03. Dezember 2020 / 14:24 Uhr

Verletzung schlimmer: Für Wolfsburgs Mehmedi ist das Jahr gelaufen

Verletzung schlimmer: Für Wolfsburgs Mehmedi ist das Jahr gelaufen

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Admir Mehmedi (links) fehlt dem VfL Wolfsburg mindestens bis zum Jahresende. Maximilian Philipp könnte ihn ersetzen.
Kann in diesem Jahr nicht mehr für den VfL Wolfsburg spielen: Admir Mehmedi (l.) hat Achillessehnen-Probleme, für ihn könnte Maximilian Philipp in die Startelf rutschen. © Boris Baschin
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Bittere Nachrichten: Admir Mehmedi wird in diesem Jahr nicht mehr für den VfL Wolfsburg auflaufen, er hat eine Verletzung an der Achillessehne erlitten. Für das Spiel am Samstag beim 1. FC Köln könnte ihn Neuzugang Maximilian Philipp ersetzen.

Der VfL Wolfsburg will am Samstag (15.30 Uhr) im Duell mit dem 1. FC Köln einen Start-Rekord aufstellen. Dass er bei diesem Vorhaben auf Admir Mehmedi verzichten muss, war klar. Der Offensivmann hat wie schon in der vergangenen Saison Achillessehnen-Probleme. Und die zwingen den Nationalspieler der Schweiz nun zu einer längeren Pause. VfL-Trainer Oliver Glasner: "Admir wird uns in diesem Kalenderjahr leider nicht mehr zur Verfügung stehen. Das ist sehr schade und bitter."

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Zugezogen hat sich Mehmedi die Verletzung am Freitagabend beim 5:3-Spektakel gegen Werder Bremen, er war bereits zum Ende der vergangenen Spielzeit wegen Achillessehnen-Problemen ausgefallen. Damals war es ein kleiner Riss. Jetzt zwickt wieder die Achillessehne, aber nicht am linken, sondern am rechten Fuß. Glasner: "Es ist eine Reaktion auf die Belastung, Admir hat sehr viel gespielt." Jetzt muss der 29-Jährige zuschauen, wer rutscht für ihn ins Team? Im Training hatte es nach Maximilian Philipp ausgesehen. Glasner: "Maximilian ist sicher ein Kandidat, der infrage kommt, der in Berlin und gegen Hoffenheim jeweils einen Assist hatte."

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Der VfL-Trainer schloss aber auch einen Systemwechsel nicht komplett aus - statt des zuletzt favorisierten 4-2-3-1 könnten die Wolfsburger vorn auch mit zwei Spitzen (4-4-2) spielen, zumal Glasner ganz vorn erstmals wieder mehr Alternativen im Kader hat. Denn Daniel Ginczek, der zuletzt aufgrund von Rückenproblemen ausgefallen war, kehrt wieder in den Kader zurück. Zudem hat Glasner mit Youngster Bartosz Bialek (traf gegen Bremen erstmals in der Bundesliga) einen weiteren Kandidaten als Partner von Top-Torjäger Wout Weghorst dabei. "Wir haben noch die Möglichkeit, Josip Brekalo auf die Zehn zu stellen." Auf die Mehmedi-Position. "So haben wir letztes Jahr in Leverkusen gespielt und ein ganz gutes Ergebnis erzielt." Der VfL gewann damals nicht nur 4:1, sondern machte da eines seiner besten Spiele in der vergangenen Runde. Zweifacher Torschütze damals: Marin Pongracic. Der Innenverteidiger steht nach seiner Covid-19-Erkrankung erstmals wieder im Kader. Glasner: "Er hat die ganze Woche ohne Probleme trainieren können."

Fünf Remis und vier Siege hat der VfL vor dem Köln-Spiel auf seinem Konto, die noch ungeschlagenen Wolfsburger können am Samstag einen Start-Rekord aufstellen. Mit einem erneuten Spektakel wie gegen Werder? "Wenn es ein Sieg für uns wird, ist es mir egal, ob es am Ende des Tages ein Spektakel oder ein hart erkämpfter 1:0-Sieg ist", so der Trainer, der weiß, dass die Kölner nach dem 2:1 am vergangenen Samstag in Dortmund eine breite Brust haben. "Köln hat ganz klar eine aufsteigende Tendenz." Der Sieg bei Spitzenteam Dortmund sei "kein glücklicher, sondern ein verdienter Sieg" gewesen. "Sie haben sehr kompakt agiert und waren gefährlich bei Standards, deswegen wäre es vermessen, wir wählen eine Sieg-Variante aus", so der Österreicher.

Der VfL und sein Super-Lauf - auch in Köln haben sie davor Respekt. „Die Mannschaft wirkt eingespielt, ist noch ungeschlagen und hat eine Top-Qualität", lobt FC-Trainer Markus Gisdol. Wie kann man diese Wolfsburger trotzdem knacken? "Wir müssen sie voll bespielen, dürfen uns keine Nachlässigkeiten erlauben. Wir brauchen 1000 Prozent Konzentration", so der FC-Coach weiter. Er sieht sein Team nicht chancenlos: "Wolfsburg hat vergangene Woche auch drei Tore bekommen. Wir haben auch unsere Waffen."

Der Geißbock-Klub hat vorm Duell mit dem VfL aber personelle Sorgen. Auf Florian Kainz, Jonas Hector und Rafael Czichos "müssen wir sicher verzichten. Mit Jorge Meré habe ich noch nicht abgeschlossen, da müssen wir abwarten", so der Trainer. Stürmer Sebastian Andersson hat am Mittwoch problemlos trainieren können. Bei Torhüter Timo Horn (Reizung im Adduktorenbereich) bestehe fürs Wochenende keine Gefahr.