02. Februar 2020 / 19:18 Uhr

Valentin Rode schießt Babelsberg 03 zum Sieg gegen Chemie Leipzig

Valentin Rode schießt Babelsberg 03 zum Sieg gegen Chemie Leipzig

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Babelsbergs Valentin Rode (r.) zieht ab und erzielt das Tor zum 1:0.
Babelsbergs Valentin Rode (r.) zieht ab und erzielt das Tor zum 1:0. © Jan Kuppert
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Regionalliga Nordost: Im ersten Spiel unter Trainer Predrag Uzelac gewinnt der abstiegsbedrohte Kiezverein gegen den Aufsteiger knapp mit 1:0.

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Es lief schon die Nachspielzeit, als Predrag Uzelac am Sonntagnachmittag auf der Haupttribüne des Karl-Liebknecht-Stadions hin und her tigerte und den Abpfiff nicht erwarten konnte. Wenige Augenblicke zuvor war der 53-jährige Trainer des Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03 von Schiedsrichter Florian Lechner nach erneutem Reklamierens mit der Gelb-Roten Karte auf die Tribüne geschickt wurden. Zu diesem Zeitpunkt führten die Kiezkicker vor 3003 Zuschauern im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion durch einen Treffer von Verteidiger Valentin Rode mit 1:0. Der 23-Jährige schloss nach 32 Minuten, als die Gäste aus Leipzig die Kugel nach einem Eckball nicht richtig geklärt bekamen, mit einem überlegten Rechtsschuss ab.

In Bildern: Am 20. Spieltag der Regionalliga Nordost schlägt der SV Babelsberg 03 zu Hause Chemie Leipzig mit 1:0.

SVB-Neuzugang Daniel Frahn saß zu Beginn noch auf der Bank. Zur Galerie
SVB-Neuzugang Daniel Frahn saß zu Beginn noch auf der Bank. © Jan Kuppert
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Es sollte der einzige Treffer des Tages bleiben, sodass Rodes Coach Uzelac bei seiner Punktspielpremiere nach dem Ablauf der Nachspielzeit auf der Tribüne die ersten drei Punkte am Babelsberger Park und einen knappen, aber durchaus verdienten Sieg bejubeln konnte. „Wir haben zu Null gespielt und die drei Punkte. Das ist das, was am Ende zählt“, bilanzierte Uzelac, während sein Gegenüber Miroslav Jagatic mit Blick auf den ausgelassenen Jubel der Babelsberger nach dem Abpfiff meinte, dass man hätte denken können, sie hätten die Meisterschaft gewonnen.

Davon sind die Babelsberger, die in der Startelf gegen die Chemie-Kicker mit Torhüter Dominik Picak und Linksfuß Alexander Siebeck auf zwei von sieben Winterneuzugängen setzten, natürlich weit entfernt. Dennoch dürfte der zweite Saisonsieg im Kampf um den Klassenerhalt Auftrieb geben. Defensiv stand das Team, organisiert von Kapitän Leonard Koch in der Mitte der Dreier-Abwehrreihe, sehr stabil. Der ehemalige kroatische U21-Nationaltorhüter Picak war so eigentlich nur beim Mitspielen gefordert und musste keinen einzigen Torschuss abwehren.

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„Ich bin der Meinung, dass wir hier definitiv einen Punkt verdient gehabt hätten“, befand der Leipziger Jagatic, gab aber zu: „Der finale Ball in die Schnittstelle hat zu oft gefehlt, so kann man sich keine klaren Torchancen erspielen.“ Diese waren auch auf der anderen Seite Mangelware. Die beste Babelsberger Chance vor der Führung hatte Sven Reimann, dessen Kopfball von einem Gästespieler auf der Linie geklärt wurde. Nach dem Seitenwechsel verpasste Angreifer Tom Nattermann bei zwei Situationen den Torabschluss in aussichtsreicher Position nur denkbar knapp (64., 65.).

In Minute 76 wurde Nattermann vom Feld genommen und durch Daniel Frahn ersetzt. Der brauchte bei seinem Comeback im SVB-Trikot keine lange Anlaufzeit und wurde nach 81 Minuten im Chemie-Strafraum von Gegenspieler Benjamin Boltze zu Fall gebracht. Für Schiedsrichter Lechner zu wenig für einen Strafstoß. Aus Sicht von Frahn eine Fehlentscheidung: „Ich bekomme oben und unten eine mit. Für mich ein klarer Elfmeter. Aber das ist jetzt nicht mehr zu ändern und die Hauptsache ist, dass wir gewonnen haben.“

Vom FV Turbine Potsdam bis RB Leipzig: Die Karriere von Daniel Frahn in Bildern.

Vom FV Turbine Potsdam bis RB Leipzig: Die Karriere von Daniel Frahn in Bildern Zur Galerie
Vom FV Turbine Potsdam bis RB Leipzig: Die Karriere von Daniel Frahn in Bildern ©

So mussten der Angreifer und Trainer Uzelac bis zuletzt zittern, ehe der Auftakt des Punktspieljahres 2020 gelungen war. Der SVB-Vorsitzende Archibald Horlitz sagte nach der Partie mit Blick auf die sportliche Bedeutung des Sieges sowie der im Vorfeld schwer einzuschätzenden Reaktion der Fans auf die umstrittene Rückkehr von Frahn: „Es war sicher eines der emotionalsten Spiele, seitdem ich bei Babelsberg bin – aus vielerlei Hinsicht. Ich bin froh, dass alles ruhig geblieben ist und wir dieses Kampfspiel am Ende für uns entscheiden konnten.“

Nach der Begegnung richteten sich viele Augen auf Frahn. Dessen erster Weg führte zu seinem Sohn, der das Spiel auf der Tribüne verfolgte und anschließend auf dem Rasen des Stadions selbst gegen den Ball trat. Sein Papa hatte derweil viele Hände zu schütteln – sowohl in der Nordkurve als auch von Anhängern auf der Haupttribüne. Unter denen war Ex-Nulldrei-Angreifer Hendryk Lau, der früher am Park selbst immer mit der 32 – die neue Rückennummer von Frahn – auflief und den Rückkehrer herzlich umarmte.

SV Babelsberg 03: Picak – Awassi, Koch, Rode – Wilton, Reimann (57. Lela), Montcheu, Siebeck – Rangelov, Nattermann (76. Frahn), Dombrowa (85. Komnos).
Chemie Leipzig: Bellot – Boltze, Karau, Halili, Wajer (69. Wendt) – F. Schmidt (62. Petracek), B. Schmidt, Böttger, Bury – Kind, Kirstein (79 Keßler).

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