31. Oktober 2022 / 12:44 Uhr

Dietmar Hamann rechnet mit VAR ab: "Macht keinen Sinn", "Zuschauer leiden", "Statistik gefärbt"

Dietmar Hamann rechnet mit VAR ab: "Macht keinen Sinn", "Zuschauer leiden", "Statistik gefärbt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hat den VAR scharf kritisiert: Sky-Experte Dietmar Hamann.
Hat den VAR scharf kritisiert: Sky-Experte Dietmar Hamann. © IMAGO/Team 2/Jan Huebner (Montage)
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Dietmar Hamann sieht in der derartigen Form keine Zukunft für den VAR. Der Ex-Nationalspieler zählt auf, was ihm an dem technischen Hilfsmittel alles missfällt und nimmt mit Blick auf mögliche Veränderungen auch die Vereine in die Pflicht.

Nach den neuerlichen Debatten um den Videoassistenten hat Dietmar Hamann zum großen Rundumschlag ausgeholt und den Einsatz des technischen Hilfsmittels generell in Frage gestellt. "So macht es keinen Sinn. Wir haben die Diskussion jede Woche. Der DFB kommt dann wieder mit seinen schön gefärbten Statistiken und sagt, es gebe im ganzen Jahr nur ein oder zwei Fehlentscheidungen. Ich kann aus dem Stegreif zehn Fehlentscheidungen nennen, und wir haben erst zwölf Spieltage gespielt", sagte der Ex-Nationalspieler bei Sky90: "Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem wir nicht eine Entscheidung haben, die einfach falsch ist."

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Dass Hamanns Kritik nicht vollends von der Hand zu weisen ist, zeigte sich am vergangenen Samstag. Eintracht Frankfurt wurde bei der 1:2-Heiniederlage gegen Borussia Dortmund ein klarer Elfmeter verweigert. Schiedsrichter Sascha Stegemann gestand den Fehler des VAR nach der Partie öffentlich ein. Nach Ansicht von Hamann haben derartige Fälle weitreichende Konsequenzen für die Bundesliga und den Fußball. "Was man nicht vergessen darf: Der Zuschauer ist der, der leidet. Die Frankfurter Fans sehen die Szene nach dem Spiel und fragen sich dann, wie es da keinen Elfmeter geben kann. Das Stadionerlebnis ist ein anderes, die Spieler jubeln nicht mehr. Die Fans trauen sich nicht mehr zu jubeln."

Man sei "momentan krampfhaft dabei, immer wenn ein Tor gefallen ist, nach etwas zu suchen", schimpfte Hamann und nahm auch die Klubs in die Pflicht. Der DFB werde schließlich nicht bei der FIFA oder den internationalen Regelhütern vorsprechen, um etwas zu verändern. "Das wäre ja ein Schuldeingeständnis, dass man es nicht umgesetzt bekommt. Das muss von den Vereinen ausgehen", meinte der Sky-Experte und sieht das Problem offenbar vornehmlich in Deutschland.

"Die UEFA und die FIFA wollen den VAR ja unbedingt. Bei der WM wird das Ganze auch wunderbar funktionieren. Weil die das Spiel laufen lassen. Da wird man im gesamten Turnier zehn oder 15-mal eingreifen, aber nur wenn der Schiedsrichter etwas nicht gesehen hat und nicht wenn jemand mit dem Arm den Ball streift", meinte der frühere Bayern-Profi: "Ich hoffe, dass irgendwas passiert. Ob es menschliches Versagen ist oder die Umsetzung das Problem ist, interessiert mich gar nicht mehr. So kann es nicht weitergehen."

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