DDR-Oberliga-Spieler aus Brieselang unterstützt das junge Trainerteam der Funkstädter.

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Die Rückkehr an die Seitenlinie wurde bei „einem gepflegten Bierchen mit meinem guten Freund Thomas Rudolph“ eingeleitet, berichtet Uwe Schulz. „Er hat mir von der Mannschaft seines Sohnes Tim erzählt und davon geschwärmt, wie sehr die Nauener Jungs für ihren Sport brennen. Das hat mich sehr an meine Fußball-Vergangenheit erinnert und deshalb habe ich diese Aufgabe gerne übernommen.“ Seit Saisonbeginn unterstützt der 58-Jährige inzwischen das Trainerteam der Landesklasse-West-Fußballer des VfL Nauen und bringt seine geballte Erfahrung ein. 201 DDR-Oberliga-Spiele für Vorwärts Frankfurt und die BSG Stahl Brandenburg (47 Tore), Einsätze mit dem FC Rot-Weiß Erfurt in der 2. Bundesliga und im Europacup sowie neun Einsätze (zwei Treffer) für die Olympia-Auswahl der DDR – „Schulle“ hat in seiner Laufbahn eine Menge erlebt.

In Bildern: Die Elf der Woche des 7. Spieltags in der Landesklasse West.

Die Elf der Woche des 7. Spieltags in der Landesklasse West. Zur Galerie
Die Elf der Woche des 7. Spieltags in der Landesklasse West. ©
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„Ein richtig geiler Typ, der sagt was er denkt“, ist VfL-Coach Jethro Reinhardt froh über die Unterstützung des in Brieselang aufgewachsenen und vor einem Jahr wieder in seine Heimat zurückgezogenen Schulz. „Er hat bei den Jungs eine gute Ansprache, lobt die Spieler, sagt dem einen oder anderen aber auch mal, was er für einen Mist verzapft hat. Es macht einfach Spaß, mit ihm zu arbeiten.“

Der gelernte Kfz-Schlosser hat seine Entscheidung, an die Seitenlinie zurückzukehren, ebenfalls nicht bereut. „Das sind einwandfreie Jungs.“ Diese mussten Schulz und seine Trainerkollegen nach dem vergangenen Wochenende aber erst einmal wieder aufbauen. In der fünften Minute der Nachspielzeit kassierten die Funkstädter beim Teltower FV noch den 3:3-Ausgleich und mussten sich nach einer 3:0-Führung am Ende mit einem Punkt zufrieden geben. „Aber auch aus solch einem Spiel, in dem mit der 70-minütigen Unterzahl und der Verletzung unseres Keepers viel gegen uns gelaufen ist, muss man das Positive mitnehmen“, so Schulz, in dessen sportlichem Werdegang auch nicht immer alles positiv lief.

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Nach der Sportschulzeit in Frankfurt (Oder), die er unter anderem mit dem Wustrauer Ingo Nachtigall (mittlerweile sportlicher Leiter bei Union Neuruppin und sehr guter Freund von Uwe Schulz) verbrachte, hatte er bei Vorwärts Frankfurt und der BSG Stahl Brandenburg zehn ganz starke Jahre als Offensivspieler. Nachdem die Stahl-Kicker 1991 den Aufstieg in die 2. Bundesliga schafften, schloss sich Schulz nach einem Disput mit Manager Siegfried Ziem dem FC Rot-Weiß Erfurt an, mit dem er im Europacup zunächst den FC Groningen aus den Niederlanden aus dem Wettbewerb schmiss und in Runde zwei gegen den späteren UEFA-Pokalsieger Ajax Amsterdam um Dennis Bergkamp und Danny Blind im Hinspiel zur 1:0-Führung für die Thüringer traf: „Das war sicherlich ein Highlight in meiner Laufbahn.“

Nicht so schöne Erinnerungen hat er hingegen an seine Zeit bei Rot-Weiss Kyritz. „Da war ich insgesamt eineinhalb Jahre und sollte neben dem Fußball als Pächter einer Tankstelle tätig sein – die gibt es aber bis heute nicht“, kann Schulz inzwischen mit einem Schmunzeln auf die Zeit beim Verein aus der Knatterstadt zurückblicken. 2001 beendete er seine aktive Laufbahn bei Stahl Brandenburg und sammelte als Trainer bei der Reserve des SV Babelsberg 03, beim FC Stahl Brandenburg und Chemie Premnitz Erfahrungen an der Seitenlinie. Von 2014 bis 2017 war er dann Bestandteil des Trainerteams beim Regionalligisten FSV 63 Luckenwalde – erst unter Jörg Heinrich, später unter Ingo Nachtigall. Als dieser im Oktober 2017 seinen Rücktritt erklärte, schloss sich Schulz an und legte eine Pause ein – bis die Leidenschaft zur schönsten Nebensache der Welt bei einem gepflegten Bierchen wieder neu entfacht wurde.

Neun Olympia-Auswahlspiele für die DDR

Uwe Schulz wurde am 6. Dezember 1960 geboren, wuchs in Brieselang auf und begann bei der BSG Chemie mit dem Kicken. Im Alter von 14 Jahren wechselte er zur Sportschule nach Frankfurt (Oder). Für Vorwärts und Stahl Brandenburg absolvierte er 201 DDR-Oberliga-Spiele (47 Tore). Zudem bestritt er neun Olympia-Auswahlspiele für die DDR (zwei Tore). Für Rot-Weiß Erfurt lief „Schulle“ in der 2. Bundesliga und im Europacup auf.

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