14. Oktober 2021 / 19:29 Uhr

VAR bei Abseits bald außen vor? FIFA-Berater Arsène Wenger spricht über Änderungen zur WM 2022

VAR bei Abseits bald außen vor? FIFA-Berater Arsène Wenger spricht über Änderungen zur WM 2022

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die FIFA um Trainer-Legende Arsène Wenger plant, dass Abseitsstellungen bald automatisch erkannt werden sollen.
Die FIFA um Trainer-Legende Arsène Wenger plant, dass Abseitsstellungen bald automatisch erkannt werden sollen. © IMAGO/Noah Wedel/dpa/Montage
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Die Abseitsregel ist eine der kompliziertesten im Fußball. Wird schon bald automatisch entschieden, ob ein Spieler regelwidrig im Abseits steht? FIFA-Berater Arsène Wenger hat nun über einen Plan des Weltverbands gesprochen, den Videoschiedsrichter bei Abseits-Entscheidungen komplett außen vor zu lassen.

Kaum eine Regel im Fußball ist so elementar: Abseits ist, wenn der Stürmer des angreifenden Teams im Moment der Ballabgabe vor dem Ball und mit einem Körperteil (mit dem man regulär ein Tor erzielen kann) hinter dem vorletzten Spieler der Verteidigung in der gegnerischen Hälfte steht. Doch bei der Umsetzung der Regel durch den Videoschiedsrichter (VAR) kommt es häufig trotz kalibrierter Linien zu längeren Überprüfungen, die den Spielfluss unterbrechen. Geht es nach Trainerlegende Arsène Wegner, aktuell Direktor der Technischen Beratungsgruppe des Fußball-Weltverbands FIFA, sollen die Abseits-Entscheidungen bereits zur Weltmeisterschaft in Katar (21. November bis 18. Dezember 2022) komplett automatisiert getroffen werden.

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Wenger sagte bei einem Pressegespräch in Paris, dass der Fußball "weiter Fortschritte bei der Geschwindigkeit des Treffens von Entscheidungen – besonders bei Abseits" machen müsse. Der Franzose versprach: "Bei der WM 2022 in Katar werden wir viel besser in der Lage sein, schnelle Abseits-Entscheidungen zu treffen. Und es wird das Spiel weniger unterbrechen." Der ehemalige Arsenal-Boss sieht eine "gute Chance, dass Abseits bei der WM 2022 in Katar automatisiert wird". Wie genau die FIFA das umsetzen will, verriet Wenger jedoch nicht. "Ich bin zur Verschwiegenheit verpflichtet, aber das wird der nächste große Entwicklungsschritt im Schiedsrichterwesen sein."

Den VAR komplett abschaffen will Wenger mit der geplanten Abseits-Revolution jedoch nicht. Der 71-Jährige hält den Videobeweis für äußerst sinnvoll. "Der VAR ist eine nützliche Hilfe und muss bleiben, um mehr faire Entscheidungen zu treffen. Vor der Einführung gab es 93 Prozent faire Entscheidungen, heute sind es 97 Prozent", rechnete der FIFA-Berater vor. "Das sind hunderte Entscheidungen im Verlauf einer Meisterschaft. Er ist wichtig."

Immer wieder Wenger: Die Beratungsgruppe der FIFA um Direktor Wenger hatte zuletzt die Ausrichtung der WM alle zwei Jahre vorgeschlagen. Er will trotz heftiger Gegenwehr die Pläne durchfechten. "Wenn wir so weitermachen, fahren wir gegen die Wand", hatte der Ex-Star-Trainer unlängst gesagt. Mit den Plänen für eine weitreichende Reform des Spielkalenders sei er "nicht auf einem Ego-Trip". Besonders aus Europa kommt heftiger Widerstand gegen einen verkürzten WM-Rhythmus. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin drohte sogar mit einem WM-Boykott.