08. Mai 2020 / 18:21 Uhr

Vallstedts Ziel: Zurück in die Kreisliga

Vallstedts Ziel: Zurück in die Kreisliga

Peter Konrad
Peiner Allgemeine Zeitung
Etliche Jahre spielte GW Vallstedt (großes Foto, weiße Trikots) in der Landesliga und war die Nummer 1 im Kreis Peine. Nach dem Rückzug im Juni 2014 soll nun im Sommer ein Neuanfang in der 3. Kreisklasse erfolgen. Möglich gemacht haben dies (kleines Foto von links) Obmann André Koch, Dennis Spyra (künftiger Coach) und Timo Winkler.
Etliche Jahre spielte GW Vallstedt (großes Foto, weiße Trikots) in der Landesliga und war die Nummer 1 im Kreis Peine. Nach dem Rückzug im Juni 2014 soll nun im Sommer ein Neuanfang in der 3. Kreisklasse erfolgen. Möglich gemacht haben dies (kleines Foto von links) Obmann André Koch, Dennis Spyra (künftiger Coach) und Timo Winkler. © Kim Neumann
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Herren-Fußball hat es in Vallstedt schon etliche Jahre nicht mehr gegeben. Das soll sich nun ändern: In der kommenden Saison kicken die Grün-Weißen in der 3. Kreisklasse wieder um Punkte – und das neu formierte Team startet ambitioniert. „Ziel ist es, mittelfristig in die Kreisliga zu kommen“, erklärt Obmann André Koch.

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Er ist erst seit Anfang Februar 2020 im Amt, doch in dieser kurzen Zeit hat der Fußball-Obmann schon viel bewegt: Innerhalb weniger Wochen ist es André Koch geglückt, dem Fußball in Vallstedt neues Leben einzuhauchen. Denn nach mehrjähriger Pause wollen die Grün-Weißen nun wieder eine Herren-Mannschaft melden. „Für mich ist das auch ein persönlicher Erfolg“, sagt Koch.

Leicht sei es jedoch nicht gewesen, ein neues Team zusammenzustellen. „Schließlich mussten wir bei Null anfangen.“ Dementsprechend viele Gespräche führte er auch mit potenziellen Interessenten – wegen der Corona-Krise zumeist per Telefon oder per Mail. „Das war schon ein echtes Brett – und manchmal war ich auch dem Verzweifeln nahe.“ Weil Koch jedoch durch Timo Winkler viel Unterstützung erhielt, „sind wir Schritt für Schritt weitergekommen. Timo hat vieles in die Wege geleitet, ohne ihn wäre es schwierig geworden.“

Die zeitaufwendige Arbeit, die die beiden in das Vorhaben investierten, zahlte sich aus: Mittlerweile sind es etwas mehr als 20 Spieler, die sich dem ehemaligen Niedersachsenligisten anschließen wollen. „Zwar ist noch kein Pass bei uns eingegangen, aber ich bin mir sicher, dass 95 Prozent der Spieler, die zugesagt haben, auch kommen“, erklärt Koch. Darunter sind etliche Vallstedter, die pausiert haben oder aber derzeit noch für andere Vereine kicken – das war auch eine Prämisse bei der Kaderzusammenstellung, „weil dies die Identifikation mit dem Verein erhöht“, erläutert der 36-Jährige.

Einst Niedersachsenligist und bald wieder unten in der 3.Kreisklasse: Grün-Weiß Vallstedt in Bildern.

Saison 1999/2000: Zwei krasse Gegensätze: Die Reserve von Eintracht Braunschweig (in Gelb) wurde Meister, während Vallstedt mit Jens Matejasik (in Grün) nach nur einer Saison wieder in die Landesliga abstieg. 26 Punkte fehlten der Mannschaft von Trainer Manfred Albat zum rettenden Ufer. Zur Galerie
Saison 1999/2000: Zwei krasse Gegensätze: Die Reserve von Eintracht Braunschweig (in Gelb) wurde Meister, während Vallstedt mit Jens Matejasik (in Grün) nach nur einer Saison wieder in die Landesliga abstieg. 26 Punkte fehlten der Mannschaft von Trainer Manfred Albat zum rettenden Ufer. ©

