27. Mai 2020 / 10:00 Uhr

Verbände könnten DFB-Pokalteilnehmer bestimmen: Gifhorn-Trainer tobt!

Verbände könnten DFB-Pokalteilnehmer bestimmen: Gifhorn-Trainer tobt!

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Verärgert: MTV-Trainer Michael Spies kann die Entscheidung des DFB nicht nachvollziehen.
Verärgert: MTV-Trainer Michael Spies kann die Entscheidung des DFB nicht nachvollziehen. © Boris Baschin
Anzeige

Wegen der Corona-Pandemie pausiert der Amateurfußball weiterhin, der Ligabetrieb steht in Niedersachsen vor dem Abbruch. Aber was passiert mit dem NFV-Pokal? Der DFB hat auf seinem Bundestag ein Abbruchszenario veröffentlicht, das bei MTV-Trainer Michael Spies für großen Ärger sorgt.

Anzeige
Anzeige

Mit knappen Siegen hat sich der MTV Gifhorn in dieser Spielzeit bereits bis ins Halbfinale des NFV-Pokals gekämpft - doch nun könnte es ein bitteres Ende geben. Eigentlich müsste das Team von Coach Michael Spies als nächstes beim SC Spelle-Venhaus ran, doch es deutet vieles darauf hin, dass der Wettbewerb wegen der Corona-Krise nicht zu Ende gebracht werden kann. Aber was würde das für den DFB-Pokal bedeuten? Eigentlich gehen nämlich die 21 Landesverbandspokalsieger, die ersten Vier der 3. Liga sowie drei Vereine der Landesverbände, die die meisten Männer-Mannschaften im Spielbetrieb haben, zusammen mit den 36 Erst- und Zweitligisten an den Start.

Oberliga: MTV Gifhorn - Lupo/Martini Wolfsburg

Oberliga: MTV Gifhorn - Lupo/Martini Wolfsburg Zur Galerie
Oberliga: MTV Gifhorn - Lupo/Martini Wolfsburg © Michael Franke

Für den Fall des Abbruchs hat sich der DFB nun etwas überlegt - und das sorgt für Ärger. Die Delegierten legten fest: "Sollte der Pokalwettbewerb eines Landesverbandes der Spielzeit 2019/2020 bei den Männern bis zum Ablauf der Meldefrist nicht beendet sein, wurde beschlossen, dass der jeweilige Landesverband innerhalb einer Meldefrist statt des Verbandspokalsiegers in eigener Verantwortlichkeit einen anderen Teilnehmer für den DFB-Pokal der Männer für die Spielzeit 2020/2021 benennen kann.“ Spies versteht diese Entscheidung überhaupt nicht. "Das wäre ein Witz!", so der Ex-Bundesliga-Profi; der immer noch den Rekord für die meisten Erstliga-Klubs in Deutschland hält. "Das wäre peinlich hoch zehn, das geht gar nicht. Ich weiß nicht, wieso man den DFB-Pokal dann überhaupt spielen muss."

Mehr zum MTV Gifhorn

Sollten die Landesverbände tatsächlich entscheiden, wer beim DFB-Pokal dabei sein darf, wäre es "fairer zu losen als einen Verein zu bestimmen", betont Spies. "Jeder der vier Halbfinalisten hat es verdient, dabei zu sein." Ob wirklich gelost wird oder sich der NFV für eine andere Variante entscheidet, ist noch offen. "So weit sind wir noch nicht", sagt Spielausschussvorsitzender Jürgen Stebani, der ein Losverfahren jedoch für "das Unfairste" hält, "weil es nicht sportlich wäre". Das Bestreben sei nach wie vor, den Pokalwettbewerb zu Ende zu spielen.

Darauf hofft auch Spies. Doch sollte eine Fortsetzung bis Ende Juni nicht möglich sein, könnte sich Gifhorns Coach auch vorstellen, die Spiele vor dem DFB-Pokalfinale Anfang Juli auszutragen. "Dann hätten wir wegen der Wechselfrist aber andere Mannschaften", merkt Spies an. Unabhängig davon, wie es mit dem NFV-Pokal weitergeht, es hängt viel dran - nicht nur sportlich, auch finanziell. Daher schlägt Gifhorns Trainer vor: "Sollte der Wettbewerb abgebrochen werden müssen, sollte das Geld für das Erreichen des Endspiels und der ersten DFB-Pokalrunde auf die vier Halbfinalisten aufgeteilt werden."