14. Oktober 2021 / 14:48 Uhr

Van Bommel will mehr Wolfsburg-Tore: "Am liebsten so schnell wie möglich"

Van Bommel will mehr Wolfsburg-Tore: "Am liebsten so schnell wie möglich"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Will von seinem Team und Top-Stürmer Wout Weghorst (am Ball) mehr Tore sehen: VfL-Coach Mark van Bommel.
Will von seinem Team und Top-Stürmer Wout Weghorst (am Ball) mehr Tore sehen: VfL-Coach Mark van Bommel. © dpa
Anzeige

Der VfL Wolfsburg tritt am Samstag bei Union Berlin an. Verloren haben die Niedersachsen gegen diesen Gegner noch nie. Damit das so bleibt, müsste vor allem vorn mal der Knoten platzen.

Bayern, Schalke, Wolfsburg - das klingt wir eine zünftige Groundhopper-Tour durch das emotionale Spektrum des Profi-Fußballs, ist aber aus Sicht von Union Berlin eher so etwas wie ein Endgegner-Kabinett: Nur gegen die Münchner, gegen S04 und gegen den VfL haben Köpenicker in ihren knapp zweieinhalb Bundesliga-Jahren in vier Versuchen nie einen Sieg landen können. Während sich Schalke dem erneuten Versuch entzogen hat und der FC Bayern erst wieder in zwei Wochen in der Alten Försterei vorstellig wird, ist der VfL jetzt dran: Samstag, 15.30 Uhr, fünfter Versuch.

Anzeige

Zwei Siege, zwei Unentschieden - das ist die Wolfsburger Sicht auf die Bundesliga-Bilanz dieses Duells, und rechnet man die beiden VfL-Erfolge aus der Aufstiegsrunde 1992 hinzu, kommt man zu dem Schluss: Im Fußball mag vieles möglich sein, eine Wolfsburger Niederlage aber gegen Union ist offenbar nicht vorgesehenen.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Sechs Duelle, vier Siege - schöne Zahlen, van Bommers Aufmerksamkeit gilt aber eher der Zahl Neun: Nur neun Tore hat der VfL in dieser Bundesliga-Saison geschossen. Wie wenig das ist, zeigt diese Einordnung: Acht weitere Mannschaft sind in Sachen Torausbeute ebenfalls noch einstellig, sechs davon belegen die letzten sechs Plätze in der Liga. Van Bommel lässt im Training fleißig das Spiel vor des Gegners Tor üben. Denn bis dahin finde er das Spiel seiner Mannschaft gut. "Wir kommen ins letzte Drittel, aber wir kreieren dort keine klaren Torchancen. Wir müssen die Angriffe dort besser ausspielen - das habe ich mit den Jungs auch besprochen." So gut es dem VfL-Coach auch gefalle, dass sein Team auf Platz drei der Ballbesitz-Statistik steht, weiß auch er, dass das nicht alles ist. Der Niederländer mit einem Schmunzeln: "Da kann man sagen: Holländer haben Ballbesitz, gewinnen aber nix..."

Deshalb gelte es jetzt, genau daran zu arbeiten, dass aus diesem Ballbesitz-Übergewicht auch gefährliche Torchancen - und natürlich Tore entstehen. "Man braucht erst mal den Ball, um sich überhaupt Chancen herausspielen zu können", sagt van Bommel. "Deshalb ist jetzt der nächste Schritt für uns, dass wir dominant sind und uns daraus Chancen erspielen und diese nutzen. Diesen Schritt müssen wir gehen - und das am liebsten so schnell wie möglich."

Und schon sind wir von der Tor-Anzahl 9 bei der Rückennummer 9: Top-Stürmer Wout Weghorst, der bislang bei drei Saison-Toren steht, nimmt van Bommel in die Pflicht. "Ich habe mit ihm gesprochen, es müssen natürlich mehr Tore von ihm sein", sagt der VfL-Coach, der aber direkt nachschiebt: "Bei einem Stürmer sind immer mal Phasen dabei, wo es nicht so läuft, wie man das will." Als Alternative bietet sich Lukas Nmecha an - doch inwieweit es wirklich eine Option sein kann, Weghorst auf die Bank zu setzen, ließ der Coach offen, sagt nur: "Wout würde es akzeptieren."

Immerhin: Der VfL trifft nicht viel, aber regelmäßig. Seit dem 0:2 gegen Dortmund im April war er in jeder Liga-Partie mindestens einmal erfolgreich.


Gerhardt fällt aus

Verzichten muss van Bommel am Samstag auf Mittelfeld-Alternative Yannick Gerhardt, der nach seiner Mittelfußprellung nicht rechtzeitig fit wird. "Der Schlag ist zu stark gewesen, der Bluterguss muss erst raus aus dem Fuß, das dauert dort länger als beispielsweise im Oberschenkel", sagt der VfL-Trainer. Als Back-Up für Maximilian Arnold/Josuha Guilavogui darf sich darum Aster Vranckx Joker-Chancen ausrechnen - zumal der junge belgische Neuzugang eventuell am Mittwoch beim Champions-League-Spiel in Salzburg ohnehin gebraucht wird, dann nämlich ist Guilavogui gesperrt.

Schon am Samstag wegen einer Sperre nicht dabei ist Maxence Lacroix, der Innenverteidiger (Gelb-Rot gegen Gladbach) verpasst sein erstes Saisonspiel. Jay Brooks und Sebastiaan Bornauw sind wieder fit, als Alternative lauert Micky van de Ven auf seine Chance.