17. Januar 2020 / 12:15 Uhr

Verachtung und Verehrung: Union-Protest bei Gastspiel in Leipzig

Verachtung und Verehrung: Union-Protest bei Gastspiel in Leipzig

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Unioner Fans zeigen am ersten Spieltag gegen RB Leipzig Plakate mit der Aufschrift: DFL: Zeit für Veränderungen der Fußball gehört allen!
Die Unioner Fans zeigen am ersten Spieltag gegen RB Leipzig Plakate mit der Aufschrift: "DFL: Zeit für Veränderungen der Fußball gehört allen!" © Britta Pedersen/dpa
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Den Anhängern von Union Berlin ist das „Konstrukt RB Leipzig“ ein Dorn im Auge. Deshalb wird auch vor dem Auftakt der Rückrunde protestiert. Leipzigs Fans hingegen huldigen einem Ex-Spieler.

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Die einen inszenieren in tiefer Abneigung einen Trauermarsch, die anderen feiern ihren abgewanderten Liebling mit einer eigenen Choreographie – Fans von Union Berlin und RB Leipzig nutzen den Rückrunden-Auftakt zur Rückrunde der Fußball-Bundesliga als ganz unterschiedliche Plattform. Während die RB-Anhänger sich am Samstag (18.30 Uhr/im SPORTBUZZER-Liveticker) vom nach Neapel transferierten Diego Demme verabschieden, steht das Spiel für Union-Fans ganz im Zeichen des Protests.

„Wie schon zu unserem ersten Bundesligaspiel, kann es auch diesmal nur bedeuten, dieses Spiel als kein normales anzusehen und weiterhin Haltung zu bewahren“, teilte das Wuhlesyndikat mit. Den offenen Brief der Ultra-Gruppierung unterschrieben auch fast 40 andere Fanclubs: „Nur mit einem kontinuierlichen und ausdauernden Protest können wir ein ausdrucksstarkes Zeichen setzen.“

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Bereits im ersten Aufeinandertreffen hatten die Union-Anhänger protestiert und die ersten 15 Minuten geschwiegen. Kurioserweise hatte Leipzig beim 4:0 just dann das erste Tor geschossen, als die Berliner ihren Protest hinter sich hatten. Union-Coach Urs Fischer scherzte deshalb rückblickend: „Wenn ich ans Hinspiel denke, waren die ersten 15 Minuten nicht so schlecht. Es wurde dann eher ein bisschen schwächer als die Stimmung kam.“

Am Samstag muss pünktlich erscheinen, wer den Protest nicht verpassen will. Schon um 16.30 Uhr trifft sich die Union-Gefolgschaft zu einem Trauermarsch vom Leipziger Hauptbahnhof zum Stadion. Es gibt sogar modische Tipps: „Hierbei ist es wichtig, dass alle in schwarz erscheinen.“ Union rechnet in Leipzig mit bis zu 8000 eigenen Fans.

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Im Stadion selbst soll der Gästeblock dann geschlossen erst wenige Minuten vor Anpfiff betreten werden. Dann geht es routiniert mit 15 Minuten Schweigen weiter. „Lasst uns erneut zusammen ein geschlossenes Zeichen setzen und Haltung bewahren. Für den Fußball, den wir lieben!“, schrieb das Wuhlesyndikat.