07. Juni 2021 / 19:29 Uhr

Der verletzte Patrick Wiesmach vom SC DHfK träumt von Olympia: Hoffnung bis zur Abreise

Der verletzte Patrick Wiesmach vom SC DHfK träumt von Olympia: Hoffnung bis zur Abreise

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Patrick „das Wiesel“ Wiesmach bei einem schnellen Angriff des SC DHfK Leipzig
Patrick „das Wiesel“ Wiesmach bei einem schnellen Angriff des SC DHfK Leipzig © Christian Modla
Anzeige

Für SC-DHfK-Handballer Patrick Wiesmach könnte seine Bauchmuskelverletzung das Saison-Aus bedeuten. Auch Olympia steht auf dem Spiel. In der Bundesliga wird der dänische Nationalspieler von Lucas Krzikalla vertreten. Der zweite Rechtsaußen der Leipziger ist inzwischen zum „Spieler des Monats Mai“ in der HBL gewählt worden.

Anzeige

Leipzig. Dass Patrick Wiesmach zu den besten Handballern auf Rechtsaußen gehört, ist jedem Fan des SC DHfK längst klar. Seit 2018 spielt der Däne sich in die Herzen der Leipziger, punktet vor allem mit seinem Tempospiel und seiner Wendigkeit – der Spitzname „Wiesel“ bringt es auf den Punkt. Lange war er trotz seiner Leistungen in der Bundesliga nicht auf dem Zettel des dänischen Nationalcoaches Nikolaj Bredahl Jacobsen.

Anzeige

Hoch motiviert in die Reha

Über drei Jahre lang kam Wiesmach zu keinem Einsatz mehr, bis er in diesem Jahr für die Qualifikation der Olympischen Spiele in den Kader rückte. Der 31-Jährige zeigte sich in Topform und konnte sich bis vorherige Woche begründete Hoffnung machen, in Tokio auf der Platte zu stehen. Dann der Schockmoment. Im Bundesligaspiel gegen Minden zieht er sich im ersten Angriff des Spiels einen Bauchmuskelriss zu. Zwei Tage später verkündet der Verein das wahrscheinliche Saison-Aus für den Dänen.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Sieg der Leipziger

Der SC DHfK Leipzig hat den dritten Sieg in Folge geholt. Die Mannschaft von Trainer Andre Haber gewann am Ende knapp gegen den Bergischen HC mit 27:25. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig hat den dritten Sieg in Folge geholt. Die Mannschaft von Trainer Andre Haber gewann am Ende knapp gegen den Bergischen HC mit 27:25. ©

Nach dem ersten MRT ist klar: Wiesmach hat sich einen Muskelbündelriss am unteren Rücken zugezogen. „Ich bin mindestens für zwei Wochen raus, der Doktor vermutet aber eher drei bis vier Wochen ohne Handball“, sagt der Rechtsaußen. Ein zweites MRT in knapp zwei Wochen soll Klarheit bringen. Wiesmach weiß genau, was auf dem Spiel steht. „Das wird über das Saisonende und meine Olympia-Chance entscheiden“, sagt er ganz direkt.



Für den Rechtshänder steht ein Traum auf dem Spiel. Denn die Dänen werden nicht irgendein Teilnehmer in Tokio sein: Sie sind Titelverteidiger und klarer Favorit. „Die Chance auf Olympia gibt mir einen riesigen Motivationsschub für meine Reha“, so Wiesmach, der bereits die ersten Kraftübungen absolvieren konnte. Bis Mitte Juli will er wieder in Bestform sein, auch wenn ihm dann ein wenig Spielpraxis fehlen wird. Denn die letzten fünf Spiele der Grün-Weißen wird er sehr wahrscheinlich verpassen. „Ich habe bis zum Abreisetag noch die Hoffnung, mit nach Tokio zu fahren“, sagt Wiesmach.

Volles Vertrauen in Krzikalla

Bis zum Saisonende übernimmt Positionskollege Lucas Krzikalla die volle Verantwortung am rechten Rand der Platte. „Ich habe hundertprozentiges Vertrauen in Lucas. Er hat diese Saison schon viele sehr gute Spiele gezeigt, die wird er auch jetzt machen“, sagt der Däne.

Zwei Beweise hat Krzikalla dafür schon erbracht. Sowohl gegen GWD Minden als auch gegen den Bergischen HC war der Strafwurfspezialist in bestechender Form – von der 7-m-Linie, im Tempospiel und von außen. Die ungewohnte Dauerbelastung könnte sich nach ein paar Spielen bemerkbar machen. „60 volle Minuten sind natürlich anstrengend – besonders jetzt, wo sich die Arena so aufgeheizt hat. Trotzdem freue ich mich sehr, wenn ich spielen kann“, so Krzikalla nach dem intensiven 27:25-Heimsieg gegen den BHC. In der Schlussphase der Saison seien die Energiereserven immer etwas verbraucht, die Regenerationstage besonders wichtig. Dennoch fühlt sich der Ur-Sachse fit und bereit für die kommenden Aufgaben. „Außerdem bin ich ja noch 27 und keine 37“, ergänzt er.