23. November 2018 / 17:08 Uhr

Verden 04 hat seine Lehren aus der Abstiegssaison gezogen

Verden 04 hat seine Lehren aus der Abstiegssaison gezogen

Patrick Hilmes
Weser-Kurier
SPORT // Fu§ball-1. Kreisklasse: Fu§ball-Landesliga: FC Verden 04 - TuS Harsefeld:
Bjarne Geils (re, beide Verden)
FOTO: Bjšrn Hake
Der 19-jährige Bjarne Geils (blau) hat sich zur absoluten Stammkraft des FC Verden 04 entwickelt. © Björn Hake
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Hinrunden-Analyse: Die Domstädter haben aus dem Landesliga-Abstieg 2016/17 gelernt und spielen in dieser Saison bislang eine gute Rolle

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Erfahrung ist einer der Grundbausteine für eine erfolgreiche Fußball-Mannschaft. Und davon gibt es unterschiedliche Varianten. Eine davon ist die Erfahrung, gezogen aus negativen Ereignissen. Ein solches erlebte der FC Verden 04 in der Saison 2016/2017, am Ende der Spielzeit mussten sich die Domstädter aus der Landes- in die Bezirksliga verabschieden. Der direkte Wiederaufstieg glückte zwar souverän, doch in einigen Köpfen schwirrten Befürchtungen, die Geschichte könnte sich wiederholen.

Doch die Verdener haben scheinbar ihre Lehren gezogen. Mit Rang neun und 22 Punkten nach der Hälfte der insgesamt 30 zu absolvierenden Partien spielen sie eine gute Rolle. "Es ist immer noch schön, dass wir wieder da sind. Und nun stehen wir deutlich besser da als nach der Hinrunde in der Abstiegssaison", betont Coach Sascha Lindhorst.

Das Grundgerüst des Kaders blieb bestehen, ein paar "Verstärkungen" (Lindhorst) ergänzten die Truppe. Unter anderem der 19-jährige Bjarne Geils, der zur Bezirksliga-Saison zum FCV stieß und sich nach und nach einen Stammplatz auf der rechten Außenverteidiger-Position erarbeitet hat. Er ist für Sascha Lindhorst auch einer der stärksten Akteure der jetzigen Hinrunde. "Er begeistert mich immer wieder, wie er seine Seite hält und auch den Weg nach vorne sucht." Gleiches gilt für Kapitän Mirco Temp, den Lindhorst als Kopf der Mannschaft betitelt und insbesondere an ihm sein Gespür für das Spiel schätzt.

Ausfälle kompensiert

Wichtiger Posten in der Offensive ist auch Maximilian Schulwitz. Hatte er noch die Bezirksliga kaputt geschossen, musste er sich bisher verletzungsbedingt zumeist mit einem Platz am Seitenrand begnügen. "Da wurde dem einen oder anderen natürlich bange, aber wir konnten das gut überbrücken. Nichtsdestotrotz sind wir natürlich heilfroh, wenn er nach der Winterpause wieder da ist", weiß Lindhorst um die Wichtigkeit des Stürmers.

Schulwitz steht stellvertretend dafür, was beim FCV in der Hinrunde nicht rosig war. "Das waren keine leichten Umstände mit den vielen Verletzten." Spieler wie Sören Radeke, Katip Tavan oder Steen Burford mussten mehrfach aussetzen. Daher lautet Lindhorsts einziges Manko: "Der Kader ist doch ein bisschen dünn." Abhilfe soll, wenn möglich, im Winter geschaffen werden.

Doch auch so wussten sich die Verdener zu behaupten. Und das liegt vor allem an einem Punkt: "Alle wissen, was zu tun ist. Alle wollen den Abstieg nicht noch einmal erleben." Und das spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider. In der Abstiegssaison ging der FCV häufig mit null Punkten aus den oftmals engen Spielen. Nun weiß die Lindhorst-Truppe auch einen knappen Sieg über die Zeit zu bringen oder im Spiel wieder zurückzukommen.

Im Hinspiel gegen den TuS Harsefeld war den Verdenern das noch nicht geglückt – 0:1-Heimniederlage. Damals lauerte Harsefeld mit Erfolg auf die Fehler der Domstädter. "Davon haben wir im Hinspiel einen zu viel gemacht. Ansonsten haben wir uns gut verkauft und hatten selbst einige Chancen. Es war aber damals natürlich für beide das erste Saisonspiel. Mittlerweile sind beide Mannschaften deutlich gefestigter.“ Das gilt vor allem auch für den TuS, der etwas überraschend Platz zwei einnimmt.

Eine routinierte und eingespielte Truppe wartet auf den FCV am Sonntag (Anpfiff um 14 Uhr in Harsefeld). „Natürlich wollen wir in jedem Spiel etwas mitnehmen und geben uns nicht schon vorher geschlagen. Entscheidend sind aber die Partien gegen direkte Konkurrenten. Gelingt uns in Harsefeld ein Punktgewinn oder sogar drei, dann sind das für uns Bonuspunkte", betont der Coach. Entsprechend ohne Druck reisen Lindhorst und Co. nach Harsefeld, der Favorit ist der Gastgeber. Dem FC Verden 04 bietet sich somit die Chance, zu zeigen, wie viel er aus den schlechten Zeiten bereits gelernt hat.