13. Mai 2020 / 08:09 Uhr

Kommentar zur NFV-Entscheidung: Vereine werden zum Spielball

Kommentar zur NFV-Entscheidung: Vereine werden zum Spielball

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
Jan-Philipp Brömsen
Jan-Philipp Brömsen © GOETTINGERTAGEBLATT
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Ein klare Meinung von Tageblatt-Mitarbeiter Jan-Philipp Brömsen zur Hinhaltetaktik des Niedersächsischen Fußballverbands.

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Seit der vergangenen Woche dürfen die heimischen Fußballer wieder trainieren, doch wann sie um Punkte spielen werden, steht in den Sternen. Die dritte Video-Konferenz des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) brachte für die Vereine kein zufriedenstellendes Ergebnis. Klar war, dass eine Entscheidung nur auf einem außerordentlichen Verbandstag gefällt werden kann – dieser soll jetzt bis zum 27. Juni stattfinden. Allerdings: Drei Tage später beginnt die Wechselfrist für Spieler.

Alles, was sich die Klubs erhofft hatten, nämlich Planungssicherheit mit Blick auf Verträge, Transfers und Sponsoren, stockt weiterhin – und das mehr denn je. Vier Vorschläge, die nunmehr nach dem klaren Votum der Vereine, die einen Abbruch bevorzugen, erarbeitet wurden, sollen einen Lösungsansatz bringen. Umso unverständlicher erscheint die Tatsache, dass unter den Vorschlägen auch wieder die mögliche Fortsetzung der laufenden Spielzeit auftaucht, die eigentlich schon längst vom Tisch schien. Will der Verband immer noch seinen ursprünglichen Vorschlag durchbringen?

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Planung liegt auf Eis

Warum können andere Landesverbände eine finale Entscheidung präsentieren? Spielt der NFV hier nur auf Zeit? Wiederholtes Zeitspiel wird im Fußball bekanntermaßen mit einer gelben Karte bestraft. Die Vorgehensweise des Verbandes deutet auf eine Hinhaltetaktik hin. Die Leidtragenden sind die Klubs an der Basis, deren Zukunftsplanung auf Eis liegt. Der Spaß am Lieblingssport Fußball, den viele durch die Aufnahme des Trainings zurückgewonnen haben, könnte schnell verpuffen. Schade!