08. Oktober 2021 / 13:01 Uhr

Vater gegen Sohn: Duell der Erdmänner bei Wacker Dahlen gegen Mügeln/Ablaß

Vater gegen Sohn: Duell der Erdmänner bei Wacker Dahlen gegen Mügeln/Ablaß

Christian Kluge
Leipziger Volkszeitung
Paul Erdmann (hier in einem Spiel aus dem Jahr 2019) weiß wie man gegen Dahlen Tore schießt.
Paul Erdmann (hier in einem Spiel aus dem Jahr 2019) weiß wie man gegen Dahlen Tore schießt. © Gerhard Schlechte
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Die Kreispokal-Begegnung zwischen dem FSV Wacker Dahlen und dem SV Mügeln/Ablaß bringt eine gewisse Würze mit sich. Denn dabei trifft nicht nur Tony Müller auf seinen alten Verein, auch ein Familienduell steht an. Mügelns treue Seele Paul Erdmann trifft auf Vater Steffen, welcher seit Jahren der Verantwortliche für den Herrenbereich bei Dahlen ist.

Ablaß. Auf ein höchst interessantes Spiel dürfen sich die Fußballfans am Sonnabend um 14 Uhr auf dem Sportplatz an der Alten Salzstraße in Ablaß freuen. Dann erwartet der SV Mügeln/Ablaß 09 den FSV Wacker Dahlen. In der letzten Saison spielten beide Teams noch zusammen in der Nordsachsenliga – bis es im Sommer zum abrupten Rückzug der Mügelner in die Kreisliga kam, nachdem mehrere Spieler den Verein kurzfristig verlassen hatten.

Pascal Ziegler und Louis Hoffmann wechselten zu Blau-Weiß Wermsdorf, aktuell ungeschlagener Spitzenreiter der Nordsachsenliga. Und Tony Müller ging zu eben jenen Dahlenern. Zuvor hatte schon in der Winterpause der Saison 2020/21 Ben Dechert das SV-Team Richtung Wermsdorf verlassen. „Sie sind wohl der Meinung, dass sie dort den Aufstieg in die Landesklasse schaffen können“, meint Arne Schütze, in Personalunion Präsident und Torwart des SV Mügeln/Ablaß, im Gespräch mit dem SPORTBUZZER vor dem anstehenden Pokalspiel.

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Doch der Mügelner Coach Matthias Streit ließ sich davon nicht entmutigen und formte aus den „Resten“ der ersten Mannschaft und mehreren Spielern der Zweiten ein neues schlagkräftiges Team, das aktuell nach fünf Spielen ohne Punktverlust den zweiten Platz in der hiesigen Kreisliga belegt. Denn das Wort „Reste“ trifft es natürlich nicht wirklich. Unter anderem hielt Stürmer und Kapitän Paul Erdmann zur Stange, der mit neun Treffern die Kreisliga-Torjägerliste unangefochten anführt.

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"Immer eine enge Geschichte"

Und nun wird es richtig interessant. Denn während der 32-jährige Paul Erdmann trotz zahlreicher Angebote seinem SV Mügeln/Ablaß seit über zehn Jahren die Treue hält, ist Papa Steffen Erdmann seit Jahren der Verantwortliche für den Herrenbereich bei Wacker Dahlen. „Ich bin schon seit 40 Jahren hier in Dahlen und habe damals Klempner gelernt“, erzählt Steffen Erdmann, der früher selbst als Torjäger im Heidestädtchen aktiv war. „Bis 1994, da kam nach einem Knöchelbruch das Karriereende.“ Das passierte natürlich beim Fußball, dem Erdmann Senior trotzdem treu blieb.

