10. Juni 2021 / 17:39 Uhr

Verbandschef: Aufstieg von Empor Rostock wäre eine Riesennummer

Verbandschef: Aufstieg von Empor Rostock wäre eine Riesennummer

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Peter Rauch, Präsident des Handball-Landesverbandes, ehrt Michael Höwt zum Gewinn der Drittliga-Meisterschaft.
Peter Rauch, Präsident des Handball-Landesverbandes, ehrt den früheren Empor-Kapitän Michael Höwt 2019 zum Gewinn der Drittliga-Meisterschaft. © Sebastian Heger
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Handball-Landesverband und Vereine aus MV drücken den Rostockern im Aufstiegskampf die Daumen. Peter Rauch erlebte 1970 einen Aufstieg mit – als Zuschauer. Norbert Henke führte den SHV von der fünften bis in die erste Liga – Markus Dau war als Spieler dabei. 

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Der HC Empor Rostock spielt am Sonnabend gegen den VfL Potsdam um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Der Handball-Landesverband und die Vereine aus MV drücken dem Team von Trainer Till Wiechers die Daumen.

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Peter Rauch (70), Präsident des Handball-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, wünscht sich, „dass es die Jungs von Empor packen. Das wäre eine Riesennummer.“ Der Verbandschef erwartet eine „sehr schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe“. Ein Zweitligist im MV sei für die Perspektive im Land wichtig, „damit wir die Talente halten können“, sagt der langjährige Kapitän und Präsident von Post Schwerin und verspricht: „Wenn die Rostocker es schaffen, haue ich eine Kiste rein.“

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Rauch, der bis 1996 als Bundesliga-Schiedsrichter im Einsatz war, kann sich noch sehr gut an den 1. Mai 1970 erinnern. Die Schweriner gewannen damals das entscheidende Spiel um den Aufstieg in die DDR-Oberliga gegen Lok Dresden mit 24:16. 6000 Zuschauer waren dabei. Peter Rauch war mittendrin. „Die Halle hat ja nur 5200 Sitzplätze. Da saßen Leute auf den Treppen. Es herrschte eine Wahnsinns-Euphorie“, schwärmt der frühere Jugend-Nationalspieler noch heute.



Von einem Aufstieg habe man als Handballer lange etwas – „nicht nur dass man eine Liga höher spielen kann“, meint Rauch.

Norbert Henke (64), Sportlicher Leiter und Trainer des Drittligisten Mecklenburger Stiere, drückt Empor ebenfalls die Daumen. „Ich würde es gut finden, wenn unser Land endlich wieder einen Zweitligisten hat“, bekräftigt der gebürtige Stralsunder, der einst als Trainer und Geschäftsführer in Diensten des HCE stand. Er habe in den zurückliegenden Wochen eine Reihe von Zweitliga-Spielen gesehen und sei überzeugt, „dass Rostock dort sehr gut mithalten kann“, sagt Henke.

Norbert Henke (64), Sportlicher Leiter und Trainer der Mecklenburger Stiere
Norbert Henke (64), Sportlicher Leiter und Trainer der Mecklenburger Stiere ©

Er habe mit großem Interesse die bisherigen Auftritte der Wiechers-Sieben verfolgt – auch den „Ritt auf der Rasierklinge“ in Pfullingen, als Empor mit einem 32:26-Auswärtssieg die 27:32-Hinspiel-Niederlage wettmachte. „Die Breite des Kaders spricht für Empor“, meint der Coach. Die Mannschaft sei stressresistent, ist Henke überzeugt und erinnert an den Krimi von Pfullingen oder das Hinspiel gegen Potsdam (28:27), als sich Empor nach einem 13:17-Rückstand zurückkämpfte. „Das ist großartig“, lobt Henke und legt sich fest: „Ich würde auf Rostock wetten.“

Norbert Henke brachte einst das Kunststück fertig, die Stralsunder Handballer von der fünften in die erste Liga zu führen. Der Aufstieg in die zweite Liga sei „etwas ganz Besonderes“ gewesen, erzählt Henke. „Es war der Schritt vom Amateur- in den Profibereich. Man wusste, dass man jetzt dazugehört.“ Getoppt wurde das Erlebnis lediglich vom Sprung in die Königsklasse.

Markus Dau (39) gehörte damals zu den Stralsunder Aufstiegshelden. „Das war ein sensationelles Erlebnis“, schwärmt der frühere Kreisläufer, der seit fünf Jahren als Geschäftsführer des Stralsunder HV tätig ist. Die Partie der Rostocker in Pfullingen habe er sich im Livestream angeschaut, erzählt Dau und ist noch heute begeistert: „Das war sensationell.“ Er drücke Empor die Daumen. „Es wäre toll, wenn die Rostocker es schaffen würden – auch für die Stadt und die Region.“

Markus Dau (39), Geschäftsführer des Stralsunder HV
Markus Dau (39), Geschäftsführer des Stralsunder HV © Werner Franke

Anteil am Erfolg hätten auch die Sundstädter. Der SHV hat Linkshänder Johannes Trupp für die Aufstiegsrunde an Empor ausgeliehen. Nachbarschaftshilfe der besonderen Art.