03. Oktober 2020 / 14:58 Uhr

Verdienter Derbysieg: Hannover 96 lässt Eintracht Braunschweig keine Chance

Verdienter Derbysieg: Hannover 96 lässt Eintracht Braunschweig keine Chance

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannovers Hendrik Weydandt bejubelt sein Tor zum 2:1 gegen Eintracht Braunschweig mit Linton Maina und weiteren Mitspielern.
Hannovers Hendrik Weydandt bejubelt sein Tor zum 2:1 gegen Eintracht Braunschweig mit Linton Maina und weiteren Mitspielern. © Peter Steffen/dpa
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Hannover 96 gewinnt verdient mit 4:1 (0:0) gegen Eintracht Braunschweig. Zunächst gingen aber die Gäste überraschend durch Martin Kobylanski gegen starke Hannoveraner in Führung. Linton Maina, Hendrik Weydandt, Niklas Hult und Genki Haraguchi drehten das Derby.

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Hannover 96 hat das Niedersachsen-Derby der 2. Fußball-Bundesliga klar und verdient gewonnen. Der Aufstiegskandidat besiegte den Erzrivalen Eintracht Braunschweig am Samstag mit 4:1 (0:0). Hannover war dem Aufsteiger in allen Belangen überlegen, geriet durch ein schönes Tor von Martin Kobylanski in der 51. Minute aber trotzdem in Rückstand.

Doch nur drei Minuten später gelang Linton Maina der Ausgleich (54.). Danach drückten sich die klaren Vorteile der 96er auch in weiteren Treffern von Hendrik Weydandt (71.), Niklas Hult (74.) und Genki Haraguchi (84.) aus.

Bilder zum Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig

Derby-Feuer: Marvin Ducksch und Benjamin Kessel geigen sich die Meinung, der Vierte Offizielle versucht zu schlichten. Zur Galerie
Derby-Feuer: Marvin Ducksch und Benjamin Kessel geigen sich die Meinung, der Vierte Offizielle versucht zu schlichten. ©

Ein unbeschreibliches Gefühl

„Die Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Sekunde ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte 96-Trainer Kenan Kocak. „Ich freue mich für die Mannschaft, aber auch für unsere Fans und unsere Stadt.“ Auch Stürmer Weydandt meinte in einem Sky-Interview: Dieser Derbysieg sei „ein unbeschreibliches Gefühl. Ich kann das nicht in Worte fassen. Wir haben den Sieg nach dem Rückstand erzwungen. Auch das gehört zu einer ganz starken Leistung.“

Der 25 Jahre alte Weydandt kommt aus Hannover. Seine Reaktion zeigt, welche Bedeutung dieses Spiel in der Region hat. Beide Clubs sind einander seit Jahrzehnten in einer starken Rivalität verbunden. Umso überraschender war es, dass am Samstag selbst die erlaubte Zuschauerzahl von 9800 nicht erreicht wurde. Obwohl während der Corona-Pandemie keine Gästefans aus Braunschweig zugelassen waren, sahen dieses Derby nur 7300 Besucher.

Auch der harte Kern der 96-Anhänger blieb dem Spiel fern - eine Auslastung von 20 Prozent der Plätze ist nicht das Stadionerlebnis, das sie sich wünschen. Dafür versammelten sich nach dem Spiel mehrere hundert Hannover-Fans vor dem Stadion, sie sangen dort immer wieder „Derbysieger, Derbysieger“ und „Wir wollen die Mannschaft sehen“.

Die Polizei marschierte auf und forderte die Anhänger dazu auf, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und die Abstandsregeln einzuhalten. Aber erst nachdem sich die Spieler am Stadionzaun gezeigt und kurz mit den Fans gefeiert hatten, löste sich die Versammlung wieder auf.

Lattentreffer schon nach 70 Sekunden

Sportlich gesehen trug die einseitige Partie Züge eines Klassenunterschieds. Hannover hatte mit Maina, Haraguchi, Weydandt und dem starken Marvin Ducksch eine nahezu bundesliga-reife Offensivreihe auf dem Platz. Schon nach 70 Sekunden traf Timo Hübers nach einem Freistoß von Kapitän Dominik Kaiser per Kopf die Latte des Braunschweiger Tores.

Die Eintracht dagegen spielte so, als sei sie auch nach drei Zweitliga-Spieltagen ohne Sieg noch nicht in dieser Liga angekommen. Eine Stunde lang hielt wenigstens die Fünfer-Abwehrreihe dem enormen Druck der 96er stand. Doch unter dem Strich war der Aufsteiger in dieser Verfassung nicht konkurrenzfähig.

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„Die Erkenntnis ist: Heute war das zu wenig. Aber wir haben auch schon gezeigt, dass wir mehr zeigen können“, sagte Braunschweigs Trainer Daniel Meyer. Ein starker Gegner wie Hannover sei zu diesem Zeitpunkt der Saison „noch kein Maßstab für uns. Wir dürfen nicht vergessen, dass bei uns gerade in der Defensive noch Jungs unterwegs sind, die gerade ihre ersten Erfahrungen in der zweiten Liga machen.“