01. Juni 2022 / 07:00 Uhr

Verbands-Vizepräsident der Ukraine: Das stimmt mich vor den WM-Play-offs gegen Schottland zuversichtlich

Verbands-Vizepräsident der Ukraine: Das stimmt mich vor den WM-Play-offs gegen Schottland zuversichtlich

Dimitrios Dimoulas
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oleg Protassow spricht im RND-Interview über die Rückkehr der ukrainischen Fußballnationalmannschaft. 
Oleg Protassow spricht im RND-Interview über die Rückkehr der ukrainischen Fußballnationalmannschaft.  © IMAGO/ANE Edition/Montage
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Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs absolviert die ukrainische Nationalmannschaft wieder ein Pflicht-Länderspiel – und direkt ein besonderes: In Glasgow gegen Schottland steht das Halbfinale der Play-offs zur Weltmeisterschaft an. Im RND-Interview sagt der Verbands-Vizepräsident der Ukraine, Oleg Protassow, dass träumen durchaus erlaubt ist.

Es wird eine ganz besondere Partie: Im Schatten der russischen Invasion spielt die ukrainische Nationalmannschaft am Mittwoch (20.45 Uhr, live bei DAZN sehen [Anzeige]) um ihre Chance auf die Teilnahme an der WM in Katar. Im Halbfinale der Play-offs tritt das Team in Glasgow gegen Schottland an. Gewinnen die Ukrainer diese Partie, spielen sie am Sonntag in Wales um das letzte europäische Ticket für die Weltmeisterschaft am Jahresende. "Jetzt möchten sie ih­ren Beitrag leisten und dem leidtragenden Volk mit einem potenziellen Erfolg etwas Freude schenken", sagt Oleg Protassow, Verbands-Vizepräsident, im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND+).

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Ursprünglich waren die Play-off-Spiele bereits für den März geplant gewesen. Der Weltverband FIFA stimmte aber einem Antrag der Ukrainer auf eine Verschiebung wegen des russischen Angriffs zu. Trotz Monaten ohne Pflichtspiel befinde sich die Mannschaft nun aber rechtzeitig zu den Play-offs in einer guten Verfassung, sagt Protassow. "Mir wird ein sehr positives Bild des Teams übermittelt. Die Mannschaft hat bei Freundschaftsspielen gegen Mönchengladbach, den italienischen Erstligisten FC Empoli und den HNK Rijeka mit ordentlicher Leistung und guten Resultaten (Anm. d. Red.: zwei Siege, ein Unentschieden) Wettkampfpraxis sammeln können", zeigte sich der Funktionär zuversichtlich.

Ukraine hätte WM-Wildcard nicht akzeptiert

Zudem seien seit der vergangenen Woche auch die Legionäre aus England und Italien dazugestoßen, "sodass Nationaltrainer Oleksandr Petrakow aus dem Vollen schöpfen kann", berichtet Protassow. Sollte sich die Ukraine für die WM qualifizieren, würde sie dort in der Vorrunde auf England, den Iran und die USA treffen. Eine Wildcard der FIFA für das Turnier hätten die Ukrainer nicht akzeptiert, wenn sie ihnen angeboten worden wäre, so der Vizepräsident. Man wolle sich sportlich qualifizieren. "Natürlich sind die Bedingungen für uns nicht ideal, aber träumen dürfen wir trotzdem."

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Als Spieler erzielte Protassow Tore am Fließband für seinen Heimatklub Dnjepr Dnjepropetrowsk. Zudem war er über Jahre Mitglied der großen Mannschaft der UdSSR, die Ende der Achtzigerjahre unter der Federführung von "General" Waleri Lobanowski für viel Furore auf den Fußballbühnen der Welt sorgte. Für viele Experten war jene Auswahl, trotz des verlorenen EM-Finales 1988 gegen die Niederlande, das beste Team des Jahrzehnts, vor allem dank der Spieler von Dynamo Kiew, die den Löwenanteil im Aufgebot ausmachten. Heute ist der 58-Jäh­ri­ge Vizepräsident des ukra­i­ni­schen Fußballverbands. Seit ein paar Wochen lebt er wieder in seiner Wohnung in Kiew, aus der er nach Kriegsbeginn geflohen war. "Allmählich kehrt ein Hauch von Normalität in die Stadt zurück", berichtet Protassow. Und ab Mittwoch auch ein bisschen in den ukrainischen Fußball.

Das komplette Interview mit dem ukrainischen Verbands-Vizepräsidenten Oleg Potrassow finden Sie auf RND.de.