03. Juni 2022 / 18:35 Uhr

Verletzungsdrama um Zverev: Deutscher Tennis-Star muss French-Open-Halbfinale gegen Nadal aufgeben

Verletzungsdrama um Zverev: Deutscher Tennis-Star muss French-Open-Halbfinale gegen Nadal aufgeben

Klaus Bellstedt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Alexander Zverev musste das Halbfinal-Duell mit Rafael Nadal nach einer Knöchelverletzung aufgeben.
Alexander Zverev musste das Halbfinal-Duell mit Rafael Nadal nach einer Knöchelverletzung aufgeben. © Getty Images/IMAGO/Eibner (Montage)
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Alexander Zverev ist bei den French Open im Halbfinale von einer Verletzung gestoppt worden. Der Tennis-Olympiasieger musste am Freitag in Paris gegen Rafael Nadal gegen Ende des zweiten Satzes aufgeben, nachdem er mit dem Fuß umgeknickt war.

Was für ein Drama! Alexander Zverev ist am Freitag bei den French Open in Paris im Halbfinale gegen Rafael Nadal verletzt ausgeschieden. Der Tennis-Olympiasieger knickte nach etwas mehr als drei Stunden Spielzeit mit dem rechten Fuß um und konnte nicht mehr weiterspielen. Zu diesem Zeitpunkt stand es 6:7 (8:10), 6:6 aus Sicht von Zverev. Nadal trifft nun im Endspiel am Sonntag auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen dem Kroaten Marin Cilic und dem Norweger Casper Ruud. Die Partie dauerte bei Redaktionsschluss noch an.

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Es war von Beginn an eine elektrisierende Stimmung auf dem Court Philippe Chatrier im Stade de Roland Garros. Das Dach der drittgrößten Tennisarena der Welt wurde wegen des einsetzenden Regens noch kurz vor Beginn der Partie geschlossen. Der Geräuschpegel in der mit 15 .000 Fans ausverkauften "Halle" war dadurch noch intensiver.

Deutschlands bester Tennisspieler ließ sich von der Kulisse und die gegen ihn gerichtete Stimmung zunächst nicht beeindrucken. Zverev begann gegen den 13-fachen French-Open-Sieger extrem konzentriert und erzielte mit krachenden Vor- und Rückhänden gleich mehrere direkt erzielte Punkte. Der 25-Jährige spielte aggressiv, attackierte Nadals kürzere Bälle sofort und nahm dem Mallorquiner folgerichtig auch dessen Aufschlag ab. Nadal brauchte ein bisschen, um ins Match zu finden.

Er rollte sich förmlich warm und kam in diesem wichtigen Auftaktsatz tatsächlich zurück. Es folgte ein Tiebreak, den so schnell wohl niemand vergessen wird. Zverev spielte wieder gut, hatte plötzlich vier Satzbälle – aber sein Gegner auf jeden dieser eine Antwort. Und es kam, wie es oft in den Matches mit Nadal passiert – der Spanier packte in der alles entscheidenden Phase des Satzes, der etwas mehr als anderthalb Stunden dauerte, sein bestes Tennis aus, zauberte Schläge in den Sand und gewann den Tiebreak mit 10:8.

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Wie konnte Zverev diesen Satz nun verlieren? Es ist ein immer wiederkehrendes Muster: Nach einer kurzen Toilettenpause von Nadal, der am Freitag seinen 36. Geburtstag feierte, gelang ihm sofort wieder ein Blitzstart. Doch Zverev gestaltete den zweiten Satz offen. Die hohe Luftfeuchtigkeit und der dadurch sehr langsame Platz verlangten beiden Spielern alles ab. Es schien so, als würde Nadal plötzlich nicht mehr zurechtkommen. Viermal in Serie nahm der Deutsche seinem Gegner dessen Servicespiel ab. Wieder führte Zverev 5:3. Aber Nadal arbeitete sich erneut heran. Das Match lief auch im zweiten Satz schon wieder auf einen Tiebreak heraus.

Dann passierte das Unfassbare: Der Hamburger knickte, als er einen weit heraus getriebenen Schlag von Nadal noch erlaufen wollte, in voller Spreizbewegung um und verletzte sich schwer am Fuß. Es folgten dramatische Szenen: Zverev schrie auf und wälzte sich am Boden. Es war sofort klar, dass er nicht würde weiterspielen können. Mit dem Rollstuhl wurde er vom Platz gefahren. Minuten später kam die aktuelle Nummer drei der Weltrangliste auf Krücken zurück auf den Court gehumpelt und gab dem Schiedsrichter das Zeichen für seine Aufgabe.

Nadal, der nun am Sonntag nach seinem 22. Grand-Slam-Titel und dem 14. Triumph in Paris greift, hatte im Interview auf dem Platz tröstende Worte für Zverev: "Es ist so traurig für ihn. Er hat ein unglaubliches Turnier gespielt. Er ist ein guter Kollege auf der Tour. Er wird nicht nur ein Grand-Slam-Turnier gewinnen." Nadal war sichtlich ergriffen. Freude über das erreichte Finale war ihm nicht anzumerken: "Für mich im Finale zu stehen ist ein Traum. Aber so zu gewinnen, ist nicht schön. Ihn dort weinen zu sehen, da fehlen mir die Worte."

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