01. Juli 2020 / 12:09 Uhr

Verletzungstabelle der Bundesliga: RB Leipzig rutscht drastisch ab

Verletzungstabelle der Bundesliga: RB Leipzig rutscht drastisch ab

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
In der Saison 2019/2020 fielen die Spieler von RB Leipzig im Durchschnitt 62 Tage verletzungsbedingt aus. 
In der Saison 2019/2020 fielen die Spieler von RB Leipzig im Durchschnitt 62 Tage verletzungsbedingt aus.  © GEPA Pictures
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Kampl, Konaté, Orban, Poulsen: RB Leipzig war in der laufenden Saison auffällig oft von längeren Ausfällen betroffen. In der Verletzungstabelle der Fußball-Bundesliga fiel der Tabellendritte weit nach unten ab.

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Leipzig. Das Fußballblog „fussballverletzungen.com“ hat seine aktualisierte Verletzungstabelle veröffentlicht – mit einem unschönen Ergebnis für RB Leipzig. Mit durchschnittlich 62 Ausfalltagen pro Spieler sind die Sachsen auf den drittletzten Platz der Fußball-Bundesliga abgestürzt. Nur Schalke 04 (67,6) und Werder Bremen (69) haben in der Summe mehr Fehltage je Profi zu beklagen.

Vor allem die Langzeitverletzungen aus der Hinrunde wie Kevin Kampl (Knöchel-OP), Willi Orban (Knie), Ibrahima Konaté (Hüfte) und Hannes Wolf (gebrochenes Bein) wirkten sich negativ auf die Bilanz der Sachsen aus. Mit Ethan Ampadu (Rücken), Yussuf Poulsen (Syndesmosebandanriss) und U19-Spieler Fabrice Hartmann (Kreuzbandriss) fielen drei weitere Akteure in der Rückrunde monatelang aus. Hinzu kamen viele kleinere Blessuren.

RB nach der Hinrunde auf Platz zehn

Nach 17 Spieltagen hatte Leipzig noch auf dem zehnten Platz der Verletzungstabelle gestanden. In den beiden Vorjahren gehörte RB zu den Bundesligateams mit den wenigsten Verletzungstagen.

DURCHKLICKEN: Das ist die Verletztentabelle der Bundesliga

<b>Rang 1:</b> Hertha BSC - 1057 Ausfalltage insgesamt (30,5 Tage pro Spieler) Zur Galerie
Rang 1: Hertha BSC - 1057 Ausfalltage insgesamt (30,5 Tage pro Spieler) ©

Auf Platz eins der Rangliste stand erstmals Hertha BSC. Die „Alte Dame“ hatte im Schnitt nur 30,2 Ausfalltage pro Spieler zu beklagen. Allerdings werden die Zahlen durch den deutlichen größeren Kader der Berliner mit vielen Bankdrückern auch ein wenig relativiert.

Hinter Hertha folgen der SC Paderborn (32,95), Bayer Leverkusen (39,24) und Borussia Dortmund (44,12). Der FC Bayern hat sich im oberen Drittel der Verletzungstabelle festgesetzt. Nach der Saison 2018/19 noch Neunter, liegen die Bayern jetzt auf Platz sieben (49,17).

Verletzungsrisiko sank nach Trainingsstart

Die Verletzungshäufigkeit vor und nach der Corona-Pause der Bundesliga hatte „fussballverletzungen.com“ zuletzt ebenfalls ausgewertet. Dabei ergab sich mit Blick auf RB Leipzig ein differenziertes Bild. Während es in der Zeit zwischen der Wiederaufnahme des Trainings bis zum 34. Spieltag eine deutliche Abnahme neuer Verletzungen pro Tag im Vergleich zum Saisonabschnitt vor der Corona-Pause gab, verbuchte RBL zwischen dem Re-Start und dem 34. Spieltag ein leichtes Plus an neuen Blessuren. Zuletzt fielen Hannes Wolf (operative Entfernung einer Metallplatte), Marcel Sabitzer (Knieprellung), Patrik Schick (Knie) sowie die schon genannten Poulsen, Ampadu und Hartmann aus.

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In der Bundesliga zeigte sich nach Ende der Corona-Pause im Mittel jedoch ein teils deutlicher Rückgang der Verletzungsanfälligkeit. Befürchtungen, wonach das wochenlang ausgesetzte Mannschaftstraining, die kurze Vorbereitung und der eng getaktete Spielplan generell zur mehr Ausfällen führen würden, traten bis auf wenige Ausnahmen nicht ein. „Die Corona-Pause scheint bisher eher die Möglichkeit für Langzeitverletzte gewesen zu sein, in dieser Saison nochmal anzugreifen, als dass eine größere Gefahr neuer Verletzungen durch die Pause entstanden wäre“, sagte Fabian Siegel, Gründer von „fussballverletzungen.com“, Mitte Juni auf SPORTBUZZER-Anfrage.

Das Blog hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verletzungen, vor allem aus der 1. Bundesliga, statistisch auszuwerten. Der Datensatz umfasst bislang mehr als 18.000 Verletzungen zwischen 2009 und 2020.