03. August 2022 / 16:19 Uhr

"Verantwortung der Vereine": VAR-Chef Drees fordert Videobeweis-Bilder für Fans im Stadion

"Verantwortung der Vereine": VAR-Chef Drees fordert Videobeweis-Bilder für Fans im Stadion

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Schiedsrichter Drees will den Video-Assistenten als Hilfsmittel in der Bundesliga weiter optimieren. 
Ex-Schiedsrichter Drees will den Video-Assistenten als Hilfsmittel in der Bundesliga weiter optimieren.  © IMAGO/osnapix/Martin Hoffmann (Montage)
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Für mehr Transparenz könnten schon bald bei Videobeweis-Entscheidungen die entsprechenden Szenen über die Leinwände in den Bundesliga-Stadien gezeigt werden. Projektleiter Jochen Drees spielt den Ball der Entscheidung dafür zu den Vereinen selbst. 

Auch vor der anstehenden sechsten Bundesliga-Saison mit dem Videobeweis gibt es immer wieder Diskussionen um die Umsetzung und die Transparenz des technischen Hilfsmittels. Jochen Drees, ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter und mittlerweile Projektleiter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) für den Video Assistant Referee (VAR), spricht sich nun deutlich für eine Neuerung aus.

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Die Stadionzuschauer im deutschen Profifußball sollten genauso über die Entscheidungen informiert werden, die im Videokeller oder vom Referee auf dem Feld in der "Review Area" getroffen werden, wie die Fans vor den Bildschirmen. "Wir finden das sinnvoll", sagte Drees in einer Medienrunde mit den DFB-Eliteschiedsrichtern in Frankfurt am Main. "Wir könnten die Bilder an die Stadien schicken, das ist aus meinem Verständnis nicht allzu schwer."

Das Problem liegt aus Sicht des 52-Jährigen bei den Klubs, die noch Vorbehalte äußern. Dem DFB obliegt keine Hoheit, weil das Hausrecht bei jedem einzelnen Verein liegt. Die Skepsis aufgrund von mangelnder Leinwandqualität oder Bedenken, wie die Fans auf mögliche Videobeweis-Entscheidungen reagiert, überwiegen laut Drees noch. Der Ball liege nun auf Seiten der Deutschen Fußball Liga (DFL) und ihren Klubs. "Die Erwartungshaltung von uns ist, den nächsten Schritt zu machen", betont Drees und ergänzt: "Ich glaube, wenn man es sauber begleitet und gut aufbereitet, gibt es keine Argumente, die dagegenstehen." Durchsagen in den Arenen sieht der ehemalige Unparteiische hingegen als falsch an, "weil der zeitliche Versatz zur getroffenen Entscheidung zu groß ist".

Wird die Kommunikation zwischen den Referees bald offengelegt?

Anderen Ideen gegenüber zeigt sich der DFB-Funktionär durchaus offen. In England, so berichtete die Times, könne womöglich bald die Kommunikation zwischen den Schiedsrichtern im Anschluss an die Spiele offengelegt werden. Geplant ist, Audio-Mitschnitte bei Youtube zu veröffentlichen. Premier-League-Chef Richard Masters sagte dem britischen Blatt, es gäbe "breite Unterstützung" für die Idee.

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In der US-amerikanischen Major League Soccer ist das Prozedere bereits üblich. Der bisherige Chef der MLS-Schiedsrichter, der Brite Howard Webb, steht laut dem Bericht vor einer Rückkehr in die Premier League, wo er in Zukunft die Leitung der Schiedsrichter übernehmen soll. Sollte die englische Spitzenliga das tatsächlich umsetzen, "tut es uns gut, diese Entwicklungen zu verfolgen und die Vor- und Nachteile abzuwägen", erklärt Drees.

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