27. März 2020 / 19:09 Uhr

Verein aufgelöst: Aus für Woltorfer Dressurtage besiegelt

Verein aufgelöst: Aus für Woltorfer Dressurtage besiegelt

Christian Meyer
Peiner Allgemeine Zeitung
Ganz nah dran: Die Woltorfer Dressurtage lebten von ihrer Atmosphäre und Top-Sport bis zur S-Klasse.
Ganz nah dran: Die Woltorfer Dressurtage lebten von ihrer Atmosphäre und Top-Sport bis zur S-Klasse. © Foto: Ralf Büchler
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Prüfungs-Aufgaben, die sogar bei Olympischen Spielen geritten werden, gab es bei den Woltorfer Dressurtagen zu bestaunen. Doch nun steht das Aus für Peines hochwertigstes Reit-Turnier fest. Der ausrichtende Verein Sportreiter Peiner Land hat sich aufgelöst.

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Zwei Reit-Vereine in einem Dorf – dieses Phänomen im Peiner Land gab es in Woltorf, wo das Gelände des Reit- und Fahrvereins direkt am Dressur-Stall Lieberg, der Heimat des Vereins Sportreiter Peiner Land, angrenzte. Doch der letztgenannte Klub hat sich dreieinhalb Jahre nach seiner Gründung schon wieder aufgelöst. Damit ist auch das Aus für Peines hochwertigstes Reit-Turnier besiegelt: Die beliebten Woltorfer Dressurtage sind Geschichte. „Das war leider zuletzt abzusehen“, sagt Organisator Johannes Lieberg.

Das Turnier- und Vereins-Aus ist nämlich eng mit seinem persönlichen Werdegang verknüpft. Im Oktober 2010 hatte der Pferdewirtschaftsmeister und einst so erfolgreiche Dressur-Reiter sich mit fast 60 Jahren noch einmal selbstständig gemacht und die Reitanlage an der Vechelder Straße gepachtet. Nach zehn Jahren lief der Pachtvertrag aus, eine Fortsetzung ergab sich nicht. Besitzer Helge Künnemann zog wieder selber in die Anlage ein. Lieberg hingegen stieg in einer Reitanlage im Burgdorfer Stadtteil Schillerslage ein. Den Woltorfer Dressurtagen fehlt damit das Austragungsgelände.

2012 hatte Lieberg dem Peiner Reit-Sport diesen Turnier-Leckerbissen beschert: Bei den Woltorfer Dressurtagen wurden Prüfungen geritten, die sogar bei Olympischen Spielen gefordert sind. Bei der S-Kür in der Abendsonne lauschten die Zuschauer erst den Erläuterungen des Turnier-Chefs und genossen anschließend mit einem Glas Prosecco in der Hand Top-Sport. Klein, aber fein – diese Atmosphäre gefiel auch den Reitern. Doch nach sieben Auflagen ist nun Schluss. „Es war schön, da haben wir etwas Tolles hingekriegt. Wir hatten nicht nur regionale Starter. Aber es gibt immer Dinge, von denen muss man sich leider verabschieden. Die, die es organisiert haben, die, die nicht mehr starten können – es tut allen Leid“, sagt Lieberg. Er glaubt nicht, dass er in Schillerslage eine Turnier-Neuauflage startet. „Es war auch immer sehr, sehr viel Arbeit. Ich werde jetzt 68 Jahre alt“, sagt er.

Mehr Peiner Reitsport

Der Verein Sportreiter Peiner Land war einst extra auch für die Ausrichtung der Woltorfer Dressurtage gegründet wurden. Viele Reitschüler Liebergs waren Mitglied im 15. Verein des Peiner Kreisreiter-Verbands, der sich nun aufgelöst hat. Rund 50 Mitglieder waren es zuletzt, die sich nun auf viele andere Vereine verteilt haben.