25. Februar 2021 / 16:01 Uhr

Vereine schließen sich Pirnaer Appell an: Besondere Situation in der Sachsenliga

Vereine schließen sich Pirnaer Appell an: Besondere Situation in der Sachsenliga

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Der Pirnaer Trainer Frank Paulus beim Sachsenpokalspiel gegen den FV Dresden 06 Laubegast
Die Pirnaer fordern gleiche Behandlung für alle Vereine. © Steffen Manig
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Die Vereine aus der Sachsenliga sind gespannt, was bei den Gesprächen der Bundesregierung mit den Länder-Ministerpräsidenten am 3. März herauskommt. Lockerungen und die Möglichkeit, wieder zu trainieren, werden sehnlichst erwartet. Derweil ist ein Aufstieg in die Oberliga für Taucha und Markranstädt derzeit noch kein Thema.

Leipzig. Nächste Woche tagt die Bundesregierung wieder mit den Länder-Ministerpräsidenten zu Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Auch die Sportler fiebern erwartungsvoll auf den 3. März, auf Lockerungen, denn sie wollen endlich wieder trainieren dürfen und Wettkämpfe bestreiten.

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Der VfL Pirna-Copitz hat im Vorfeld einen Appell gestartet, dem sich bis Anfang dieser Woche bereits 28 Vereine, vornehmlich aus dem Dresdner Raum, angeschlossen haben. Darin wird Gleichbehandlung aller Vereine gefordert. „Schließlich sind die Amateurvereine oftmals Herzkammer und Anker ihrer Städte“, wird das begründet und zugleich bekannt, es sei richtig, dass Berufssportler eine Ausnahme darstellen. Doch der Amateurbereich sei nicht minder wichtig.

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Für die Fußball-Sachsenliga, in der auch die Pirnaer spielen, wird die Lage schwierig, weil angesichts von 22 Teams nicht einmal die Hinrunde zu bewältigen ist, wenn nicht bald wieder gekickt werden kann. Interessant bleibt die Lage dennoch, weil der Sächsische Fußball-Verband schon vor Wochen erklärte, den Aufstiegsplatz zur NOFV-Oberliga auf jeden Fall nutzen, sprich einen Aufsteiger ermitteln zu wollen. Wenn das über das Mindestmaß der Wertung per erster Halbserie aber terminlich nicht mehr gehen sollte, kämen andere Modelle ins Spiel.

Der SFV beabsichtigt dann, die Vereine zu befragen, ob sie aufsteigen wollen. Möglicherweise schränkt man den Kreis derer ein, beispielsweise auf die Vereine der oberen Hälfte der aktuellen Tabelle. Erfahrungsgemäß wollen aber gar nicht alle nach oben. Aus Leipzig und Umgebung kämen dafür wohl überhaupt nur die SG Taucha als Tabellenfünfter sowie der zwei Ränge dahinterstehende SSV Markranstädt in Frage.

Aufstieg gilt nicht als Ziel

In Taucha, wo die Akteure von Trainer Marcus Jeckel für die Zwangspause als Hausaufgabe 90 Minuten Laufen pro Woche aufgetragen bekamen, sieht man die sich eventuell auftuende Chance mit Vorsicht. „Aufstieg haben wir eigentlich nicht als Ziel definiert. Zumal das durch wirtschaftliche Gegebenheiten mitbestimmt wird“, erklärt Jeckel, bekennt aber auch: „Natürlich wäre eine Endrunde um die Meisterschaft aus sportlicher Sicht interessant. Aber da schwingt doch derzeit sehr viel Konjunktiv mit.“

Tauchas Trainer Marcus Jeckel während der Partie gegen den FC International Leipzig am 10.10.2020.
Tauchas Trainer Marcus Jeckel macht sich keine Gedanken um einen möglichen Aufstieg. © Christian Modla

Damit weiß er sich in Einklang mit SGT-Präsident Achim Teichmann, der sich nicht vorstellen kann, dass die Hinrunde noch zu Ende gespielt wird. „Wir sind auch nicht ambitioniert, aufzusteigen, wobei ich allerdings nicht ausschließen will, dass wir an einer wie auch immer gearteten Endrunde teilnehmen würden“, sagt der SGT-Chef.


Teichmann und Jeckel wissen: Die Ungeduld ihrer Jungs wächst. „Ich hoffe auf das Beste und denke ans Schlimmste, um nicht enttäuscht zu werden“, umschreibt Jeckel seine Erwartungen an die „MPK“ am Mittwoch. Er glaubt, dass seine Spieler für den Fall der Fälle schnell fit sind. „Wir haben Werte aus Leistungstests kurz vor der Meisterschafts-Unterbrechung und werden die Belastung entsprechend steuern, meine Mannschaft hat viel Selbstdisziplin“, betont der Coach.

Fußfassen in Sachsenliga

Sein Markranstädter Kollege Olaf Brosius lässt seine Akteure unter Einhaltung der Regeln einmal pro Woche um den Kulkwitzer See rennen und erklärt: „Das Aufstiegsthema ist hier überhaupt nicht auf dem Tisch, hätte für uns momentan auch keinen Sinn. Wir wollen in der Sachsenliga fußfassen.“

Sein Team sei aber sehr motiviert. „Ich finde es durchaus gut, dass sich viele um den Wiederstart bemühen, muss aber zugeben, dass für mich der Fußball und alle damit verbundenen Abläufe vom Gefühl her momentan irgendwie weit weg sind. Ich verbinde keine Hoffnung mit dem 3. März, würde mich jedoch freilich freuen, wenn es wieder losgehen dürfte. So wie es kommt, kommt es.“