Dass es überhaupt in so kurzer Zeit gelungen ist, so viele Spieler dazu zu bewegen, mit GW einen Neustart in der 3. Kreisklasse zu wagen, liegt auch an der Besetzung einer ganz entscheidenden Position: Coach wird Dennis Spyra, der aktuell noch Co-Trainer beim Landesligisten Eintracht Braunschweig II ist. „Dennis war unser Wunschkandidat“, erzählt Koch. Auch deshalb, weil Spyra mehrere Jahre für die Vallstedter in der Landes- und Bezirksliga aktiv war. „Er kennt den Verein und auch noch etliche Leute – das ist das Gute.“

Von der Verpflichtung des 33-Jährigen profitierten die Vallstedter auch postwendend. Denn Spyra nutzte seine vielfältigen Kontakte und überzeugte gleich acht Spieler, darunter zwei Landesliga-Akteure, zu den Grün-Weißen zu wechseln. „Mit seinem Netzwerk hat er uns enorm weitergeholfen, so dass die Mannschaft jetzt gut aufgestellt ist – auch in der Breite“, freut sich Koch.

Dennoch geben sich er und auch der Vereins-Chef bezüglich der Zielsetzung vorsichtig. „Priorität hat zunächst einmal, den Fußball wieder in Vallstedt zu etablieren. Denn die Leute hier sehnen sich danach, am Sonntag ab 15 Uhr wieder Spiele zu sehen“, betont René Kalinka. Parallel dazu soll auch die Arbeit im Nachwuchsbereich forciert werden. Es gibt zwar G-, F- und E-Junioren-Teams in Vallstedt, „aber danach wandern die Jungs ab, weil wir dann nichts mehr anbieten können“, bedauert Kalinka. Das zu ändern, betrachtet er als vordringliche Aufgabe. „Es wird allerdings ein Prozess sein, der Zeit in Anspruch nimmt.“

Gleiches gelte auch für den Herren-Bereich, erklärt er. Das sieht Koch, der zusammen mit Kalinka im Altherren-Team kickt, ähnlich. Keiner dürfe erwarten, „dass es nun jedes Jahr eine Klasse hoch geht“, mahnt Koch. Ohnehin spiele die Vergangenheit, in der zahlreiche Erfolge gefeiert wurden und die Grün-Weißen über Jahre die Nummer 1 im Kreis Peine waren, keine Rolle. „Das ist ganz weit weg“, versichert Kalinka.

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Einig ist er sich allerdings mit seinem Obmann, „dass wir mittelfristig in die Kreisliga wollen“. Unrealistisch sei das auf keinen Fall, konstatiert Koch. „Aufgrund des Kaders bin ich guter Dinge, dass wir das schaffen können“. Hinzu kommt die personelle Umstrukturierung im Vorstand. „Wir sind jetzt komplett neu aufgestellt. Dadurch gibt es frischen Wind, neue Ideen und Konzepte.“ Eines indes schließt er aus. „Es gibt für die Spieler kein Geld – weder Prämien noch eine Aufwandsentschädigung“, versichert er. Das begrüßt auch René Kalinka. „Denn wir wollen die Fehler von damals nicht wiederholen.“

Aber obgleich die Planungen der Vallstedter schon weit fortgeschritten sind, ist es noch nicht sicher, ob sie im Sommer auch mit einem Team starten können. Denn noch hat der Niedersächsische Fußballverband nicht entschieden, wie es aufgrund der Corona-Krise weitergeht. Er plädierte für die Fortsetzung der Saison ab September, doch fast alle Kreise sprachen sich gegen diesen Plan aus. „Dieses Votum kann der NFV eigentlich nicht ignorieren“, sagt Koch. Sollte der Verband jedoch trotzdem die Rückserie noch absolvieren lassen, „können wir die Mannschaft nicht melden, da dann im Sommer keine Spieler von anderen Vereinen zu uns wechseln dürften – für uns wäre das eine absolute Katastrophe“, betont André Koch.

Wer noch Teil des Teams werden möchte, meldet sich bei GW-Obmann André Koch (0172-3409741 oder E-Mail andre.koch84@gmx.de).