19. April 2021 / 15:54 Uhr

Verbände fordern, Sport draußen zu erlauben

Verbände fordern, Sport draußen zu erlauben

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Vor allem Kinder sollen auf den Fußballplatz zurück dürfen, fordert der NFV.
Vor allem Kinder sollen auf den Fußballplatz zurück dürfen, fordert der NFV. © Sönke Rathje
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Wie geht es mit dem Corona-Lockdown weiter? So wie jetzt jedenfalls nicht, fordern der Niedersächsische Fußballverband und der Deutsche Olympische Sportbund. Vor allem Kinder und Jugendliche sollten wieder gemeinsam Sport treiben dürfen.

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Während auf Bundesebene über einen härteren Lockdown diskutiert wird, wächst der Unmut im Sport über unflexible Verbots-Regelungen. So fordert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), dass „insbesondere Kinder und Jugendliche endlich aus der inzwischen über ein Jahr anhaltenden Bewegungslosigkeit befreit werden“. Und der Niedersächsische Fußballverband (NFV) unterstützt einen Offenen Brief von 28 großen niedersächsischen Sportvereinen an die Landesregierung, die Lockerungen für den Sport gefordert haben.

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„Wir sehen auch die aktuellen hohen Infektions- und Inzidenz-Zahlen, die uns alle dazu mahnen, weiterhin vorsichtig und rücksichtsvoll zu sein“, sagt NFV-Präsident Günter Distelrath. „Aber Fakt ist auch, dass wissenschaftliche Studien belegen, dass die Infektionsgefahr beim Fußball sehr gering ist. Darauf haben wir in den vergangenen Monaten immer wieder gegenüber der Politik hingewiesen. Erst zu Beginn vergangener Woche hat die deutsche Gesellschaft für Aerosolforschung noch einmal bekräftigt, dass der Anteil von Infektionen im Freien im Promillebereich liegt.“

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Verfasser des Positionspapiers ist der Biophysiker Dr. Gerhard Scheuch, der sich hierzu auch im Bundesgesundheitsausschuss geäußert hat. „99,9 Prozent der Ansteckungen erfolgen in geschlossenen Räumen“, sagte der Aerosol-Experte gegenüber dem Portal „fussball.de“. „Fußball ist völlig unbedenklich“. In dem Interview bezieht er auch dazu Stellung, ob das Training in der aktuellen Situation kontaktfrei durchgeführt werden muss. Scheuch: „Klares Nein. Spielformen, Zweikämpfe, also ein ganz normales Mannschaftstraining sind problemlos möglich.“ Für das grundsätzliche Verständnis sei wichtig: „Ansteckungen entstehen durch Aerosole, nicht durch Kontakte. An der frischen Luft verflüchtigen sich Aerosole sehr schnell, die nötige Konzentration für eine Ansteckung wird dadurch nicht erreicht.“

Distelrath hatte Ende Februar in einem Schreiben an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil hervorgehoben, dass eine möglichst baldige Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes vor allem für Kinder und Jugendliche dringend erforderlich sei. „Das Fußballspielen und der regelmäßige Kontakt zu Gleichaltrigen leistet einen großen gesundheitsfördernden und sozialen Beitrag zum körperlichen und psychischen Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen“, betonte der NFV-Präsident.

Den gleichen Tenor hat ein Brief des DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann an die Fraktionsvorsitzenden der Regierungskoalition. „Mit Hilfe der bestehenden und bewährten Konzepte des Sports sowie der vielen Engagierten vor Ort können und müssen wir nun zeitnah sicher und verantwortungsvoll wieder starten“, forderte Hörmann mit Verweis auf Studien, die das Infektionsrisiko bei Aktivitäten im Außenbereich auf 0,1 Prozent beziffern, und die auf den Schutz durch das Sporttreiben vor Bewegungsmangel und schweren Covid-Verläufen hinweisen.

Von Matthias Press