23. März 2020 / 17:26 Uhr

Das können Amateurvereine mit dem Verkauf des Stadionnamens verdienen

Das können Amateurvereine mit dem Verkauf des Stadionnamens verdienen

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sponsorennamen für Amateurstadien sind nichts für Traditionalisten.
Sponsorennamen für Amateurstadien sind nichts für Traditionalisten. © imago images / Martin Hoffmann, Pexels, Pixabay (Montage)
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Traditionsreiche Stadion-Namen sind bei einigen Klubs längst Geschichte. Im Amateurfußball lässt sich gutes Geld mit dem Rechte-Verkauf machen. Der ASC 09 Dortmund erklärt, warum sich solch ein Deal lohnt.

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Die "Real-Arena" in Herne, das "Energieversum-Stadion" in Gütersloh oder das "Montanhydraulik-Stadion" in Holzwickede – der Verkauf des Stadion-Namens ist in der Oberliga Westfalen ein beliebtes Mittel, um die Vereinskasse aufzubessern. Der ASC 09 Dortmund freut sich jetzt auch auf eine solche Finanzspritze.

"Wir verfolgen diese Idee schon seit drei, vier Jahren. Man hat ja gesehen, dass es im großen Fußball funktioniert. Warum sollte es dann nicht auch im Amateurbereich klappen? Über ein paar Ecken sind wir auf den neuen Namensgeber gestoßen", sagt ASC-Vorsitzender Michael Linke im Gespräch mit #GABFAF. Die Wahl fiel im November auf die Online-Reiseplattform "Urlaubsguru". Das Unternehmen sitzt im nur knapp sechs Kilometern entferntem Holzwickede direkt am Dortmunder Flughafen.

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Die Gründer Daniel Krahn und Daniel Marx sind bereits Kooperationen mit Borussia Dortmund und dem Handballbundesligisten ASV-Hamm-Westfalen eingegangen. Mit dem "Urlaubsguru-Waldstadion" macht das Unternehmen nun auch einen Schritt in den regionalen Fußball. "Bei der Wahl des Vereins spielte für uns die regionale Nähe und die Größe eine bedeutsame Rolle", erklärt Krahn gegenüber #GABFAF.

Besiegeln die Partnerschaft (von links): Samir Habibovic (ASC 09, Sportlicher Leiter Fußball), Hanno Wigger (Urlaubsguru, Offline-Marketing), Michael Linke (ASC 09, Vorsitzender Hauptverein und Fußballabteilung) und Daniel Krahn (Urlaubsguru, Gründer und Geschäftsführer).
Besiegeln die Partnerschaft (von links): Samir Habibovic (ASC 09, Sportlicher Leiter Fußball), Hanno Wigger (Urlaubsguru, Offline-Marketing), Michael Linke (ASC 09, Vorsitzender Hauptverein und Fußballabteilung) und Daniel Krahn (Urlaubsguru, Gründer und Geschäftsführer). © ASC 09 Dortmund
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Verkauf der Namensrechte bringt Summe im fünfstelligen Bereich

Für den ASC 09 Dortmund ist die Reiseplattform zusammen mit zwei weiteren Unternehmen aus der Region der dritte Großsponsor. "Diese drei zusammen stehen für eine hohe fünfstellige Summe", sagt Linke. Die Summe für die Namensrechte am Waldstadion liege "im niedrigen fünfstelligen Bereich" pro Jahr. Der Klub aus dem Süden der Revierstadt befinde sich mit diesen Einnahmen auf einem guten Weg. Mit seinen rund 1.700 Mitgliedern setzt der ASC im Jahr 2018 erstmals mehr als eine Million Euro um. Das Stadion mit seinem Rasenplatz und kleinem Kunstrasenfeld sowie dem Kunstrasenplatz im Emscherstadion bewirtschaftet der ASC 09 im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck in Eigenregie.

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Auch Tribünen-Namen verkauft

"Bei so einer Namensvergabe muss man gucken, ob der Platz im Eigentum der Stadt oder des Vereins ist. Ansonsten ist dabei nicht so viel zu beachten", sagt der ASC-Vorsitzende, der den Verkauf des Stadionnamens jedem Klub empfehlen würden: "Als Amateurverein wird es immer komplexer, wenn man sich den finanziellen Bereich anschaut. Man muss sich einfach neue Einnahmequellen suchen, um konkurrenzfähig zu sein. Wir haben bei uns auch schon Tribünen-Namen verkauft."

Das sind die prominenten #GABFAF-Unterstützer:

Freunde des Amateurfußballs: Mehr als 40 prominente #GABFAF-Unterstützer findest Du hier in der Galerie. Zur Galerie
Freunde des Amateurfußballs: Mehr als 40 prominente #GABFAF-Unterstützer findest Du hier in der Galerie. ©

ASC will die Rahmenbedingungen verbessern

Die Vermarktung des Stadionnamens sei ein Mosaikstein in den Bestrebungen, den Klub wirtschaftlich auf ein stabiles Fundament zu stellen und die Rahmenbedingungen für ambitionierten Amateursport weiter zu verbessern. Der ASC wolle den neuen Namen besonders über die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram vermarkten. Zudem rechnen die Verantwortlichen damit, dass die lokalen Medien die neue Bezeichnung in den Vor- sowie Spielberichten verwenden.

"Das Waldstadion bleibt immer auch das Waldstadion – so wie das Westfalenstadion immer auch Westfalenstadion bleibt", sagt der 54-Jährige, der die Fußballabteilung bereits seit 2013 leitet. Bei ein paar Prozent der Mitglieder und Fans sei die Namensänderung nicht gut angekommen. Ein Fan fragt beispielsweise über Facebook: "Von wem werden denn ab nächster Saison die Eckbälle präsentiert?" Der Vorsitzende betont, dass niemand Angst haben müsse, dass der Klub seine Identität verkaufe.

Und welchen Effekt wünscht sich der Sponsor von dieser Aktion? "Wir erhoffen uns, dass der Store in Unna von der Zusammenarbeit mit dem ASC profitiert. Sicher kann man sich dabei nie sein, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch höher, als wenn wir in München Marketing betreiben würden", erklärt Krahn.

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Was jetzt noch fehlt, ist das große Schild mit dem neuen Namen am Stadion. Spätestens beim ersten Heimspiel des neuen Jahres gegen den TuS Erndtebrück am 8. März soll die Aufschrift zu sehen sein. Für den ein oder anderen Fan dürfte die leichte Veränderung am seit 1925 bestehenden Aplerbecker Waldstadion gewöhnungsbedürftig sein.

Doch solche Maßnahmen gehören mittlerweile im Amateurbereich zu einer beliebten Einnahmequelle.

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