„Natürlich bin ich am Sonnabend auch beim Familienderby in Ablaß“, sagt der FSV-Herrenchef. „Wir sind zwar der Favorit, aber Mügeln ist sicher nicht chancenlos.“ Genauso sieht es SV-Präsident Arne Schütze auch. „Dahlen hat sich gut verstärkt, unter anderem ja mit Tony Müller. Aber die letzten Spiele in der Nordsachsenliga gegen Wacker waren immer eine enge Geschichte.“

Dahlen wittert Morgenluft

So dürfte sich der Dahlener Chefcoach Thomas Patommel nur ungern an die letzte Partie gegen Mügeln/Ablaß erinnern. Die fand am 11. Oktober 2020 statt. Durch zwei Treffer von Robin Schindler und ein Tor von Paul Erdmann gewannen die Gäste im Heidestadion mit 3:2. Beide stehen auch jetzt noch im Aufgebot von SV-Coach Matthias Streit. Schindler ist allerdings ausgerechnet vor dem Pokalspiel leicht angeschlagen. Streit hat übrigens eine neue schlagkräftige Angriffsachse gebildet. Neben Erdmann stürmt jetzt Stanley Winkler, der aus der aufgelösten zweiten Männermannschaft zur Ersten stieß.


Auch die drei Abwehrspieler Tom Wacke, Florian Henry Lippert und Eric Kupatsch sowie Mittelfeldakteur Paul Elsner sind nun regelmäßig in der Kreisliga-Elf dabei. „Wir haben gute Kontakte zu Wacker Dahlen und kennen den Gegner aus dem Effeff“, sagt SV-Keeper Arne Schütze. „Außer Schindler fehlt bei uns nur noch Rick Schubert aufgrund einer Muskelverletzung.“ Die Mügelner Ersatzbank ist am Sonnabend auf jeden Fall voll besetzt. Doch auch in Dahlen wittert man nach vielen Verletzungsausfällen Morgenluft. Steffen Erdmann: „Dieses Wochenende sieht es wieder etwas rosiger aus bei uns. Und im nächsten Punktspiel gegen Luppa-Süd sollten dann alle wieder spielen können.“

Luppa-Süd? Der Dahlener lacht und erklärt: „So nennen wir die Wermsdorfer, wenn wir sie ein bisschen necken wollen.“ Grund sind die Spielgemeinschaften der Hubertusburger mit Luppa – und Wermsdorf liegt geografisch gesehen nun mal im Süden seines Ortsteils mit dem beliebten Badesee. Wie kommt es eigentlich, dass das Sonnabend-Pokalspiel nicht auf dem äußert gepflegten Rasenplatz in Mügeln ausgetragen wird? Arne Schütze dazu: „Die Männermannschaft spielt die Hinrunde in Ablaß und die Rückrunde dann in Mügeln.“

Gutes Omen

Einschränkungen für die Fußballfans durch Corona wird es laut Schütze am Sonnabend in Ablaß nicht geben. Der SV-Keeper hält übrigens auch schon seit über zwölf Jahren seinem Verein die Treue, nachdem er in Jugendzeiten für Mutzschen aktiv war. „Torwart bin ich schon immer“, sagt der 34-Jährige, der als Assistent der Geschäftsführung im Autohaus Ronny Wacke in Luppe tätig ist.

Was ist nach dem freiwilligen Rückzug aus der Nordsachsenliga eigentlich das Saisonziel von Mügeln/Ablaß? Schütze: „Wir wollen um die vorderen Plätze mitspielen. Das Spitzenspiel ist sicher die Partie gegen den FSV Beilrode.“ Die Beilroder führen aktuell die Tabelle mit 21 Punkten aus sieben Spielen an. Dahinter folgt Mügeln/Ablaß mit ebenfalls weißer Weste und 15 Zählern aus fünf Spielen. Punktgleich übrigens mit dem Tabellendritten Doberschütz-Mockrehna, der sich in der Sommerpause auch aus der Nordsachsenliga zurückgezogen hatte.

Genau diesen Gegner hat das Kreisliga-Team von Coach Matthias Streit am 2. Oktober auswärts mit 3:2 bezwungen. Das sollte ein gutes Omen für das Sonnabend-Pokalspiel sein. Zumal Dahlen in den beiden letzten Nordsachsenliga-Spielen nicht gewinnen konnte. Zuhause gegen Zschortau kassierte die Patommel-Elf ein 0:3 und in Süptitz stand es nach 90 Minuten 3:3. Für Spannung ist also gesorgt.