06. April 2021 / 08:27 Uhr

Verrückt: Leipziger Läufer Kramer und Martin umrunden sieben Seen an einem Tag

Verrückt: Leipziger Läufer Kramer und Martin umrunden sieben Seen an einem Tag

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Leipziger Läufer
Sieben auf einen Streich: Alexander Martin, Ronny Winkler und Christian Kramer (v.l.). © Privat
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Zwei Läufer aus Leipzig, sieben Seen, 108 Kilometer: Christian Kramer und Alexander Martin absolvierten bei ihrem persönlichen „Run the Lake“ über Ostern praktisch einen doppelten Marathon an einem Tag.

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Leipzig. Das „Hirngespinst“, wie Christian Kramer es im Nachhinein betitelt, hatte sich der Triathlet bereits im vergangenen Jahr in den Kopf gesetzt. Sein Ziel: Alle Seen von dem Leipziger Laufevent „Run the Lake“ an einem einzigen Tag umrunden. Anno 2020 bereits ein ambitionierter Plan, der eine Distanz von knapp 81 Kilometern vorgesehen hatte. Wenige Tage vor dem geplanten Start im November wurde der 37-Jährige jedoch positiv auf Corona getestet, der doppelte Marathon musste vertagt werden.

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Reiz war groß

Durch die Neuauflage des Events im Jahr 2021 wagte der Ironman-Finisher einen weiteren Versuch, allerdings mit einem kleinen Haken. Die Neuauflage brachte neue Seen und eine neue Gesamtdistanz von 102 Kilometern! „Da war es natürlich längst zu spät. Ich wollte es trotzdem machen“, so Kramer, der mit Alexander Martin den perfekten Partner für das Laufprojekt gewinnen konnte.

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„Eigentlich musste Christian keine große Überzeugungsarbeit leisten“, erinnert sich Martin und lacht. Die verrückte Idee seines sportlichen Weggefährten hatte ihn längst überzeugt. „Ich wollte ihn bei der Idee unbedingt unterstützen und die Herausforderung angehen“, so der Leipziger. Der Reiz für beide Hawaii-Triathleten war groß. Keiner von ihnen hatte bisher eine so große Distanz auf den Füßen zurückgelegt. „Ich bin letztes Jahr knapp 45 Kilometer gelaufen, von mir daheim an der Landesgrenze nach Sachsen bei Lützen bis zu meinen Eltern nach Halle“, so Kramer. Kumpel Martin hatte mit dem digitalen Rennsteiglauf 2020 mit 75 km ebenfalls einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt.

"Fast gar nicht geschlafen"

Bei frostigen Temperaturen ging es am Karfreitag um 7.30 Uhr am Schladitzer See los, immer in Begleitung von Organisator Ronny Winkler, der mit dem Mountainbike Wasser, Snacks und Energy Drinks transportierte. „Nach den ersten beiden Seen und rund 30 Kilometern waren die beiden noch komplett frisch“, so der Maximalpuls-Chef, der nicht nur vor der Distanz, sondern auch vor dem Tempo der beiden Athleten die Kappe zieht. „Insgesamt haben sie 8:43:52 Stunden gebraucht, das ist ein 4:49-Minuten-Kilometerschnitt. Das ist wirklich eine Hammer-Leistung. Da fallen mir nur ganz wenige in Leipzig ein, die das schaffen könnten“, lobt Winkler.

Kramer und Martin absolvierten die Seen immer im Doppelpack. Schladitzer und Werbeliner, Markkleeberger und Störmthaler, Cospudener und Zwenkauer – knapp 90 Kilometer und sechs Seen später stand nur noch der Hainer See aus. „Sich nach fast 30 Minuten Autofahrt noch mal zu motivieren, den Motor noch einmal anzuschalten, war vermutlich der schwerste Part“, resümiert Martin, der wie sein Kumpel eine mehr als unangenehme Nacht danach erlebte. „Ich habe eigentlich fast gar nicht geschlafen“, berichtet der 37-Jährige, der den „coolen Ausflug ins Ultrafeld“ nur wiederholen möchte, sollte die Triathlon-Saison erneut ausfallen.